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21.11.13

Affiliate für Social Networks: Sobu zahlt Geld für erfolgreich vermittelte Facebook-Empfehlungen

Die Schweizer Post hat das System Affiliate auf Social Networks übertragen. Wer einen Einkauf auf Facebook oder Twitter empfiehlt, erhält eine Gutschrift, wenn ein Freund ebenfalls etwas kauft. Eine Gratwanderung.

Das Finanzierungsmodell Affiliate ist vor allem bei Techblogs beliebt und - solange es im Rahmen bleibt - auch bei den meisten Lesern akzeptiert. Schreibt ein Blogger über ein Produkt, kann er dies mit der Produktseite eines Online-Shops wie Amazon verlinken und erhält eine Provision, wenn der Leser drauf klickt und im gleichen Shop ebenfalls etwas kauft.

Die Schweizer Post will dieses Prinzip mit ihrem Startup Sobu auf Social Networks ausweiten. Wer eine Empfehlung von Sobu auf Facebook, Twitter oder LinkedIn teilt und damit einen Freund dazu animiert, ebenfalls etwas zu kaufen, erhält dafür eine Gutschrift. Nur tatsächliche Einkäufe

Sobu versteht sich dabei als Plattform: Derzeit sind 16 Schweizer Onlineshops angeschlossen - darunter natürlich Kaufhäuser für Elektronik, Mode oder Tiernahrung, aber auch eine Fluggesellschaft oder ein Nachhilfe-Service. Wer mit einem Produkt oder einer Leistung zufrieden war, postet dies auf seinen sozialen Kanälen. Wie genau das funktioniert, verrät die Schweizer Post in einem Video:

www.youtube.com/watch

Der wichtige Unterschied zu klassischem Affiliate: Ein Teilnehmer kann nur tatsächlich gekaufte Produkte empfehlen. Dadurch soll verhindert werden, dass Facebook zum Basar wird. Dennoch könnten nun einige Zeitgenossen auf die Idee kommen, ihre gesamten Einkäufe über Sobu abzuwickeln und sich einen kleinen Nebenerwerb oder zumindest ein eigenes Rabattsystem aufzubauen.

In der bisherigen Praxis hat das System Affiliate allerdings erstaunliche Selbstheilungskräfte bewiesen: Blogs, die damit übertreiben, werden in der Regel mit fortan ausbleibenden Besuchen bestraft. Zu viel Werbung führt also höchstens kurzfristig zu einigen Nebeneinkünften. Diese Dynamik wird auch Sobu dabei helfen, dass es auf Twitter und Facebook nicht zu einem Empfehlungswahn kommt. Der gemeine Nutzer dürfte bei der Anzahl der Werbebotschaften die Zahl null präferieren. Was ein wenig darüber hinaus geht, wird in der Regel toleriert. Zu viel sorgt für Ärger.

Weltweite Expansion geplant

Und hieran dürfte sich Sobus größtes Problem anschließen: Die Netzwerke verwenden diesen kleinen Werbe-Spielraum, den die Nutzer akzeptieren, um die eigenen Kosten zu finanzieren. Wenn nun ein Dritter auf die Idee kommt, dort zu werben, könnte dies schnell eine Sperre nach sich ziehen. Sobu muss auch deswegen darauf bedacht sein, es auf keinen Fall zu übertreiben - oder sich als Alternative dazu mit den Netzwerken zu einigen. Dies könnte funktionieren, wenn man die Plattformbetreiber an den Provisionen beteiligt.

Aber zumindest hin und wieder etwas dazu verdienen - das könnte mit Sobu möglich werden. Der Dienst ist laut den Kollegen von PCTipp.ch bereits seit einem Jahr in der Schweiz aktiv. Genau genommen sind es sogar schon anderthalb Jahre. Nachdem man nun Partnerschaften mit 16 Shops geschlossen und das System langsam aufgebaut hat, soll im kommenden Jahr die Auslandsexpansion in Angriff genommen werden. Bis Ende 2014 will Sobu in nicht weniger als 22 Ländern präsent sein.

Link: Sobu.ch

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