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18.05.11

Digitale Musik: simfy steigert seine Ambitionen

Fast 20 Millionen Euro wurden mittlerweile in das Musik-Startup simfy investiert. Kleine Brötchen backen wollen die Kölner nicht mehr.

 

Als ich im November 2007 das erste Mal über simfy berichtete, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass der damals als sozialer Onlinespeicher für Musik lancierte Dienst (Amazons Cloud Player und Google Music lassen grüßen) drei einhalb Jahre später ein mit fast 20 Millionen Euro Risikokapital ausgestatteter Streamingservice mit europaweiten Ambitionen werden würde.

Doch genau dies ist geschehen. Gestern gaben die Kölner ( wie heute früh in Linkwertig berichtet ) eine neue Finanzierungsrunde bekannt ( Pressemitteilung ), in deren Rahmen simfy mit zehn Millionen Euro von den bisherigen Investoren Earlybird, der NRW Bank, Dumont Venture und Klaus Wecken versorgt wird.

Erst vor einem Jahr pumpten die selben Kapitelgeber sieben Millionen Euro in simfy, das Deutschlands einziger auch in einer Gratisversion angebotener On-Demand-Dienst für Musik ist.  Einige Monate zuvor beteiligte sich der Livemusik-Spezialist Music Networx an simfy, ohne dass die Dimension dieses strategischen Investments bekannt gegeben wurde.

Mit dem frischen Geld will simfy sowohl die Präsenz in Deutschland, Österreich und der Schweiz stärken, als auch seine für das zweite Halbjahr 2011 geplante Expansion in Märkte außerhalb des deutschsprachigen Raumes realisieren.

Pressemitteilung zur jüngsten Kapitalspritze von simfy enthält auch zwei andere interessante Details: simfys Tochtergesellschaft Music Networx AG firmiert nun unter dem Namen simfy AG und fokussiert sich fortan auf das Kerngeschäft Musikstreaming.

Music-Networx-CEO Gerrit Schumann wird CEO der simfy AG (er taucht unter der Bezeichnung "CEO von simfy" bereits seit einigen Monaten in Pressemitteilungen von simfy auf), Music-Networx-COO Georg Bergheim wird der COO der simfy AG, und die simfy-Gründer Christoph Lange und Steffen Wicker agieren als CMO (Lange) und CIO (Wicker). Der dritte Mitgründer Tobias Schiwek ist bereits seit längerem als VP New Business tätig.

Wie nach einigen Jahren bei vielen Startups haben damit auch bei simfy die Gründer die Führung des Unternehmens in erfahrenere Hände gegeben, was in diesem Fall jedoch auf die Music-Networx-Beteiligung und die so entstandene Firmenstruktur zurückzuführen ist. Lange und Wicker bleiben dagegen weiter Geschäftsführer der simfy GmbH.

Klar ist: Von simfy werden wir in den nächsten Monaten noch einiges hören. Allein der sich anbahnende Wettkampf zwischen simfy und seinem schwedisch Konkurrenten Spotify um den digitalen Musikmarkt Europas dürfte äußerst spannend werden. Bisher decken beide Anbieter zusammengenommen lediglich zehn Länder des Kontinents ab.

Angesichts von simfys für deutsche Verhältnisse beträchtlichen Risikokapitalausstattung - erst recht im schwierigen Musikmarkt - darf zumindest darüber spekuliert werden, dass die Investorengruppe eher auf einen baldigen Exit abzielt, als mit simfy die Welt erobern zu wollen.

simfy Co-Founder Tobias Schiwek allerdings unterstreicht, dass sich das simfy-Team große Ziele gesetzt hat: "simfy hat globale Ambitionen", so Schiwek.

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