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15.04.09

Blogger-Protest: Facebook schmeißt Nazis raus

Zensur bei Facebook! Beim größten Social Network der Welt treffen sich auch Nazis – eine Bloggerin sammelte Beispiele, jetzt reagiert Facebook und löscht Dreck.

Nazi-Müll auf Facebook (Screenshot)

In diesem Jahr haben sich im Schnitt eine halbe Millionen Menschen pro Tag bei Facebook angemeldet – und nicht wenige dürften aufgrund überbordender Funktionen, Meldungen und Zeugs an der Website verzweifeln, was aber eine ganz andere Geschichte ist. Jedenfalls treffen sich auf Facebook Abermillionen Menschen und verändern die Welt, wie es Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gerne ausdrückt. Und wie das nunmal mit der Größe so ist: Es finden sich dunkle Ecken im Fotojahrbuch der Onlinewelt. Nazis treffen sich in SS-Freundesgruppen und werden Fan von Nazi-Größen.

Eine Liste mit 200 Beispielen hat Bloggerin Lanu in einem offenen Brief gesammelt , in dem sie Facebook rechtliche Schritte androht, sollten die entsprechenden Seiten nicht gelöscht werden. Jetzt reagiert Facebook und löscht offenbar die angeprangerten Nazi-Gruppen und Führer-Profile. Besonders pikant an der ganzen Angelegenheit: Zu den NS-Gruppen und Braunsumpf-Fans wird Werbung eingeblendet – von namhaften Firmen, die über die Nazi-Connection wenig erfreut sein dürften.

Dass auf Facebook, wo ohnehin ein Großteil der rüber 800 Mitarbeiter mit Aufpassen und Nutzer-Support beschäftigt ist, derartige Gruppen und Profile existieren können, liegt auch an den übrigen Nutzern selber. Schließlich gibt es eine Verpfeif-Funktionen, einen "Melde"-Button, mit dem die Community-Müllabfuhr herbeigerufen werden kann. Auch in der virtuellen Welt heißt es: Aufstehen und laut sein gegen Nazis.

Denn das sich der braune Mob auf der Plattform einnisten kann, ist auch eine Folge der Funktionsweise von Facebook, wo eben nicht jede Nachricht vor der Veröffentlichung freigeschaltet werden muss. Das wäre personell nicht zu leisten und auch nicht wünschenswert. Dass den Facebook-Mitarbeiter bei ihren Streifzügen durch ihre immer voller werdenden Viertel nicht immer alles sofort ins Auge springt, sondern sie auf die Mithilfe der Community angewiesen sind, ist klar.

Nazis bei Facebook, so unerträglich und widerlich sie auch sind, wären erst dann ein Skandal, wenn sie geduldet werden würden. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.

Zum Thema:

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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