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01.03.11

cuisini: Online-Tischreservierung mit einem Hauch Groupon

Mit cuisini können Freunde kulinarischer Erlebnisse online Tische bei ausgewählten Restaurants reservieren und sich einen 30-prozentigen Rabatt auf die gesamte Rechnung sichern.

 

Manchmal kann die Kombination von zwei erfolgreichen Geschäftsmodellen zu einem äußerst spannenden, neuen Produkt führen. Nehmen wir beispielsweise ein zentrales Portal zur Bestellung von Tischen bei Restaurants, wie es OpenTable in den USA sehr erfolgreich anbietet, sowie einen Dienst für zeitlich begrenzte Rabatte wie Groupon.

Für beide Unternehmen läuft es in wirtschaftlicher Hinsicht sehr erfreulich. Doch was kommt wohl dabei raus, wenn ein Startup versucht, beide Prinzipien miteinander zu vereinen? cuisini, ein junger Webservice aus Heidelberg, wagt genau dieses Experiment. Das Resultat könnte, sofern es sich skalieren lässt, die hiesige Restaurantlandschaft verändern.

cuisini erlaubt hungrigen Konsumenten, Tische bei mit cuisini kooperierenden Gaststätten zu reservieren. Die Besonderheit: Bei einer erfolgreichen Buchung erhalten Freunde kulinarischer Genüsse einen Rabatt von 25 - 30 Prozent auf die gesamte Rechnung, Getränke inbegriffen. Der Preis, den Nutzer dafür zahlen: 2,50 Euro pro Person, für die vorbestellt wurde.

Wer also für Samstag einen Tisch für vier Personen im Restaurant XY reserviert, zahlt vorab zehn Euro, erhält nach dem eingenommenen Mahl jedoch einen Nachlass von einem Viertel oder fast einem Drittel auf die Gesamtrechnung. Je mehr man isst, desto größer ist der durch cuisini eingesparte Betrag.

cuisini

Seit dem 22. Februar befindet sich cuisini im Netz und richtet sich derzeit ausschließlich an Kundschaft im Raum Frankfurt/Main, wo der Dienst mit einer Handvoll Restaurants zusammenarbeitet, bei denen über den Service ein Tisch reserviert werden kann. München, Berlin, Hamburg und Köln sollen in Kürze als cuisini-Regionen folgen.

Während die Vorzüge von cuisini für die Gäste offensichtlich sind, benötigt der Heidelberger Dienst der vier Gründer Christian Wiens, Philipp Maier, Ronaldo Nito Yamamoto und Tobias Böcker natürlich eine gute Argumentation, um die anvisierten Einrichtungen der gehobenen Gastronomie zur Partizipation zu bewegen.

"In einem Markt, der Restaurants mit Gutscheinheften und Rabattanbietern überschwemmt, eröffnet cuisini die Möglichkeit, freie Tische gezielt zur Neukundenakquise einzusetzen. Gleichzeitig helfen wir unseren Partner-Betrieben ihre Auslastung kontrolliert zu verbessern,“ beschreibt Mitgründer Christian Wiens den Nutzen des Angebots für Restaurants.

Wie bei allen Ansätzen, die Kundschaft über signifikante Preisnachlässe anzusprechen versuchen, wird auch das Konzept von cuisini Kritiker finden. Ähnlich wie bei Groupon, DailyDeal und anderen Rabattdiensten existiert die Gefahr, dass in erster Linie Schnäppchenjäger von den Angeboten Gebrauch machen. Diese lassen sich nur schwer in regelmäßige Stammkunden konvertieren.

Dennoch verfolgt cuisini eine interessante Idee, mit der Gastronomen nicht nur die Auslastung erhöhen können, sondern dank der Reservierungsfunktion sogar genau wissen, wann die Gäste eintreffen werden.

Das in den USA erfolgreiche OpenTable konnte in Deutschland trotz einer lokalen Präsenz bisher keine großen Wellen schlagen. Auch Anbieter wie Bookatable oder reserviermich.de bieten die Möglichkeit, Tische bei ausgewählten Gaststätten zu sichern. Die Verbindung mit Rabattelementen in der von cuisini gewählten Art scheint aber in Deutschland ein Novum zu sein. Mit VillageVines gibt es einen US-Dienst, der ein ähnliches Prinzip verfolgt, sich aber eher als geschlossener "Shopping Club" für Genießer positioniert. Bei BlackboardEats.com erhalten User ebenfalls kräftige Rabatte für Restaurantbesuche, können aber nicht direkt online einen Tisch reservieren.

Viel hängt davon ab, wie schnell cuisini seine Verfügbarkeit auf andere Regionen ausweiten und die Zahl teilnehmender Restaurants erhöhen kann. Sobald erste Anzeichen dafür erkennbar sind, dass cuisinis Rechnung aufgeht, wird die Konkurrenz über ähnliche Schritte nachdenken. Für ein kleines Startup ohne großes Vertriebsnetz kann es da schnell eng werden.

Link: cuisini

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