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22.02.08

Der Spiegel im Vergleich: 1969 vs. 2008

Neues Experiment unserer Reihe Test: Wir vergleichen den Spiegel vom 08.12.1969 mit dem Spiegel vom 18.02.2008. Was hat sich verändert in dieser Zeit? Kurzfazit: Früher war nicht alles besser.

 

Der Einfachheit halber nennen wir in unserem Text die eine Ausgabe 69, die andere 08.

 

Allgemeiner Eindruck

38 Jahre liegen etwa zwischen den beiden Ausgaben. 69 riecht nach alten Aktenschränken, 08 nach frischer Druckerpresse, vom Format her sind beide gleich, das Papier ist dreimal geheftet, einmal von glänzenden, einmal von rostigen Heftklammern.

Zielgruppe

Auf spiegelgruppe.de heisst es unter dem Punkt " Leser ":

 

Seit vielen Jahren ist der SPIEGEL Pflichtlektüre für alle, die am politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Geschehen interessiert sind. Wie keine andere Publikumszeitschrift erreicht das Nachrichten-Magazin Entscheider und Meinungsbildner in Unternehmen, Politik und Gesellschaft sowie besonders finanzkräftige Käuferschichten.

Was den SPIEGEL-Leser darüber hinaus auszeichnet, ist die hohe Leser-Blatt-Bindung als Ergebnis journalistischer Qualität und Kontinuität. Sie drückt sich zum einen in der Abonnentenzahl aus, die fortwährend steigt und derzeit bei über 450000 Abonnenten liegt, zum anderen zeigt sie sich in der Intensität der Lektüre: Im Durchschnitt lesen die SPIEGEL-Leser ca. zweieinhalb Stunden pro Heft.

Anspruch

Auf media.spiegel.de steht:

 

Zu Recht steht der SPIEGEL in Deutschland als Synonym für "investigativen Journalismus". Wie er Sachverhalte recherchiert und seine Leser informiert - das unterscheidet ihn von allen anderen Medien im Lande.

Der SPIEGEL zeichnet sich durch gründliche Information, gute Recherche und verlässliche Qualität aus. Das Hauptaugenmerk der Berichterstattung liegt auf politischen und gesellschaftlichen Ereignissen.

Titelseite

Noch immer gleich. 69 ist etwas mehr orange, was an einer helleren Ursprungsfarbe liegen könnte, vermutlich ist es aber nur eine natürliche Vergilbung. "Porno-Welle in der Bundesrepublik" find ich als Titelunterzeile ziemlich misslungen. Ein Faux-Pas, etwa 15 Jahre vor der Erfindung der La Ola.

Verlag

69: Spiegel-Verlag Rudolf Augstein KG, Hamburg (Tel. 3 00 71)

08: Spiegel-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG, Hamburg (Tel. 040 3007-0)

Auflage

1.018.173 (Verbreitung 4/2007, gemäss IVW). Eine Entwicklung der Auflage (seit 1989 über eine Million verkaufte Auflage) kann auf media.spiegel.de (pdf-File) eingesehen werden.

Erscheinungsweise

wöchentlich

Seitenanzahl

69: 220 / 08:166

Preis

08 kaufte ich mir am U-Bahnhof Afrikanische Strasse für 3.50 Euro, 69 auf dem Flohmarkt beim Tiergarten, für 5 Euro. Runterhandeln wollten sich beide nicht, auch wenn ich es nur auf dem Flohmarkt überhaupt versucht habe. Nein, das seien Fixpreise, eine Ausgabe von 1969 sei schliesslich was wert und ausserdem käme es teurer, wenn ich mir die vom Spiegel "nachdrucken" lasse. (Tatsächlich kostet eine Bestellung eines Hefts von 1969 bei spodats.de 12 Euro.) Ich solle doch mal bei den 80er-Jahren gucken, von denen würden einzelne nur zwei Euro kosten.

Ursprünglich kostete 69 mal 1.50 Deutsche Mark. Wenn wir auf Europreis verdoppeln, kommen wir auf 7 Mark. Das wäre fast das fünffache des damaligen Preises.

Inhalt 69:

Vieles ist aus der zeitlichen Distanz schwer zu verstehen. Ich kenne die Protagonisten nicht, ich kenne die damals aktuellen Debatten nicht (oder nur ansatzweise). Darum wirkt vieles grau und langweilig. Vielleicht ist es ja grau und langweilig, weil die Medien damals alle etwas grau und langweilig waren. Wiederum liest sich jeder Inhalt spannender, wenn man einen persönlichen Bezug dazu hat.

Das Deutschland-Ressort geht bis Seite 108, es steht also viel drin über Deutschland. Zum Beispiel ab Seite 73 über "Jugendforscher" Dr. Walter Jaide, der in einer Studie über die damals aktuelle Jugend herausgefunden hat, dass sie "weniger nach linksaussen als nach extrem rechts " neigen.

Ab Seite 111 dann Ausland: Ein Text über Deutschenfurcht in Frankreich und von Seite 154 bis Seite 170 in der "Spiegel-Serie" einer der wenigen Artikel im Blatt, bei dem der Journalist bekannt ist. "Unternehmen Lautloser Tod" statt aus der Feder von Seymour M. Hersh .

Nicht vergessen sollten wir den Sport, der in läppischen fünf Spalten abgehandelt wird. Boxen und Radrennen sind die Themen. Fussball? Kein Wort.

Dafür gibt es Kultur, zu der offenbar auch die Biochemie gehört. Einen Anflug von Humor leistet sich auf Seite 183 Martin Morlock, der in einem gelungenen Text über Aggression im Strassenverkehr schreibt und das Verhalten der Autofahrer mit dem von verschiedenen Tieren vergleicht:

So wäre denn, sollte man meinen, alles wieder in bester Pecking Order: Der vorwitzig auf die Überholspur geratene VW-Welpe müßte einem herandräuenden Opel-Rüden "instinktiv" das Feld räumen, der Mercedes- nach wechselseitigem Überhol-Ritual dem BMW-Bullen Platz machen, und das beifahrende Weibchen könnte daraus selektive Konsequenzen ziehen, Leider wurde durch die Verstopfung der Fahrbahnen der intraspezifische Rivalenkampf zur Farce erniedrigt. Ähnlich dem Argusfasanenhahn, dessen Armschwingen so groß sind, daß er damit zwar Argusfasanenhennen erregen, aber kaum noch fliegen kann, hat auch der übermotorisierte Mensch keine Möglichkeit mehr, seine erworbenen Eindrucksmittel (windschlüpfige Karosserie, hohe Geschwindigkeit) sinnvoll anzuwenden, obwohl diese das menschliche Weibchen nicht minder unbelehrbar anlocken. So staut sich hinter Millionen Lenkrädern millionenfache Unlust, die dazu führt, daß man die Demutsgebärden anderer übersieht, ja, daß einen sogar das Kindchen-Schema eines Goggomobils nicht hemmt, gegen das eherne Verbot der Schädigung artgleicher Jungtiere zu verstoßen.

Inhalt 08:

Die Machtmaschine Lafontaine, das gehetzte Tier Madonna, das Turbo-Abitur, der laufende Literat, der Schatz des BND, die Familienmanager, der eigennützige Retter Warren Buffett, die Bimmelbahn in der Ölstadt, Klatschguru Michael Graeter, das letzte Gefecht von Fidel Castro, der Sieg der nackten Venus sowie Dutschke, Goebbels und Co.

So sieht der Spiegel die Welt und so sein Leser mit ihm. Das Ressort Deutschland ist kleiner geworden und erstreckt sich zwischen den Seiten 15 und 61 - einiges wurde abgezwackt an verschiedene neugeschaffene Ressorts. Sport ist nun auf fünf vollen Seiten vertreten, davon zweimal mit Fussball.

Titelgeschichte 69:

 

Meine Erwartung, eine interessante Story zu lesen, dank der ich einen Hintergrund über die Gründe dieser angeblichen "Porno-Welle" von 1969 erfahre, wurde enttäuscht. Ich kämpfe mich stattdessen durch einen langatmigen und zähen Text, der zwar ab und zu mit unbekannten Wörtern aufwartet, mich aber vor allem mit unzähligen Zahlen, Schmuggelstories und Gerichtsurteilen langweilt. Ein grosser Teil des Texts widmet sich dem Paragraph 184 des deutschen Strafgesetzbuchs und um die Frage, ob er abgeschafft werden soll oder nicht. Auch wenn Oberstaatsanwalt Kurt Janczik im Text zitiert wird, dass der Paragraph 184 "auch bei uns fallen wird - in zehn Jahren werden wir darüber lachen, wie prüde wir einmal gewesen sind" - exisitiert er 2008 noch immer, wenn auch ausführlicher (9 statt 4 Unterpunkte) und in anderer Form.

Immerhin erfährt man, wie Deutschland vergeblich mt Repression gegen den 1968 (Wort) und 1969 (Bild) liberalisierten dänischen Markt mit sexuellen Inhalten ("Produktion und Handel von Pornographie") kämpft. Entgegen den hochtechnisierten Studios im Norden läuft es in Deutschland so:

Porno-Filmstreifen werden zumeist aus Bildfolgen zusammengeschnippelt, die Amateure in ihren Schlafzimmern aufgenommen haben. Und den sogenannten "Zehnerserien" - Aktphotos, die beispielsweise in der Umgebung der Hamburger Herbertstrasse feilgeboten werden - "sieht man meistens an, dass die Modelle schon vor 30 Jahren aufgenommen" (Claussen) und dass seitdem in St.-Pauli-Wohnküchen Hunderte Male Abzüge vom Negativ hergestellt wurden.

Der ausführlich recherchierte und seriös wirkende Text aus der Feder unbekannter Verfasser, der vielleicht damals ziemlich revolutionär war, macht heute einen grauen und angestrengten Eindruck. Manchmal ist er schön lakonisch: "...etwa das Lichtspiel über den Besuch einer jungen Dame bei einem jungen Mann. Sie klettert auf den Tisch und strippt, während er die Hose öffnet; dann das Übliche."

Titelgeschichte 08:

Spiegel Titelgeschichte 08 Eine kurzfristig auf den Titel gehievte Story, die sich, wie auch Oliver Gehrs berichtet, zwar durch einige Hintergründe, aber nicht durch Bahnbrechendes auszeichnet. Besonders verwirrend diese Passage in der Hausmitteilung:

Recht vage noch waren die Hinweise, die SPIEGEL-Redakteurin Barbara Schmid im August 2007 auf eine Affäre erhielt, die sich nun zu einer der bedeutendsten in der Geschichte der Bundesrepublik auszuweiten scheint. Ermittler, hiess es damals, seien prominenten Steuerbetrügern auf der Spur, das Ausmass sei unüberschaubar. Als Fahnder vorigen Donnerstag am frühen Morgen zur Razzia im Wohnhaus und in den Büroräumen von Post-Chef Klaus Zumwinkel, 64, aufbrachen, war Schmid nicht überrascht. (...)

Hä? Seit August 2007 informiert, nicht überrascht, aber trotzdem nichts dazu geschrieben? Oder ist die Klassifizierung "die sich nun zu einer der bedeutendsten in der Geschichte der Bundesrepublik auszuweiten scheint" so gemeint, dass dieser Medienhype, wie er jetzt um Zumwinkel und andere Steuerpflichtige aufbaut, nicht absehbar war? Ist es denn so, dass die Bedeutung einer Affäre etwas damit zu tun hat, wieviele Medien darum Wind machen? Offenbar...

Sieht für mich fast so aus, als wären die beiden neuen Chefs noch nicht eingespielt. Dieser Titelgeschichte hätte es wohl gut getan, wenn man damit noch einige Wochen gewartet hätte. Man fragt sich vor allem, warum denn für den Spiegel, wie es das Medienmagazin Zapp rapportiert, die Hausdurchsuchung auf Donnerstag vorgezogen werden musste.

Highlights 69:

Spiegel TaxigeschichteSeite 33: Klaus Dieter Arndt, 42, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, ohrfeigt in Berlin den Taxifahrer Wolfgang Lubitz, 33. So berichtet es die B.Z., so berichtet es der Spiegel. Lesenswert ist vor allem der Grund:

 

Über das Vorspiel des Berliner Handstreichs gibt es bisher nur die Version des Droschkenkutschers, der die Polizei und Springers Boulevard-Blatt "BZ" eilends informierte. Danach hatte Arndt, der am selben Tag noch zur EWG-Gipfelkonferenz nach Den Haag reisen wollte, versucht, das Taxi von der Strassenseite her zu besteigen. Fahrer Wolfgang Lubitz verwies - wie bei Berliner Fahrunternehmern üblich - auf einschlägige Vorschriften und forderte seinen Fahrgast auf, vom Trottoir aus zuzusteigen. Als der verärgerte Arndt ihn noch zur Eile antreiben wollte, entstand ein lebhaftes Gespräch, das der Staatssekretär schliesslich mit einer Watschen würzte. Arndt fuhr dann mit sienem Privatwagen davon und wurde unterwegs von einem alarmierten Funkstreifenwagen gestellt. (...)

Journalisten konzedierte Arndt berechtigtes Interesse an der Affäre: "Das ist eine Meldung vom Kaliber 'Mann beisst Hund'."

Highlights 08:

Spiegel Haruki MurakamiAm Besten gefällt mir das Interview mit dem japanischen Schriftsteller Haruki Murakami, das online absurderweise nur in Englisch verfügbar ist. In klaren, einfachen Sätzen spricht er über das Laufen und das Schreiben, so, dass es sogar für Leute, die weder laufen noch schreiben, interessant ist. Zum Schluss des Gesprächs verrät er dem Reporter Maik Grossekathöfer, was auf seinem Grabstein stehen soll: "Zumindest ist er nie gegangen". Beziehungsweise: "At least he never walked."

Leserbriefe 69:

Stattliche zehn Seite "Briefe" sind am Anfang von 69 zu lesen, wobei auf den meisten Seiten nur eine Spalte damit gefüllt ist, der Rest ist Werbung. Davon zwei von "stud. rer. pol."s, einer von einem Junglandwirt, einer von den Rollei-Werken, einer von Josef Ertl, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, einer von Dieter Lattmann und einer von Dr. Dr. h.c. Bernhard Grzimek. Er schreibt:

"Dass der Grzimek auf seinen Südamerika-Fahrten nie etwas von den Indianermorden gemerkt hat", bemängelt Herr Walter Kempowski. "Deutsche Professoren, so scheint es, interessieren sich mehr für Tiere als für Menschen". In der letzten Auflage meines Buches "Unsere Brüder mit den Krallen" ist ein ausführliches Kapitel "Reichtum aus verstümmelten Indianern" enthalten. Ebenso habe ich einen Aufsatz ähnlichen Inhalts in der "Zeit" veröffentlicht. Ich bin, so glaube ich, der erste, der in jüngerer Zeit auf diese Greueltaten hingewiesen hat.

Leserbriefe 08:

Vier Seiten "Briefe", die aber halb bis ganz gefüllt. Einer von einem Prof. Dr., zwei von einem Dr., einer von Renate Schmidt, Bundesministerin a. D., die anderen Leserbriefschreiber sind, mir jedenfalls, unbekannt.

Sex-Appeal

69 hat in etwa das Sex-Appeal einer grauen Betonwand, 08 das einer etwas bemalten Betonwand. Wichtige Gedanken und Analysen müssen aber gar kein Sex-Appeal haben - sie können den Leser mit ihrer Brillanz befriedigen.

Werbung 69:

Spiegel Rolex

Ich glaube, wenn überhaupt etwas auffällt, dann ist es die Zugepflastertheit von Werbung bei 69. Da sozusagen in jeder Werbung auch noch endlos viel zu lesen ist, wirkt das sehr vereinnahmend. Und dann auch die Produkte und die Sprüche. Einige Beispiele:

 

Spiegel Stern WerbungDer Mark S712 von Eumig lässt die stummste Arena toooben.

Sie werden sich an die Pipette gewöhnen wie an die Zahnbürste und den Rasierapparat. Jeden Morgen werden Sie ein bestimmtes Quantum NEO-Silvikrin auf der Kopfhaut verteilen und es gründlich einmassieren (besonders da, wo das Haar sich schon lichtet). (...)

Der nächste Frühling wird aus Kunststoff sein. Erleben Sie ihn - es wird aufregend sein, wenn Kunststoff voll erblüht. Das Kunststoff-Zeitalter steht vor der Tür. (... - Krauss-Maffei München, Geschäftsbereich Kunststoffmaschinen)

6, 5, 4, 3, 2, 1 - Startklar zum Rasieren in 6 Sekunden. Raketenschnell: Die glatte, sanfte, hautschonende Palmolive-Sofort-Rasur. Jede Dose reicht für 100 raketenschnelle Rasierstarts.

Denken Sie doch mal an die bunten Blümchen, die Degussa auf Email-Kochtöpfen für Sie blühen lässt.

Wenn Sie morgen die Concorde fliegen müssten, Sie würden eine Rolex tragen!

Soweit die Highlights der Werbetexter der 60er-Jahre. Und das war jetzt alles bis Seite 63 zu finden, weiter hinten ist noch viel mehr.

Richtig erfrischend wirkt die massive Alkohol- und Zigarettenwerbung. Sogar für Stereoanlagen wird mit der Zigarette in der Hand geworben.

Werbung 08:

Spiegel Werbung ARDFrischere Bilder, weniger Text, Beilagen. Auch hier ein paar Zitate - soviel hat sich gar nicht geändert:

 

Alpecin Coffein-Shampoo: Doping für die Haare. Nur für die Haare!

Schon entdeckt? Auch in dieser Anzeige ist ein Pferdeapfel versteckt nur als kleiner Hinweis auf unsere Produktivität. Und weil bei Innovationen genau wie bei Pferdeäpfeln gilt: Richtig gut ist es erst, wenn's rund ist. (innovatives-niedersachsen.de)

Wenn Musik sichtbar wäre, würde sie aussehen wie der neue Ford Focus.

Der Stellenmarkt der Süddeutschen Zeitung ist der ideale Karrierebegleiter für alle, die sich einer neuen Herausforderung gewachsen fühlen. (...) Süddeutsche Zeitung. Wer sie liest, sieht mehr.

Viel besser als anno 69? Ich weiss nicht. Werbung, eine Kreativbranche? Ich weiss nicht.

Fazit

Es handelt sich auch im Abstand von fast vierzig Jahren immer noch um das selbe Produkt. Die Bildunterzeilen sind im selben Stil verfasst, einzelne Rubriken haben sich gehalten. Die Ressorts Deutschland, Ausland, Sport und Kultur haben sich gehalten, dazugekommen sind Gesellschaft, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft / Technik.

Die Texte sind attraktiver geworden, die Qualität konnte gehalten werden. Brandneue journalistische Formen wie das "Interview" lockern das Magazin auf, farbige Bilder gibt es nun auch im Inhalt und nicht nur bei der Werbung. Weniger Werbung macht die Lektüre insgesamt angenehmer. Die Meinung, dass Ende der 60er sowieso alles besser war als heute, kann ich im Fall des Spiegels nicht teilen. Der war grauer, langweiliger, eintöniger als heute. Und die paar Wörter in 69, welche heutige Journalisten heute gar nicht mehr kennen, geschweige denn einzusetzen fähig sind, können diesen Befund auch nicht mehr retten.

Bewertung

69: 7/10 Punkten

08: 8/10 Punkten

Spiegel Hohlspiegel Rückspiegel 69

Spiegel Hohlspiegel Rückspiegel 08

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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