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04.04.16

5 Storytelling-Tipps für FinTech-Unternehmen

Quelle: Fotolia.com © neirfy

Skeptische Märkte, komplizierte Vorschriften, fehlende technische Fortschritte – auch wenn es für FinTechs in den letzten Jahren viele Hürden gab, sind sie mittlerweile fest in der Startup-Welt angekommen. Financial Technologies boomen und trotz einiger Baustellen wie Vergabe- und Lizenzrechte finden sie sich mehr und mehr auf Augenhöhe mit den großen Banken. Um weiter mitzuhalten ist eine richtige Kommunikation, gutes Agenda-Setting und ein nachhaltiger Vertrauensaufbau zur Zielgruppe unabdingbar, damit aus dem Boom keine geplatzte Blase wird. Folgende fünf Storytelling-Tipps helfen Finanz-Techies dabei, strategisch den Überblick über die eigene Unternehmensstory zu behalten:

1. Wo spielt die Geschichte: Marktüberblick

Bevor es an die Kommunikationsstrategie geht, heißt es, den Markt, seine Besonderheiten, und die Öffentlichkeitswirksamkeit der Branche zu analysieren. Wer hierbei seinen Business-Plan bereits fleißig gefüllt hat, kann die wichtigsten Fragen zum Schauplatz schnell beantworten: Spielt die Unternehmensstory nur in Deutschland, oder sind auch internationale Expansionen geplant? Welcher Konflikt oder welcher Wunsch besteht allgemein in der Branche? Gibt es ein großes Bedürfnis für spezielle Themen, z.B. Shopping via Social Media oder Transaktionen von Kleinstbeträgen? Manche Geschichten werden auch an mehreren Schauplätzen erzählt und unterscheiden sich dabei zum Beispiel in Sachen Aktualität, Regionalität oder Mentalität.

2. Wer ist der Held was sind seine Challenges?

Wenn das Setting steht und die Kulissen aufgebaut sind, fehlt noch das Kernstück der Geschichte: Der Held. Wer jetzt an sich, an sein Unternehmen denkt, läuft Gefahr, die alle oben mühsam erarbeiteten Insights zu verspielen. Gerade als Fin-Tech-Startup sollte man sich in der Analogie als Yoda oder Gandalf der Weise sehen, der dem jungen, enthusiastischem Helden beim Überwinden seiner Hürden und Lösen seiner Probleme mit Rat und Tat zur Seite steht. Die gesamte Kommunikation muss also um den Helden, also um die Zielgruppe herum aufgebaut sein: Welche Rolle spielen Finanzen im Alltag der Zielgruppe? Welche Ansichten und Bedenken gegenüber Cyberkriminalität hat er? Wie sieht sein mobiles Nutzerverhalten aus? Was sind allgemein seine Herausforderungen, seine Charaktereigenschaften, seine Wünsche und Ziele? Diese Bedürfnisanalyse der Zielgruppe in Storytelling-Manier ist keine neue Sache, klingt aber einfacher als sie wirklich ist. Denn den Helden wirklich zu verstehen heißt, individuelle Unternehmensbotschaften aufzusetzen, angepasst an die jeweilige Zielgruppe. Nur so erreichen die Stories die potentiellen User.

3. Die Hürden auf dem Weg zum Ziel

Um sich auf dem Markt der disruptiven Technologien durchzusetzen befinden wir uns im klassischen David gegen Goliath-Konflikt. Denn überzeugendes Merkmal der großen und traditionellen Player ist die Bankenlizenz. Das Vergaberecht von Privat- und Geschäftskonten ist durch viele bürokratische Regularitäten limitiert und ausschließlich den etablierten Banken vorbehalten. Hiergegen kommt kaum ein Startup an, oder vielleicht doch? FinTechs punkten in einer sehr wichtigen und ausschlaggebenden Sache: Kunden-Service. Sie sind bequemer, nutzerfreundlicher und häufig flexibler, da sie oft kürzere Entscheidungswege haben und weniger Prozesse durchlaufen. Dieses Alleinstellungsmerkmal und Wachstumspotential haben bereits viele FinTech-Startups erkannt, weswegen der Markt hierzulande mehr und mehr gesättigt wird. Doch der größte strategische Gegner ist und bleibt erst auch einmal die Vorliebe der Deutschen für Bargeld sowie ihre große Datenangst.

4. Wie kommt man als Mentor ins Spiel?

Die große German Angst vor allem Neuen, vermeintlich Unsicheren und noch nicht Etablierten – wir kennen sie alle, und insbesondere Startups mit neuen, innovativen Konzepte können ein Lied davon singen. Die einzige Chance: Die Positionierung als Experte, als Mentor des Helden, der durch seine Expertise, sein Wissen und seinen wertvollen Rat Vertrauen bei der Zielgruppe aufbaut. Gründer und Geschäftsführer von FinTech-Unternehmen haben beziehungsweise sollten einen Background in Sachen Finanzservice und/oder Technologie besitzen. Und damit sollten sie nicht zu schüchtern umgehen! Referenzen, Erfolgsgeschichten, Case Studies und Expertenbeiträge sind genau das richtige Mittel, um das Vertrauen der Kunden zu steigern und auch die größten Skeptiker für sich zu gewinnen. Die erste Quelle dafür ist die nationale und internationale Fachpresse, die sich nicht nur mit Unternehmensnews, sondern eben mit diesen wertvollen Experten-Themen auseinandersetzt und diskutiert. Wer noch einen Schritt weiter gehen will, wagt sich an Speaker Opportunities heran, um nicht nur in Schrift-Form dem Unternehmen ein Gesicht zu geben, sondern auch im realen Leben zum Beispiel bei Branchenevents.

5. Der große Showdown

Wer den Entscheidungskampf um die Behauptung auf dem FinTech-Markt für sich gewinnen will, muss auch ein Auge für Details besitzen. Schlüsselfaktoren in der Kommunikation im Bereich FinTech sind bereits kleine Nuancen, Unternehmen sollten daher auf positive, aber authentische Attribute in ihrer Sprache setzen. Ein Beispiel dafür ist die Beschreibung des Innovationswertes, der nicht als Buzzword einfach nur dahingestellt wird, sondern genau mit Zahlen und Fakten sowie unter Berücksichtigung emotionaler Aspekte, wie Skepsis, Angst, Neugierde, etc., untermauert wird. Bereits die Betonung auf ‚Made in Germany‘, eine detaillierte Ausführung der Sicherheit des Produktes, sowie ein Fokus auf die einfache Handhabung können den Helden zum Happy End führen. Ende gut, alles gut? Gutes Storytelling bedeutet nicht, dass eine Geschichte nur auf einer Ebene erzählt wird. Am erfolgreichsten ist die Kommunikationsstrategie, wenn alle für das Unternehmen relevanten Kanäle, PR, SEO, Influencer Relations, etc., miteinander verzahnt sind und durch eine detaillierte Zukunfts- und Krisenplanung der Ausblick auf eine Fortsetzung bereits verfasst ist.

Miriam-Rupp

Über die Autorin:

Miriam Rupp ist Gründerin und Geschäftsführerin von Mashup Communications (www.mashup-communications.de), der Berliner Agentur für PR und digitales Storytelling. Mit der Philosophie „Wir lieben es, neue Geschichten zu erzählen“ fokussiert sich die Agentur vor allem auf Zukunftsthemen aus der digitalen Welt.

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