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12.04.10

Digitale Musik: Last.fm stellt On-Demand-Streaming ein

Last.fm, eines der weltweit führenden Social Networks für Musikfreunde, fokussiert sich auf seine Kernkompetenz der personalisierten Empfehlung von Musik. Das kostenlose On-Demand-Streaming wird eingestellt.

Last.fmEinen kostenlosen Dienst zum Streaming von On-Demand-Musik anzubieten, ist kein Zuckerschlecken. Die Lizenzzahlungen an die Plattenfirmen gehen besonders bei einer großen Zahl von Streams schnell ins Geld, und die Refinanzierungsmöglichkeiten sind begrenzt. Selbst populäre Dienste wie Spotify sind trotz zusätzlichem Premium-Angebot noch weit von der Profitablität entfernt .

Insofern kommt es nicht überraschend, dass Last.fm, eines der führenden globalen sozialen Musiknetzwerke, soeben in einem Blogartikel bekannt gegeben hat, ab sofort seine in den USA, Großbritannien und Deutschland angebotenen On-Demand-Streams einzustellen. Auch Musikvideos werden nicht mehr selbst gehostet sondern von externen Sites wie YouTube oder dem nur in den US und Kanada verfügbaren VEVO eingebettet.

Als "Entschädigung" integriert Last.fm bei den Millionen in seiner Datenbank befindlichen Titeln nun direkte Links zu externen Streaming-Angeboten, um den jeweiligen Song dann von dort abzuspielen. Startpartner sind Spotify (in den Ländern, in denen es bereits verfügbar ist), MOG (in den USA) sowie The Hype Machine. Für Last.fm-Besucher aus dem deutschsprachigen Raum bedeutet das im Klartext, dass es vorerst nur dann On-Demand-Streaming über Last.fm gibt, wenn ein Song bei The Hype Machine verfügbar ist, einem beliebten Aggregator für Musikblogs, dessen Fokus jedoch auf Musik abseits des Mainstreams liegt.

Integration von externen Songs und Videos

Last.fm hatte das On-Demand-Streaming vor gut zwei Jahren gestartet. In der heutigen Meldung verweist es auf eine angeblich im Vergleich zu anderen Funktionen der Site geringe Nutzung des Angebots. Das zum US-Medienkonzern CBS gehörende Unternehmen mit Sitz in London unterstreicht gleichzeitig, sich in Zukunft auf seine Kernkompetenz der Musikempfehlung konzentrieren zu wollen.

Fast 40 Milliarden Musikstücke haben Last.fm-Nutzer seit dem Start des Dienstes im Jahr 2005 2002 über Desktop-Musikplayer wie Winamp sowie über externe Anwendungen wie Spotify "gescrobbelt". Aus dieser enormen Datenbank generiert Last.fm seine personalisierten Musikempfehlungen.

Die Last.fm-Radiostreams bleiben weiterhin bestehen, sind jedoch seit vorigem Jahr außerhalb der USA, Großbritannien und Deutschland kostenpflichtig.

Usern in Deutschland, die auf der Suche nach einem neuen Service für kostenloses Musikstreaming sind, ist ein Blick auf simfy oder steereo zu empfehlen.

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