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09.09.08

"Das ist Korruption": Blocher greift Ringier an

Ghostwriter, so der Vorwurf des Schweizer Oppositionspolitikers Christoph Blocher, hätten im Auftrag des Ringier-Verlags Reden für Bundesräte geschrieben – die dann in den eigenen Medien gelobt wurden.

In seinem wöchentlich erscheinenden Videoblog erzählt der ehemaliger Schweizer Justizminister Christoph Blocher diese Woche, wie er 1979 als neu gewählter Parlamentarier von Frank A. Meyer zum Essen eingeladen wurde (ab Minute 16). Meyer habe ihm damals Unterstützung der Publikationen des Ringier-Verlags zugesichert, wenn er diese oder jene politische Position einnehmen würde.

Ab Minute 17 wirft er dem Ringier-Verlag Korruption vor:

Ich habe gesehen, was für Sachen passiert sind in Bern mit dieser Politik. Das ging soweit, dass Reden von Bundesräten im Ringier-Konzern geschrieben wurden. Und als dann diese Reden gehalten wurden, musste am nächsten Tag der Blick sagen, es sei eine grossartige Rede gewesen. (...) Das ist Korruption für mich.

Auf die Frage von Matthias Ackeret, ob Frank A. Meyer diese Reden geschrieben habe, sagt Blocher:

Ich weiss nicht, ob er die selber geschrieben hat, jedenfalls kommen sie aus seinem Verlag. Die Ghostwriter kamen von dort.

Starke Vorwürfe an den grössten Verlag der Schweiz. Der Pressestelle von Ringier haben wir dazu einige Fragen zukommen lassen. Wir werden die Stellungnahme veröffentlichen (wenn wir denn eine kriegen).

Das gesamte, in schweizer Dialekt geführte Interview kann man sich auf teleblocher.ch ansehen. Oder gleich hier:

 

Christoph Blocher über das Comeback in Bern - kewego

Update am 09.09.2008, 15:40 Uhr: Eine Antwort von Ringier ist eingetroffen, von Stefan Hackh, Leiter Kommunikation Ringier Schweiz. Hier die drei von medienlese.com gestellten Fragen und die Antwort von Ringier:

Fragen:

1. Treffen die Vorwürfe von Christoph Blocher, dass Ringier-Mitarbeiter oder von Ringier Beauftrage als Ghostwriter für Bundesräte agieren, zu?

2. Falls die Vorwürfe zutreffen: Welche Ringier-Mitarbeiter oder von Ringier Beauftrage und welche Bundesräte sind davon betroffen?

3. Falls die Vorwürfe zutreffen: Ist das eine gängige Praxis des Ringier-Verlags?

Antwort:

Journalisten von Ringier schreiben keine Reden für Bundesräte.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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