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25.09.12

150.000 Euro: PaperC macht Crowdinvestoren zu Business Angels

PaperC hat seine Crowdinvesting-Kampagne erfolgreich abgeschlossen. Indem es einige der interessierten Investoren zu Business Angels machte, konnte es mehr als die maximal zugelassenen 100.000 Euro einsammeln.

Mitte Juli entschloss sich PaperC, die jetzt offiziell in Berlin ansässige Onlineplattform für elektronische Fach- und Lehrbücher, über eine Crowdinvesting-Kampagne bis zu 100.000 Euro von Privatinvestoren einzunehmen und diese Personen damit auch als künftige Botschafter einzuspannen. Das Geld sollte unter anderem zur Finalisierung des geplanten Relaunchs unter paperc.com verwendet werden. Irgendwie ist uns und den anderen, die deutsche Startup-Szene beobachtenden Fachmedien ganz entgangen, dass das Vorhaben von Erfolg gekrönt war: In einem Blogbeitrag gab das in Leipzig gegründete Unternehmen Mitte August bekannt, den Maximalbetrag von 100.000 Euro erreicht zu haben. 54 Investoren beteiligten sich an der Kampagne. Abzüglich der Provision für das verwendete Crowdinvestingportal Innovestment flossen 92.500 Euro in die Kassen von PapcerC.

"Mit all diesen Personen und Personengruppen sind lange eMail-Konversationen oder Telefonate erfolgt, nahezu jedem Investment liegt die Entscheidung zugrunde, das große Risiko im Glauben an die mediale Revolution einzugehen und PaperC mit KnowHow, Expertise und Fürsprache zu Unterstützen", erläutert der Blogbeitrag den Prozess sowie die Motive der Geldgeber.

Doch die Story ist damit noch nicht zu Ende.

Beteiligungen über 100.000 Euro sind in Deutschland prospektpflichtig, was zusätzliche Kosten und Aufwand mit sich bringt. Neue Crowdinvestinganbieter wie Bergfürst glauben zwar, Lösungen parat zu haben - bei den zwei bekannten Crowdinvestingplattformen in Deutschland, Innovestment und Seedmatch, gilt aber derzeit die Obergrenze von 100.000 Euro.

Doch PaperC hat einen Weg gefunden, wie es trotz dieser Limitierung aus einer Crowdinvesting-Aktion mehr als 100.000 Euro einsammeln kann: Denn nachdem sich in persönlichen Gesprächen zeigte, dass einige der Crowdinvestoren gerne ihre Beteiligungssumme erhöhen möchten, entschlossen sich die Berliner, diese Individuen aus dem Crowdinvesting ausnzunehmen und seperat als Business Angels ins Boot zu holen. Rechtlich ist dieses Vorgehen einwandfrei. PaperC nutzte den Aufruf zum Crowdinvesting, der auch über den eigenen Newsletter verbreitet wurde, letztlich einfach dafür, auf die Möglichkeit zur Beteiligung aufmerksam zu machen. Wem ein Engagement als Crowdinvestor nicht ausreichend erschien, für den sprach nichts dagegen, stattdessen in die Rolle des Business Angels zu schlüpfen. Wer diese Personen sind, wollte uns PaperC-Chef Martin Fröhlich nicht verraten. Er deutete aber an, dass es sich um Personen aus der Verlags- und Webwelt handelt, die an die langfristige Vision des Startups glauben.

Insgesamt beträgt die Summe, die durch Crowdinvesting sowie neue Business Angels eingenommen wurde, 150.000 Euro.

Die erfolgreiche Finanzierung wird dem vier Jahre alten Unternehmen auch bei der geplanten größeren Finanzierungsrunde helfen, welche die Expansionsphase nach dem innerhalb der kommenden Wochen über die Bühne gehenden Relaunch unterstützen soll. Momentan laufen Gespräche mit technologieorientierten Venturekapitalfirmen, so Fröhlich.

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