<< Themensammlung mobil

Elektroauto - Das Fahrzeug der Zukunft?

Elektroautos könnten die Autos der Zukunft sein. Momentan sind sie allerdings noch Nischenfahrzeuge, obwohl es mittlerweile viele Steuervergünstigungen, Förderungen und weitere Vorteile gibt, die den Markt auf die Sprünge helfen und sich für den Verbraucher lohnen könnten.

Mehrere silbergraue Elektroautos, die an vielen Ladestationen angeschlossen sind.

Die Diskussion über den Klimawandel, Umweltschutz und die nachhaltige Ressourcen-Nutzung wird immer akuter. Viele Menschen sind daran interessiert, die Umwelt zu schonen. Ein möglicher Weg, um Ressourcen zu sparen, ist die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs. Diese sind allerdings momentan noch verhältnismäßig teuer. Personen, die sich Elektroautos nicht leisten können, bietet sich der Gebrauchtwagenkauf an. Dieser ist immer sinnvoll, wenn Ihr Budget nicht allzu groß ausfällt und Sie aktuell auch keinen Spielraum für einen größeren Autokredit haben.

Wie viele Elektrofahrzeuge gibt es in Deutschland und auf der Welt?

Neuzulassungen Elektroautos in Deutschland von 2003 bis 2016

Statistik: Die Anzahl der Neuzulassungen von Elektroautos ist seit 2003 stark angestiegen. Vor allem seit 2009 sind die Zahlen massiv nach oben gegangen. 2016 sind sie allerdings wieder etwas gefallen.

Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2020 etwa 1 Millionen Elektroautos auf den Straßen unterwegs sein sollen. Deutschland ist noch weit von diesem Ziel entfernt. Zur Zeit werden gerade einmal 55.000 Fahrzeuge dieser Art genutzt.

In anderen Ländern sieht die Bilanz folgendermaßen aus:

  • in den USA gibt es 410.000 Elektroautos
  • in China sind 200.000 Elektrofahrzeuge unterwegs
  • in Norwegen gibt es 100.000 elektronisch betriebene Autos
  • in Schweden sind es dagegen nur 16.000 Elektrofahrzeuge
Wie funktionieren Elektrofahrzeuge?

Im Gegensatz zum herkömmlichen Automobil, wird das Elektroauto nicht von einem Verbrennungsmotor, sondern von einer Autobatterie betreiben. Das gilt für alle elektronischen Elemente und für den Motor selbst. Es gibt drei verschiedene Batterie-Arten, mit denen ein Elektrofahrzeug betrieben werden kann:

  • Lithium-Ionen-Batterie:
    hat eine hohe Reichweite und Leistungsstärke und ist gerade deswegen sehr teuer - mit dieser Art von Batterie werden ebenfalls Digitalkameras und Smartphones mit Strom versorgt
  • Bleisäure-Batterie:
    die günstigste und dementsprechend beliebteste Batterie-Variante, die immerhin zu 97 Prozent recyclebar ist
  • Nickel-Metallhydrid-Batterien:
    wesentlich teurer als die Bleisäure-Batterie, aber auch leistungsstärker
Regler für den Energieverbrauch

Eine wichtige Komponente des Elektroautos ist ein Regler, der den Strom konstant und gleichmäßig weiterleitet. Auf diese Weise kann sich die Batterie nicht ungleichmäßig entladen. Darüber hinaus sorgt der Regler für die Umwandlung von 300 Volt Gleichstrom in 240 Volt Wechselstrom. Das ist wichtig, weil die Batterie nur Gleichstrom sendet, der Motor allerdings nur mit Wechselstrom arbeiten kann. Am Gaspedal befinden sich Potentiometer, die mit dem Regler verbunden sind und diesen darüber informieren, wieviel Energie gerade für die Fortbewegung benötigt wird.

Warum sind Elektroautos sparsamer und umweltfreundlicher?
Beliebte Eigenschaften eines Elektroautos

Statistik: 1003 Menschen wurden befragt, was ihnen an einem Elektroauto besonders gefällt. Vor allem wissen die meisten Befragten die geringen Emissionen zu schätzen. Danach kommen Attribute wie „gleichmäßige Beschleunigung“, „Energiepreise“ und „Laufruhe“. Angaben in Prozent.

Ein Elektroauto verbraucht im Stand keinerlei Energie - dafür sorgt der Regler. Aber es ist auch darüber hinaus noch sparsam: Für etwas 100 gefahrene Kilometer zahlt man nur 3 Euro Ökostrom, weil ein Elektromotor einen Wirkungsgrad von 90 Prozent erbringt. Im Vergleich dazu, schafft es ein Verbrennungsmotor nur auf 30 Prozent und manchmal sogar nur auf 15 bis 30 Prozent. Weitere Vorteile sind:

  • Elektroautos können erneuerbare Energien fördern, wenn sie mit Ökostrom geladen werden
  • sie produzieren keine CO2- oder Feinstaub-Emissionen - Verringerung der Belastung in Ballungsräumen und Städten
  • Unabhängigkeit vom Öl - Förderung, Transport des Treibstoffs zur Tankstelle und Entsorgung von Altöl verbrauchen ebenfalls sehr viel Energie und können in den schlimmsten Fällen große Umweltschäden nach sich ziehen
Welche Faktoren können sich negativ auf die Ökobilanz auswirken?

Allerdings kann sich auch die Produktion von Elektroautos negativ auf die Ökobilanz auswirken: Die Rohstoffe, aus denen die Batterie hergestellt wird, sind relativ selten und die Verarbeitung kann energieintensiv sein. Darüber hinaus müssen beim Abbau dieser Rohstoffe auch die Umweltrichtlinien eingehalten werden. Ein aufwendiger Recycling-Prozess der Batterie kann ebenfalls einer guten Ökobilanz schaden, je nachdem wie aufwendig sich dieser gestaltet.

Vieles hängt von der Batterie und Strommix ab

Die Größe der Batterie ist also entscheidend für eine positive Bilanz. Dies lässt sich allerdings wieder ausgleichen, wenn der Verbraucher eine saubere Strommischung verwendet. Ein herkömmlicher Strommix kann dagegen die Umwelt noch stärker belasten als die Produktion der Batterie selbst.

Was kosten Elektroautos?

Die Preise eines Elektroautos sind je nach Hersteller und Modell unterschiedlich. Hier ein paar Beispiele:

Hersteller und Modell

Neupreis

Klasse

Verbrauch

Renault Twizy 80

7.900 Euro

Leichtfahrzeug

6,1 kWh/100 km

Citroen C-Zero

19.900 Euro

Kleinwagen

unbekannt

Mitsubishi i-MiEV

20.990 Euro

Kleinwagen

unbekannt

Smart Fortwo Brabus Cabrio ED

28.900 Euro

Kleinwagen

16,3 kWh/100 km

Nissan Leaf (30kWH-Batteriemodell)

33.900 Euro

Kompakt

15 kWh/100 km

BMW i3

35.700 Euro

Kleinwagen

12,9 kWh/100 km

VW E-Golf

36.700 Euro

Kompakt

12,7 kWh/100 km

Opel Ampera

38.400 Euro

Mittelklasse

16,9 kWh/100 km

Mercedes-Benz B 250e

39.600 Euro

Van

16,6 kWh/100 km

Ford Focus Electric

39.990 Euro

Mittelklasse

15,4 kWh/100 km

Tesla S90D

103.000 Euro

Oberklasse

unbekannt

Tabelle: Nicht nur die Preise unterscheiden sich bei den verschiedenen Modellen, auch der Verbrauch ist unterschiedlich. Natürlich sind diese Werte von den Autoklassen abhängig.

Warum sind Elektroautos so teuer?

Der Preis eines Elektroautos lässt viele interessierte Käufe immer noch zögern. Der Hauptkostenpunkt ist momentan noch die aufwendig produzierte Batterie. Hinzu kommt, dass eine Batterie mit voranschreitender Zeit auch noch an Leistungsfähigkeit verliert. Es gibt zum Batterie-Preis kaum offizielle Angaben, aber Informationen aus dem Jahr 2011 zufolge, kostete eine Batterie für den Ford Focus Electric zwischen 8.800 und 11.000 Euro. Dementsprechend teuer kann der Ersatz dieser Energiequelle sein, falls sie kaputt geht.

Wer fördert Elektroautos?
Anzahl der beantragten Umweltprämien für Elektroautos in Deutschland (Stand: Januar 2017)

Statistik: Insbesondere BMW hatte großen Erfolg mit der Kaufprämie, dicht gefolgt von Renault. Schlusslicht bilden Peugeot und Citroen.

Auch die Bundesregierung trägt ihren Teil dazu bei, den Verkauf von Elektroautos in Deutschland zu fördern und hat eine Prämie für den Kauf eines entsprechenden Fahrzeuges eingeführt. Für ein Elektrofahrzeug oder Brennstoffzellenauto gibt es 4.000 Euro dazu, für einen Plug-In-Hybriden eine 3.000 Euro-Prämie. Dafür müssen allerdings auch einige Bedingungen beim Kauf erfüllt sein:

  • die Kosten werden von Staat und Autohersteller geteilt
  • der PKW darf nicht mehr als 60.000 Euro kosten
  • die Hälfte der Prämie, also die Hälfte, die der Hersteller zahlen muss, bekommt der Kunde direkt beim Kauf des Wagens
  • die andere Hälfte kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit der Einreichung eines Kaufbelegs eingefordert werden

Wie werden Elektroautos besteuert?

Fahrzeuge, die ausschließlich mit einem Elektromotor angetrieben werden, werden auch von der Kfz-Steuer für einen Zeitraum von 10 Jahren befreit. Elektroautos, die vor dem 17. Mai zum ersten Mal zugelassen wurden, werden 5 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Nach Ablauf dieses Zeitraumes müssen die Besitzer nur 50 Prozent der Kraftfahrzeugsteuer zahlen. Ob ein Fahrzeug die notwendigen Kriterien für eine solche Steuerbefreiung erfüllt, stellen die zuständigen Zulassungsbehörden fest.

Achtung: Hybridfahrzeuge sind nicht steuerbegünstigt, da sie sowohl von einem Verbrennungs- als auch von einem Elektromotor angetrieben werden.

Besteuerung bei der Umrüstung von Elektroautos

Auch der Umbau eines Autos zu einem Elektrofahrzeug kann steuerlich gefördert werden. Diese Umrüstung muss allerdings zwischen dem 18. Mai 2016 und dem 31. Dezember 2020 geschehen. Auch hier gilt eine Befreiung von der Kfz-Steuer für 10 Jahre, wenn alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt werden.

Wie bekommt man einen Autokredit für Elektrofahrzeuge?

Wer sich mit einem Autokredit ein Elektroauto finanzieren möchte, kann die Tilgungskosten des Kredites anders kalkulieren, als es bei einem normalen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor der Fall wäre. Zum einem muss in den ersten 10 Jahren keine Kfz-Steuer bezahlt werden. Zum anderen ist der Verbrauch pro gefahrenem Kilometer geringer. Einen Kredit kann man beim Elektrofahrzeug-Anbieter und Herstellerbanken, aber auch bei jeder normalen Bank erhalten.

Wie sollten Elektroautos versichert werden?

Einen generellen Preisnachlass gibt es bei der Versicherung von Elektrofahrzeugen nicht. Manche Versicherer bieten aber einen Rabatt für besonders umweltfreundliche Autos an. Der Fahrer eines Elektroautos kann selbst entscheiden, ob er eine Kaskoversicherung abschließt oder nicht. Da die Fahrzeuge sehr teuer sind, ist dies aber dringend zu empfehlen. Eine solche Versicherung sollte vor allem die Batterie mit einschließen, weil ein Ersatz für den Besitzer schlimmstenfalls sehr teuer sein kann.

Wer repariert Elektroautos?

Da sich ein Elektromotor von einem Verbrennungsmotor grundlegend unterscheidet - so gibt es z.B. weder Zündkerzen noch Ölfilter - sieht auch dessen Wartung wesentlich anders aus. Die Reparatur soll zwar einfach sein, allerdings rät der TÜV dazu, Elektroautos nur in Werkstätten mit geeignetem Fachpersonal reparieren zu lassen. Insbesondere mit der Wartung der Batterie sollte man sich auskennen, denn sie ist der komplexeste und teuerste Bestandteil des gesamten Fahrzeugs.

Wo werden Elektroautos aufgeladen?

Jedes Elektrofahrzeug hat auch ein Ladekabel. Damit kann der Fahrzeughalter das Auto an einer normalen Steckdose tagsüber oder über Nacht aufladen. Natürlich hängt hier viel von der individuellen Wohnsituation ab. Schließlich muss eine Steckdose leicht zugänglich sein. Auch sind nicht alle Steckdosen für eine dermaßen intensive Beanspruchung geeignet und könnten sich überhitzen. Daher sollte ein Elektriker zuvor die Tauglichkeit einer solchen Steckdose prüfen. Je nach Anlage, die zur Verfügung steht, kann die Ladezeit zwischen 1,5 bis 20 Stunden betragen. An offiziellen Ladestationen ist die Ladezeit wesentlich kürzer und liegt bei ca. 30 Minuten.

Infografik Unterschiede Verbrennungsmotor und Elektromotor. Zukunft des Elektroautos.

Infografik: Fahrzeuge mit einem Elektromotor haben viele Vorteile, aber auch ein paar Nachteile. Die Technologie hat aber schon viele Fortschritte gemacht und wird sich noch weiter entwickeln. Infografikquelle: eigene Darstellung

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer