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02.02.09

3 Freemium-Strategien

Wir stellen drei verschiedene Herangehensweisen an das Freemium-Geschäftsmodell vor.

Über das Freemium-Geschäftsmodell, kostenlose Basisaccounts und kostenpflichtige Premiumaccounts anzubieten, haben wir einige Male berichtet. Auf dem Blog "Startuplessons learned" werden drei Strategien beziehungsweise Herangehensweisen an das Freemium-Modell identifiziert:

1. Kostenlos unterstützt Bezahlt: Hier opfern die Benutzer der kostenlosen Accounts ihre Zeit zum Nutzen der User mit Premium-Accounts. Das Blog führt als Beispiel Puzzle Pirates an. Andere Beispiele sind Sites mit User-Generated-Content, wo mehr bzw. besserer Content allen Usern oder speziell den Premium-Usern zugute kommt. Premium-Nutzer können dann schon per se mehr mit diesem Content anstellen, da ihre Accounts mit mehr Funktionalität ausgestattet sind.

2. Kostenlose Probe: Hier führt der Autor die weithin bekannten kostenlosen Proben zum Testen des Produkts an: "30 Tage kostenlos testen!". Die große Frage hier: Wann den Stecker ziehen und Geld verlangen?

Ich würde noch einen anderen Weg an die Herangehensweise "Probe für's eigentliche Produkt" sehen: Ein um Funktionen beschnittener Account, mit dem man nicht mehr als grundlegendste Sachen machen kann, kann ebenfalls als Probe angesehen werden. Da bei vielen Startups (abgesehen von z.B. Videohostern) kaum Kosten für User mit solchen Accounts anfallen, kann man je nach Angebot auch zeitlich unbegrenzte Proben anbieten. Der Funktionsumfang kann sich auch explizit nach den Kostenfaktoren richten. Nicht vergessen sollte man hier und auch bei den anderen Herangehensweisen, dass kostenlose Angebote immer auch für hervorragende Mundpropaganda online sorgen können.

Die kostenlosen Versionen der Produkte von 37signals würde ich als Beispiele für zeitlich nicht begrenzte, dafür funktionell stark beschnittene Proben ansehen.

 

3. Kostenlose Accounts als Inventar: Einige Startups verkaufen den Zugang zu ihren Basisaccount-Nutzern. Die meisten Dating-Sites funktionieren nach diesem Prinzip. Profile können zwar kostenlos angelegt werden. Aber andere Nutzer kontaktieren kann man nur mit einem kostenpflichtigen Angebot.

Ich sehe hier auch ein sehr gutes Beispiel bei Social Networks. Beispiel: das deutsche Business-Netzwerk Xing. Könnten sich nicht Leute auch kostenlos anmelden und so den Wert des Netzwerkes durch ihre pure Präsenz steigern (je näher an Vollständigkeit, desto besser), wäre das Netzwerk für die Premium-User weitaus unattraktiver. Diese wiederrum können andere User kontaktieren, was mit Basisaccounts nicht möglich ist. Ob ausgerechnet dieser Fall für noch nicht durchdrungene Märkte für Xing sinnvoll ist, ist eine andere Frage.

 

Oft dürften sich die drei genannten Herangehensweisen überschneiden. Für ein erfolgreiches Einsetzen des Freemium-Modells ist es trotzdem wichtig, die eigene Herangehensweise zu identifizieren und anschließend, was wohl der schwierigste Teil sein dürfte, herauszufinden, welche Funktionen kostenlos und welche kostenpflichtig sein sollen.

(Grafik mit tinytags erzeugt.)

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