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20.12.11

BoxCryptor: Dropbox-Verschlüsselung für die Masse

Das Augsburger Startup Acomba bietet mit BoxCryptor ein Verschlüsselungstool für Cloud-Dienste, das für die Nutzung mit Dropbox optimiert wurde und besonders einfach zu bedienen ist.

Dass Dropbox von der netzwertig.com-Leserschaft zum zweiten Mal in Folge zum Onlineservice des Jahres gewählt worden ist, unterstreicht nicht nur die Popularität des US-Speicherdienstes, sondern auch, wie sehr Lösungen zum Speichern von Daten in der und Synchronisieren über die Cloud mittlerweile zum digitalen Alltag vieler Menschen gehören.

Gleichzeitig stellt sich damit auch verstärkt die Frage nach der Sicherheit dieser Daten - erst recht im Falle von Dropbox, das 2011 in dieser Hinsicht einige Negativschlagzeilen produzierte. Für wen der Wechsel zu einem Anbieter mit clientseitiger Verschlüsselung (wie z.B. Wuala) keine Alternative ist, der kann mit einer zusätzlichen Verschlüsselungssoftware dafür sorgen, dass sensible Daten auch in der Cloud vor unbefugtem Zugriff sicher sind.

Das Augsburger Startup Acomba hat mit BoxCryptor ein Tool entwickelt, das die sichere Speicherung von Daten in der Cloud ermöglichen soll, ohne dabei von Nutzern unzumutbare Kompromisse einzufordern.

Die in der Basisversion kostenlose, für Windows, Mac und Linux angebotene Software erlaubt es Anwendern, in wenigen Schritten und ohne Vorerfahrung ein lokales virtuelles Laufwerk anzulegen, das anschließend sämliche darin platzierten Daten "on the Fly" im AES-256-Standard verschlüsselt. BoxCryptor ist nicht an einen bestimmten Cloudanbieter gebunden, aber richtet sich primär an Dropbox-Nutzer. Als ich das Tool installierte, erkannte es, dass Dropbox bereits auf meinem Rechner vorhanden ist, und bot mir an, sämtliche in meiner virtuellen BoxCryptor-Harddisk abgelegten Dateien nach der Verschlüsselung direkt in einen speziellen Dropbox-Ordner zu transferieren.

Solange Anwender das Passwort für die Entschlüsselung besitzen, können sie auch von verschiedenen Rechnern auf ihre mit BoxCryptor verschlüsselten, in der Cloud gelagerten Daten zugreifen - sofern sie zuvor die Software installiert haben. Angeboten wird zudem eine Android-App, die den direkten Zugriff auf bei Dropbox abgelegte, mit BoxCryptor verschlüsselte Dateien gewährt.

Technisch versierten Nutzern könnte BoxCryptor zu simpel und wenig anpassbar erscheinen. Das von Robert Freudenreich entwickelte Verschlüsselungswerkzeug spricht vor allem die an, denen fortgeschrittene Lösungen wie TrueCrypt zu kompliziert sind, und die auch von ihrem Smartphone aus auf die verschlüsselten Daten zugreifen können möchten.

Mit etwas besseren Erklärungen und verschiedenen Sprachversionen (derzeit gibt es die Site und den Dienst nur auf Englisch) könnte sich BoxCryptor als das Verschlüsselungstool für die breite Masse empfehlen. Noch ist sich diese zwar der Problematik kaum bewusst, aber mit ein wenig Aufklärung und zielgerichteter Pressearbeit kann sich dies schnell ändern. Eine unbegrenzte Version für Privatpersonen kostet einmalig 14,99 Euro, eine Firmenvariante 34,99 Euro.

Link: BoxCryptor

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