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22.01.09

Digitale Bücher: Dokumenten-Plattform txtr plant eigenen eBook-Reader

txtr, eine neue Dokumenten-Plattform aus Berlin, hat Großes vor: Heute präsentierte das Unternehmen einen eigenen eBook-Reader. Zusammen mit der Site und einem eBook-Shop soll die ultimative Komplettlösung für digitale Bücher und Dokumente entstehen. Realistisch oder nicht?

txtrAls ich Ende Oktober die Dokumenten-Plattform txtr vorstellte, hatte ich schon eine leise Vorahnung, dass die Berliner noch nicht alle Details ihres Vorhabens enthüllen wollten. txtr ist eine Plattform zum Speichern und Austauschen digitaler Texte, die von der noch in ihren Anfängen steckenden Digitalisierung im Buchmarkt profitieren möchte. In Kürze soll der Dienst auch einen eigenen eBook-Shop an seine Seite bekommen. Unseren txtr-Review findet ihr hier.

Heute nun hat das junge Unternehmen das fehlende Puzzleteil seiner mehr als ambitionierten Strategie geliefert: einen eigenen eBook-Reader, den txtr reader. Nicht gerade bescheiden bezeichnet das Startup sein Gerät als eine Art "hübsche Variante des Amazon Kindle" - das bisher nur in der USA erhältliche, populärste aller Lesegerät für digitale Bücher.

Unter reader.txtr.com findet sich eine Präsentation des Gadgets, das zusammen mit der txtr-Site eine mobile Komplettlösung für Dokumente und eBooks ergeben soll. Das Gerät verfügt über UMTS- und WLAN-Anbindung und lässt sich individuell mit dem persönlichen txtr-Konto synchronisieren. Über Bluetooth und den integrierten USB-Anschluss kann der txtr reader auch lokal an einen Rechner angeschlossen werden.

Auf der Produktseite wird neben dem hochauflösenden eInk-Display, einer langen Batterielaufzeit und einer benutzerfreundlichen Navigation auch eine offene Entwicklerschnittstelle (API) angekündigt, die das Bereitstellen und Installieren von externen Applikationen auf dem txtr reader ermöglichen soll. Alle technischen Spezifikationen gibt es hier .

txtr reader

Laut Business-Development-Manager Ulrik Deichsel soll der txtr reader im dritten Quartal 2009 in Deutschland, Österreich und der Schweiz in die Läden kommen. Zu den Geldgebern der Wizpac Ltd., dem Unternehmen hinter txtr, gehören Privatinvestoren aus ganz Europa, die bisher eine Million Euro in das ehrgeizige Projekt gesteckt haben. Eine weitere Finanzierungsrunde ist laut Deichsel in Planung. Gespräche mit Verlagen und Mobilfunkanbietern laufen.

Was txtr verspricht, ist nichts anderes als eine eBook-Killerapplikation. Angesichts des negativen wirtschaftlichen Klimas, des sehr ressourcenintensiven Vorhabens, sowie der Tatsache, dass der Markt für eBook-Reader in Deutschland im Prinzip noch nicht existiert und somit kräftezehrende Pionierarbeit geleistet werden muss, ist eine gesunde Skepsis gegenüber den Plänen von txtr sicher angemessen.

Gelingt es dem Startup jedoch, tatsächlich ein digitales Lesegerät mit den angekündigten Eigenschaften auf den Markt zu bringen, die Nutzerzahlen seiner Site in die Höhe zu treiben und den eBook-Shop mit möglichst vielen Verlagen und Titel an Bord zu starten - und dies alles in möglichst kurzer Zeit - dann hätte man als einer der ersten "integrierten" Anbieter die Chance, den neu entstehenden Markt digitaler Bücher entscheidend mitzugestalten.

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