21.02.19

Dienstwagen

Welche Alternativen gibt es zum Dieselmotor?

In Zeiten drohender Dieselfahrverbote stehen viele Firmenwagen auf dem Prüfstand: Darf man mit den Fahrzeugen der Firmenflotte noch in die Innenstadt fahren? Falls nein, welche Alternativen gibt es? Sollten neue Fahrzeuge angeschafft werden? Wenn ja, welche? Gibt es Förderungen? Unser Ratgeber sucht nach Antworten im Fragendschungel.

Quelle: iStock / Getty Images Plus

Die Dieselaffäre hat auch Auswirkungen auf die Flottenplanung vieler Unternehmen: Der ehemals so beliebte Dieselmotor will nicht mehr so recht ins Bild eines nachhaltig handelnden Unternehmens passen. Laut Handelsblatt rechnet jeder vierte Flottenmanager damit, dass die Dieselaffäre Einfluss auf die Car Policy des Unternehmens haben wird. 65 Prozent wollen daher als Reaktion auf alternative Motoren wechseln.

Die Vorteile von E-Motoren liegen auf der Hand: Man kommt seinen - sofern bereits gesteckt - Zielen zur Reduktion der CO2-Emissionen näher. Zudem sind Elektroautos gerade im innerstädtischen Raum sehr günstig im Verbrauch. Hier werden selten größere Lasten transportiert, und außerdem passt ein kompakter E-Wagen in die allermeisten Parklücken - perfekt für alle Außendienstler mit kurzen Wegen.

Ein weiterer entscheidender Vorteil sind die von der Bundesregierung gewährten Steuervergünstigungen für E-Dienstwagen: Dank dieser wird der geldwerte Vorteil für den Fahrer des Dienstwagens halbiert. Berechnungsgrundlage soll damit nur noch der halbe Listenpreis sein.

E-Autos kaum für Langstrecken geeignet

Anders sieht es aus, wenn der Wagen auf langen Strecken eingesetzt werden soll: Fahren Vertreter bundesweit oder sogar europaweit, lohnt es sich, mit dem Umstieg noch abzuwarten. Schließlich lässt die Ladeinfrastruktur vor allem in ländlichen Gebieten noch stark zu wünschen übrig. Zudem ist die Reichweite der meisten E-Autos noch sehr beschränkt.

Auch bei Fahrten mit Anhänger sollte man vor dem Umstieg auf E-Firmenwagen genau recherchieren: Nicht jedes Modell - wie beispielsweise der E-Golf - sind über eine Umrüstung oder gar werkseitig für Anhängerkupplungen vorgesehen. Wer auf eine solche angewiesen ist, sollte vorab über Seiten wie kupplung.de recherchieren, ob eine Anhängerkupplung für das jeweilige Modell verfügbar ist.

Welche weiteren Alternativen gibt es?

Aber ist der Benziner die bessere Wahl? Zumindest nicht, wenn man die CO2-Emissionen der Firma senken möchte. In diesem Punkt schneiden Benziner laut Handelsblatt sogar oft schlechter ab als ihre Diesel-Geschwister.

Eine weitere Alternative stellen umweltfreundlichere Modelle mit Erdgasantrieb dar. Das Tankstellennetz ist inzwischen relativ dicht, und eine Reichweite von 350 Kilometern übertrifft die vieler E-Autos. Zudem haben Modelle wie der VW Golf TGI einen Benzin-Notfalltank, falls dem Wagen tatsächlich mal auf offener Strecke die Puste ausgehen sollte. Weiterer Vorteil: Erdgas ist im Vergleich zu Diesel oder Benzin schon fast unverschämt günstig. Mit dem Kraftstoffrechner von erdgas.info lässt sich schnell ermitteln, dass Ersparnisse von mehreren Tausend Euro nach zehn Jahren Betriebszeit locker möglich sind.

Dafür sind Erdgasmodelle in der Regel etwas teurer in der Anschaffung, was aber kein K.O.-Kriterium sein muss: Denn der Golf Variant 7 TGI mit Erdgasantrieb unterbietet das Benziner-Schwestermodell schon nach 10.000 Kilometern bei den Betriebskosten.

In puncto Sicherheit tun sich aktuell allerdings Fragen auf: Medienberichten zufolge gab es kürzlich eine Explosion, die an einem Auto mit Erdgasantrieb beim Tanken im Baden-Württembergischen Achern verursacht wurde. Was die Ursache war, wird allerdings noch untersucht. Offenbar hatte der Wagen bereits Vorschäden am Heck, wo der Tank untergebracht war. Dementsprechend ist noch unklar, ob es sich nur um einen Einzelfall handelt.

Fazit: Motorisierung sollte vom Einsatzzweck abhängig gemacht werden

Wer 2019 die Firmenflotte umgestalten möchte, sollte die Entscheidung über die Motorisierung vom vorgesehenen Verwendungszweck abhängig machen. Für die Langstrecke empfehlen sich nach wie vor klassische Verbrennungsmotoren eher als E-Autos, die wiederum die perfekten Stadtflitzer abgeben, da sie besonders sparsam und günstig sind. Einen Mittelweg könnten Fahrzeuge mit Erdgasantrieb darstellen, die zwar in der Anschaffung zunächst etwas teurer sind, sich später aber rechnen können.

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