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24.02.10

50 Prozent aller Tweets nicht auf Englisch: Welche Konsequenz müsste Twitter ziehen?

Eine aktuelle Studie belegt, dass lediglich 50 Prozent aller bei Twitter veröffentlichten Nachrichten auf Englisch verfasst werden. Wann passt Twitter seine Funktionalität an diese Tatsache an?

TwitterSeit langem habe ich das Problem , nicht richtig zu wissen, auf welcher Sprache ich bei Twitter meine Nachrichten veröffentlichen soll. Ein Großteil der Nutzer, die mir folgen, spricht Deutsch. Einige andere hingegen nur Englisch, und eine weitere Gruppe außerdem Schwedisch. Bei jedem Tweet auf Deutsch strapaziere ich die Geduld der nicht-deutschsprachigen Follower, und bei jedem Tweet auf Englisch die der deutschen Follower, die einfach keine Lust darauf haben, englische Tweets zu lesen.

Die Lösung wäre eine Funktion, Tweets je nach Sprache an eine unterschiedliche Gruppe meiner Follower senden zu können - abhängig davon, welche Sprachen diese in den Twitter-Einstellungen angegeben haben. Tweets auf Deutsch würden dann nur im Stream der Follower auftauchen, die Deutsch verstehen, und solche auf Englisch nur bei denen, die dies auch entsprechend angegeben haben.

Eine aktuelle Studie bietet eine gute Argumentationsgrundlage für die Einführung eines derartigen Features: Das französische Unternehmen Semiocast hat die Sprache von Tweets analyisiert und festgestellt, dass lediglich 50 Prozent der mittlerweile 50 Millionen Tweets pro Tag auf Englisch veröffentlich werden (Testzeitraum waren zwei Tage im Februar). 14 Prozent aller Kurzmitteilungen bei Twitter enthalten die japanische, neun Prozent die portugiesische und sechs Prozent die malaiische Sprache. Ein bis zwei Tweets aus Hundert kann nur verstehen, wer des Deutschen mächtig ist.

Im Klartext bedeutet dies, dass jede zweite bei Twitter publizierte Meldung nur von einer - verglichen mit der hohen Reichweite der englischen Sprache - kleinen Gruppe von Menschen verstanden wird. Bedenkt man, wie gering die Toleranz vieler Nutzer im Bezug auf irrelevante Tweets ist, so kann man davon ausgehen, dass nur selten ein User einem anderen folgt, wenn dieser zum Teil auf einer anderen Sprache twittert.

Was mich zurück zu meiner Anfangsthese führt: Eine Funktion zum Aussteuern der eigenen Tweets je nach Sprache würde nicht nur den allgemeinen "Geräuschpegel" verringern, sondern gleichzeitig eine Vernetzung befördern, bei der es für Anwender attraktiver wird, auch solchen Usern zu folgen, die ab und zu in fremden Lauten twittern.

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