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19.08.14

90er Webdesign áde: Lodgify bringt Websites im Airbnb-Stil zu jeder Ferienwohnung

Im Zeitalter von Airbnb erwarten immer mehr Reisende, dass Ferienwohnungen eigene, ähnlich funktionelle und zeitgemäße Websites anbieten. Oft ist das aber nicht der Fall. Das paneuropäische Startup Lodgify möchte dies ändern.

Etwa sechs Millionen kommerzielle Ferienwohnungen gibt es in den USA und Europa. Viele besitzen keine eigene Website und werden stattdessen über einschlägige Unterkunftsportale wie AirbnB, 9flats, Homeaway beziehungsweise dessen deutschen Ableger FeWo Direkt angepriesen. Andere Urlaubsdomizile sind zwar unter eigener Domain zu erreichen. Ihre Onlinepräsenzen erinnern aber optisch und in Sachen Bedienbarkeit nicht selten an die späten 90er. Das europäische Startup Lodgify ist der Ansicht, dass sich Millionen Betreiber von Ferienquartieren Gäste und Umsätze entgehen lassen, indem sie ihre Buchungen primär über externe Vermittlungsplattformen durchführen lassen. Lodgify bietet Betreibern von Ferienwohnungen eine cloudbasierte Komplettlösung zur Einrichtung einer zeitgemäßen Website samt dazugehörigem Reservierungs- und Buchungssystem. Zwar ließen sich zum Zwecke der aufwandslosen Website-Erstellung auch bekannte Homepagebaukasten-Dienste wie Jimdo oder Squarespace verwenden. Dank der Integration der Kalender-, Reservierungs- und Payment-Module kann Lodgify allerdings alle für Vermieter erforderlichen Komponenten aus einer Hand bieten. Zusätzlich erlaubt der Service die Pflege und Aktualisierung von Inseraten bei anderen Plattformen wie etwa Airbnb.

Lodgify

Mit Lodgify erstellte Beispiel-Website

“Unser Kernprodukt ist aber das Website-Tool”, erklärt Mitgründer Naveen Sharma den Schwerpunkt des im vergangenen Jahr gegründeten Unternehmens. Er und sein Mitstreiter Dennis Klett sind die zwei Deutschen im vierköpfigen Founding-Team. Zu diesem gehören außerdem die Italiener Gabriele De Gregorio und Marco De Gregorio. Kennengelernt haben sich die Vier während des Studiums in London. Als Firma registriert ist Lodgify offiziell in Großbritannien, als physischer Standort dient jedoch Barcelona. Dass Dennis Klett Lodgify als “wahrhaftig europäisches Startup” bezeichnet, ist also keine Übertreibung. Anfang des Jahres ging der Service als einer der Gewinner aus dem renommierten Londoner Acceleratoren-Programm Seedcamp hervor.

Vom Nutzen ihres Angebots sind die Lodgify-Macher, die nach einem auf den US-Markt fokussierten Debüt im vergangen Jahr nun auch Deutschland ins Visier nehmen, überzeugt: Eine eigene Website strahlt Seriosität aus, zudem entfallen bei über diese durchgeführten Direktbuchungen die Provisionen, die bei Wohnungsvermittlern sonst abgeführt werden müssen. Rund 1000 Ferienwohnungen laufen bislang über Lodgify.

Als Technologiedienstleister besteht seitens der Jungunternehmer keine Beschränkung dafür, wer Lodgify verwenden kann. Die verschiedenen Pakete richten sich an Personen beziehungsweise Firmen, die zwischen einer und 500 Ferienwohnungen betreiben. Selbst wer nur während bestimmter Perioden eine Wohnung vermietet, könnte von dem Service profitieren. Das günstigste Paket kostet sechs Euro pro Monat (Laufzeit zwei Jahre, neun Euro ohne Vertragsbindung).

Als Konkurrenz zu Airbnb und Co sehen die Wahl-Katalanen Lodgify nicht. Eine professionelle Website mit integrierten Buchungs- und Zahlungsfunktionen sei aber ein wichtiger Teil im Marketingmix. Gefragt nach direkten Wettbewerbern verweist Naveen Sharma auf Kigo, das aber auf ein Agenturmodell mit erheblich höheren Kosten setzt. Außerdem gehe buuteeq  (kürzlich übernommen von der Booking.com-Mutter Priceline.com) in eine ähnliche Richtung, richte sich aber an Hotels.

Bisher haben die Gründer die Entwicklung ihres Dienstes aus eigener Tasche finanziert, was durch das sofort umsatzgenerierende Geschäftsmodell erleichtert wird. Eine Finanzierungsrunde wird ins Auge gefasst.

Link: Lodgify

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