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27.05.09

Angebliche Datenherausgabe: CBS bestreitet Vorwürfe gegen Last.fm

Hat Last.fm Nutzerinformationen an die Musikindustrie herausgegeben oder nicht? In einer aktuellen Stellungnahme bestreitet die Konzernmutter CBS die von TechCrunch erhobenen Vorwürfe.

Vor vier Tagen berichteten wir über die jüngsten Anschuldigungen gegen Last.fm, Benutzerdaten an die US-Musikindustrie herausgegeben zu haben. Die Vorwürfe basierten auf Informationen von TechCrunch, das diese von verschiedenen, zum Teil involvierten Informanten erhalten haben will.

Wir baten Last.fm um eine Stellungnahme. Martin Stiksel, in London lebender Österreicher und einer der Last.fm-Gründer, hat uns geantwortet und verweist auf einen Last.fm-Blogbeitrag mit dem knackigen Titel "TechCrunch are full of shit" vom Februar. Obwohl das dort veröffentlichte Dementi in seinen Augen alles Wesentliche zum Thema sagt, hat die Last.fm-Mutter CBS gestern noch einmal auf die Vorwürfe reagiert:

Both CBS and the RIAA have already stated quite clearly, for the record, that absolutely no individual user or listener information was supplied to the RIAA by last.fm or any division of CBS Corporation in the past, nor do we plan to do so in the future. The story posted by the website was based on an unnamed tipster. No inquiry was made to CBS or Last.fm about the veracity of the anonymous source. Those who consult such blogs should be aware of the standard by which such postings are sourced and published.

Im ersten Satz unterstreicht CBS, dass zu keinem Zeitpunkt individuelle Nutzer- bzw. Hörerdaten an den Verband der US-Musikindustrie (RIAA) ausgehändigt worden sind und dass dies auch zukünftig nicht geplant ist.

Das CBS-Statement ist relativ deutlich und lässt nur wenig Raum für Interpretationen. Eine wäre, dass Anwenderinformationen nicht an die RIAA sondern stattdessen an einzelne Labels herausgegeben worden sind. Auch wird nicht klar, ob es eine Anfrage der RIAA gegeben hat oder nicht.

In jedem Fall steht nun Aussage gegen Aussage. TechCrunch hat viele gute Quellen und oft Informationen, die andere nicht bekommen. Doch auch dort ist man nicht vor davor gefeilt, sich auf falsche Angaben zu verlassen oder gar Lügnern aufzusitzen. Niemand weiß, was hinter den Kulissen geschieht und wer abseits der bekannten Akteure noch seine Finger im Spiel hat.

Mir scheint, das Kapitel ist trotz der Aussagen von CBS noch nicht ganz geschlossen.

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