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09.12.11

Der Journalist als Marke: Wie Facebooks Abonnieren-Button die Autoren stärkt

Facebook stellt seinen im September eingeführten Abonnieren-Button ab sofort zum Einbau in externe Websites zur Verfügung. Medienangebote, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, geben Autoren die Gelegenheit, Leser dauerhaft an sich zu binden.

 

Die Bindung der Nutzer an einzelne Medienmarken nimmt ab, während parallel immer mehr Journalisten selbst zur Marke werden . Dieser sich lange abzeichnende Trend, der durch den Bedeutungsverlust des Printmediums, durch auf algorithmischen und Freundes-Empfehlungen basierenden, von spezifischen Verlagsangeboten losgelösten Informationsbeschaffungsinstrumenten der digitalen Welt sowie dem Vorhandensein von Onlinetools zur Vernetzung vorangetrieben wird, erhält mit Facebooks in der Nacht vorgestelltem Abonnieren-Button für Websites neuen Nahrung.

Mitte September präsentierte Facebook Nutzern die neue Funktion des Abonnierens von öffentlichen Status-Updates. Seitdem ist nicht mehr unbedingt eine beidseitig akzeptierte Freundschaft notwendig, um sich über das Befinden von Facebook-Kontakten per Newsfeed auf dem Laufenden zu halten - vorausgesetzt, eine Person hat das Abonnieren-Feature aktiviert und publiziert öffentliche Status-Updates.

Mit dem Abonnieren-Button für Websites erweitertet das soziale Netzwerk nun die Funktionalität um eine logische Komponente: Jeder Website- oder Blogbetreiber kann Besuchern das direkte Abonnieren der öffentlichen Status-Updates einer Person bei Facebook mit einem einzigen Klick erlauben (sofern diese bereits bei Facebook eingeloggt sind).

Nachrichten- und Medienangebote, die von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machen, tun ihren bei Facebook vertretenen Autoren damit einen enormen Gefallen. Denn anders als beim Abonnieren der Facebook-Seite der jeweiligen Zeitungs- oder Verlagsmarke entsteht durch das neue Feature eine Bindung der Leser an einzelne Autoren und deren größtenteils private Facebook-Profile, nicht an deren Arbeitgeber.

Das Nachrichtenmagazin Forbes gehört zu den Launchpartnern der im Englischen "Subscribe" genannten Option. Direkt unterhalb des Autorennamens erscheint nun die Schaltfläche "Abonnieren", wie beispielsweise hier. Für bei Facebook eingeloggte Anwender reicht ein Klick, um künftig die öffentlichen Aktualisierungen der jeweiligen Person über Facebook zu erhalten - auf die Forbes selbst keinen Einfluss haben dürfte.

Wie bereits zum Launch des Abonnieren-Buttons vor zweieinhalb Monaten angemerkt, eifert Facebook mit dieser Funktion seinem stetigen, im Gegenzug fleißig Facebook nachahmenden Kontrahenten Twitter und dessen Follow-System nach. Der Abonnieren-Knopf für Websites ist da keine Ausnahme: Seit Mai stellt Twitter den Follow-Button für Betreiber von externen Webangeboten bereit.

Eine verbreitete Integration dessen in die Sites der Publikumsmedien ist mir allerdings bisher nicht aufgefallen (was sich aber bei einem bewussten Augenmerk darauf sowie einem Blick auf vornehmlich US-Sites ändern könnte). Im Angesicht der Tatsache, dass Facebook acht Mal so viele aktive Nutzer wie der Microbloggingdienst und damit auch eine theoretisch deutlich größere Reichweite für Journalisten und andere Medienschaffende besitzt, ist der jüngste Schritt mitunter noch bedeutungsvoller als Twitters Follow-Button.

Die Entscheidung darüber, ob Mediensites ihren Autoren die Möglichkeit einräumen, mit der Unterstützung der jeweiligen Marke eine Anhängerschaft aufzubauen, die sie bei einem Arbeit- oder Auftraggeberwechsel problemlos mitnehmen können, obliegt letztlich dem jeweiligen Medium. Gerade weil für die Presseverlage das Selbstmarketing von Journalisten auf breiter Front und der damit einhergehende Gewinn von Einfluss ungewohnt ist, werden sich im deutschen Raum die meisten Nachrichtenangebote vermutlich davor drücken, den Abonnieren-Knopf neben die Autorennamen zu setzen.

In Zukunft könnte die Schaffung von Sichtbarkeit für die Autorenmarken aber zu einer Selbstverständlichkeit werden, die von der schreibenden Zunft und anderen Medienschaffenden von ihren Arbeit- oder Auftraggebern schlicht erwartet wird. Mit dem Abonnieren-Button bietet Facebook hierfür ein ideales Mittel.

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