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15.02.17

Automotive

Autonom fahrende Autos: Die Deutschen sind dem Thema aufgeschlossen

Jürgen Kroder

Eine aktuelle Umfrage zeigt, was die Bundesbürger über selbstständig agierende Fahrzeuge denken. Trotz mancher Bedenken ist die Stimmung sehr gut.


Tesla Model S (Bild: Tesla)

Was denken die Deutschen über autonome Autos?

Was viele Jahre als Zukunftstraum galt, wird immer mehr zur Realität: selbständig fahrende Autos. Das Thema steckt noch in den Kinderschuhen, gilt aber als Markt der Zukunft. Bis ganze Flotten von sogenannten Robo-Taxis durch unsere Städte fahren, werden sicherlich noch einige Jahre vergehen. Die Deutschen machen sich aber trotzdem schon jetzt einige Gedanken dazu – und die fallen größtenteils positiv aus.

Wie der IT-Branchenverband Bitkom in einer repräsentativen Umfrage herausfand, ist ein Großteil der Bundesbürger den autonom agierenden Autos gegenüber aufgeschlossen. Laut der Erhebung erwarten 44% durch die neue Technologie einen besseren Verkehrsfluss, 40% gehen von einem geringeren Verbrauch aus, 34% erwarten mehr Sicherheit im Straßenverkehr, 27% hoffen auf mehr Sicherheit für die Auto-Insassen und 25% freuen sich darauf, beim Autofahren mehr Zeit für andere Dinge zu haben. Letztgenannter Punkt kommentiert Achim Berg, Bitkom-Vizepräsident, so: „Das Auto, das von alleine fährt – das klang vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction. Heute denken wir darüber nach, wie man die gewonnene Zeit nutzen kann, wenn der Autopilot das Steuer übernimmt.“

Angst vor technischen Problemen und Hackern

Doch die Deutschen äußern auch Bedenken. „Damit autonome Autos Akzeptanz finden, müssen sie ein Höchstmaß an Sicherheit garantieren“, so Berg. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: 63% der Befragten haben Angst vor technischen Problemen, 61% vor Hacker-Angriffen und 52% vor der unbefugten Weitergabe ihrer Daten. Zudem denkt rund ein Drittel, dass selbstständig fahrende Vehikel Gefahrensituationen schlechter als Menschen einschätzen können.

Damit einher geht auch die große Frage, wen die computergesteuerten Autos schützen sollen: 43% wollen den Fahrzeuginsassen einen Vorzug geben, 40% denken, die anderen Verkehrsteilnehmer sollten vorrangig geschützt werden. Nur 4% wünschen sich, dass diese Entscheidung dem Zufall überlassen wird. 

Können deutsche Autobauer eine führende Rolle bei autonomen Autos einnehmen?

Mit Blick auf die Bundestagswahl fordert der Bitkom unter anderem, dass gesetzliche Haftungsfragen beim autonomen Fahren zügig zu klären und keine unnötige Regulierung einzuführen, die diese Technologie ausbremsen könnte. Zudem seien Testfelder wie auf der A9 notwendig, um autonomes Fahren unter Realbedingungen zu erproben. Achim Berg dazu: „Wir müssen jetzt die Chance ergreifen, bei der Mobilität der Zukunft, bei der Vernetzung von Verkehrsmitteln und bei selbstfahrenden Fahrzeugen weltweit führend zu sein.“

Obwohl sich zahlreiche neue Unternehmen mit autonomen Fahrzeugen beschäftigen, sei laut Bitkom die Ausgangsposition der deutschen Automobilhersteller beim Rennen um die Weltmarktführerschaft für autonome Autos sehr gut. Dass sie diese Herausforderung aber nicht alleine meistern können, zeigen die zahlreichen Ankündigungen in jüngster Zeit: Die klassischen Autobauer setzen für ihre Zukunft auf Hightech-Kooperationen. Unter anderem arbeitet Audi mit Nvidia, Mercedes mit Google, Volkswagen mit Amazon und BMW mit Intel zusammen.

Spannende Zukunft voller Neuerungen

Die Autobauer steht gerade vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte. Einerseits werden Elektromotoren wohl die Verbrennungsmotoren ablösen, andererseits erlebt die Automobilbranche eine Disruption durch die Digitalisierung. Wenn sich autonome Fahrzeuge durchsetzen, kommt der Abschied vom Lenkrad. Ob der gerade den Deutschen, die ihr „Heiligsblechle“ über alles lieben, wirklich so leicht fällt wie es die aktuelle Studie zeigt, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. 

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