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10.04.13

Casual Dating: Lovoo wächst rasant

Für die erste Million Nutzer benötigte die Casual Dating App Lovoo anderthalb Jahre. Drei Monate später knacken die Dresdner die Marke von zwei Millionen Mitgliedern und sehen sich als Marktführer in Deutschland. Nun wird die USA in Angriff genommen.

Bei netzwertig.com haben wir eine Schwäche für Startups, die ihre Wachstumszahlen nicht wie Staatsgeheimnisse behandeln, sondern transparent Auskunft über die Entwicklung von Nutzern und anderen Metriken geben. Meist ist eine derartige Bereitschaft ohnehin nur bei erfolgreichen Diensten zu beobachten. Wer nicht die erhofften Fortschritte macht, behält das in den meisten Fällen lieber für sich. Keinen Grund zur Geheimnistuerei hat das Dresdner Startup Lovoo. Wir berichteten Ende Januar über die gleichnamige Casual Dating App des Unternehmens, die uns nicht nur wegen eines ansehnlichen Wachstums aufgefallen war, sondern auch aufgrund ihres Bestrebens, auf die üblichen ethisch fragwürdigen Praktiken von Datingapps zur Nutzerakquisition und Konversionssteigerung zu verzichten. Zumindest finden sich bei Google im Gegensatz zu den meisten gängigen Flirt-Apps noch keine Häufungen von Nutzerbeschwerden, was Lovoo angeht.

Gegründet wurde Lovoo bereits 2011 von Benjamin Bak, Alexander Friede sowie ganzen sechs weiteren Co-Foundern. Vor einigen Monaten erst gelang es den Sachsen, den berühmten Tipping Point zu erreichen und exponentielle Zuwächse bei der in der Basisversion kostenfreien iOS-, Android- und Browser-Anwendung zu generieren: Kurz vor Weihnachten verzeichnete die junge Firma ihren millionsten registrierten Nutzer. Rund anderthalb Jahre vergingen bis zu diesem Meilenstein. Die zweite Million ist üblicherweise deutlich schneller erreicht - bei Lovoo jedoch ging es außerordentlich schnell: Zu Ostern und damit nur etwas mehr als drei Monate später registrierte sich das zweimillionste Mitglied. Um 29 Prozent steigt die Nutzerzahl durchschnittlich pro Monat, so das nicht ohne Stolz hervorgetragene Resumé der Dresdner. Im Januar stammten laut Unternehmensangaben 66,9 Prozent aller in Deutschland heruntergeladenen mobilen Dating-Apps aus dem Hause Lovoo. 825.000 Nutzer verwenden Lovoo mindestens einmal monatlich, 380.000 loggen sich täglich ein und versenden 2,4 Millionen Nachrichten pro Tag. Bei der Plattformverteilung halten sich iOS mit 1.120.000 Downloads und Android mit 1.640.000 Downloads die Waage. Bei den nutzerstärksten Städten liegt Berlin vor Hamburg und München. Auf dem vierten Rang landet mit Wien eine österreichische Metropole, und immerhin auf Platz sechs platziert sich New York.

Da sämtliche Zahlen direkt von dem Startup stammen, empfiehlt sich eine externe Überprüfung. Im deutschen App Store belegt Lovoo nach wie vor den vierten Platz in der Kategorie Social Networks, hinter Skype, Viber und Facebook Messenger, aber vor Facebook, Twitter, Tumblr und Xing - und weit vor Konkurrenten wie Zoosk, Let's Date oder Jaumo. Die App-Store-Historie von AppAnnie zeigt eine konstante Präsenz in dieser Spitzengruppe. Auch in Österreich und der Schweiz befindet sich Lovoo in den Top 10 bei den sozialen Netzwerken. Knapp 22.000 weitgehend positive Bewertungen im App Store und fast 30.000 Bewertungen bei Google Play deuten an, dass die Anwendung tatsächlich eine weite Verbreitung gefunden hat. Insofern gibt es wenig Grund, den von Lovoo kommunizierten Zahlen zu misstrauen.

Innerhalb von drei Monaten die Anwenderzahlen auf hohem Niveau zu verdoppeln, ist für eine mobile App aus Deutschland ein nicht gerade alltägliches Ereignis. Für 2013 wollen die Dresdner auch die Internationalisierung vorantreiben, auf dem SXSW-Festival hätten die Gründer Gespräche zu Expansionsplänen geführt, ließ uns Lovoo wissen. Im deutschsprachigen Markt zur tonangebenden Casual-Dating-App aufzusteigen, ist eines. Dieses auf der anderen Seite des Atlantiks nochmals zu wiederholen, wäre ein echtes Kunststück. Denn abgesehen von den hier gewonnen Erfahrungswerten beginnen die Sachsen dort - und in jedem anderen ausländischen Markt - wieder bei null. /mw

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