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14.08.08

BuddyPress: Soziale Netzwerke via WordPress

Mit BuddyPress lassen sich Installationen von WordPress MU in soziale Netzwerke verwandeln. Das CMS WordPress könnte sich dadurch mittelfristig durchaus in eine ernstzunehmende Plattform im Kampf um den sozialen Graphen transformieren.

Anfang März diesen Jahres übernahm Automattic, die mit etwa 30 Millionen Dollar nicht schlecht finanzierte Firma von WordPress-Mastermind Matt Mullenweg, ein kleines Stealth-Startup namens BuddyPress mitsamt dessen Gründer Andy Peatling. Über BuddyPress war nicht viel bekannt. Das Einzige, was man der Startseite entnehmen konnte, war, dass es eine Installation von WordPress MU in ein soziales Netzwerk transformieren wird.

Mullenweg schrieb damals über die Skalierbarkeit von Wordpress MU und die Möglichkeiten, dieses mit BuddyPress in die soziale Zukunft zu führen:

It’s clear that the future is social. Connections are key. WordPress MU is a platform which has shown itself to be able to operate at Internet-scale and with BuddyPress we can make it friendlier. Someday, perhaps, the world will have a truly Free and Open Source alternative to the walled gardens and open-only-in-API platforms that currently dominate our social landscape.

Seit ein paar Tagen liegt BuddyPress nun in einer öffentlich zugänglichen Version vor. Guter Zeitpunkt einen frühen Blick darauf zu werfen:

buddypress screenshots

Screenshot via buddypress.org

BuddyPress besteht im Grunde nur aus einigen WordPress-Plugins, die bestimmte Features bereitstellen und die – auch mit allen anderen Plugins – beliebig kombiniert werden können. Die Grundplugins beinhalten wenige Überraschungen:

  • Extended Profiles – hier kann beliebig definiert werden, welche Informationen von Mitgliedern ausgefüllt werden müssen bzw. können
  • Personal Blog – jedes Mitglied bekommt sein Blog
  • Private Messaging – Mitglieder können sich gegenseitig Nachrichten schicken, jedes Mitglied hat seine eigene Inbox, usw.
  • Friends – wie überall können sich Mitglieder gegenseitig befreunden, es gibt Freundeslisten, etc.
  • Groups – Mitglieder können eigene Gruppen anlegen und diese individuell verwalten.
  • The Wire – ein Gästebuch bzw. eine Message Wall
  • Status Updates – der eigene Status kann kontinuierlich aktualisiert werden, wenn man will werden sie in den eigenen Aktivitätenstrom syndiziert.
  • Albums – Photoalben für alle Mitglieder

Alle Plugins sind noch in sehr frühen Versionen, aber Wagemutige und Entwickler können schon jetzt damit herumspielen.

Fazit

Die Strategie von WordPress / Automattic ist natürlich genial. Die Zeiten, in denen gutes Timing und eine noch nicht erschlossene Zielgruppe ausreichte, um ein soziales Netzwerk hinreichend populär zu machen, sind schon lange vorbei. Auch grössere Initiativen – etwa Googles Open Social – entwickeln nicht einmal den Funken eines Momentums. Doch Möglichkeiten gibt es immer und WordPress könnte einer jener Ankerpunkte sein, die den sozialen Graphen weg von den Meganetzwerken und näher an sich binden könnten.

Anders als bei sozialen Netzwerken, auf denen man immer nur Gast unter deren Nutzungsbedingungen ist, besteht zum eigenen Blog ein viel höheres Identifikationspotential. Viel besser also, wenn man Social-Networking-Features gleich direkt bei sich integriert. Gleichzeitig gibt es aber mit WordPress.com eine alle Einzelnetzwerke vereinigende Meta-Plattform, die als übergeordneter Kleister fungieren könnte.

(Gefunden bei thenextweb)

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