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11.02.13

"Zukunftsstark": Deutschlandreise auf der Suche nach der nächsten industriellen Revolution

Jens Hansen und Jens Reineking aus Hannover machen sich derzeit auf eine Reise kreuz und quer durch Deutschland. Sie wollen mit Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen ins Gespräch kommen, um eine Frage zu klären: Welche Technologie wird unser Leben in den nächsten 20 bis 50 Jahren grundlegend verändern?

Eine Deutschlandreise auf der Suche nach der nächsten industriellen Revolution – diese Idee hatte Jens Hansen Ende November 2012 auf dem Convention Camp in Hannover vorgestellt. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass es immer wieder Erfindungen gibt, die unser Leben und unsere Gesellschaft nachhaltig beeinflussen. Der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratjew hatte daraus 1926 seine "Kondratjew-Zyklen" abgeleitet, nach denen die Konjunktur in großen Wellen verläuft. Auch wenn diese These umstritten ist, steht zweifellos fest, dass Erfindungen wie die Dampfmaschine, die Eisenbahn, die Nutzbarmachung der Elektrizität, das Auto und Informationstechnologien bis hin zum Internet uns auf vielen Ebenen beeinflussen. Was aber kommt als nächstes? Was wird in den nächsten 20 Jahren unsere Leben ähnlich stark verändern? Das möchte Jens Hansen gemeinsam mit Jens Reineking herausfinden.

Eine Innovation und ihre ungeahnten Folgen

Manche werden hier vielleicht den 3D-Druck nennen, den es zwar schon seit vielen Jahren gibt, der aber jetzt interessant für die private Nutzung wird. Lässt sich diese Kurve wie bei den Microcomputern weiter in die Zukunft verlängern? Werden Produkte als Dateien vertrieben und von den Konsumenten selbst hergestellt? Gibt das einen neuen Schub für Open Source Hardware? Welche weiteren, vollkommen neuartigen Ideen könnten darauf aufsetzen?

Gerade die letzte Frage ist sehr spannend, denn eine Innovation kann oftmals ungeahnte neue Möglichkeiten eröffnen. So sorgte das Eisenbahnnetz in den USA nicht nur für einen schnelleren Personentransport, sondern war zugleich Auslöser für einen gewissen Richard Sears, Produkte per Bahntransport quer durchs Land zu verschicken – der Versandhandel war geboren.

Künstliche Menschen und künstliche Intelligenz

Wie ist mit einem ähnlichen Blick die Forschung an Robotern und Androiden zu bewerten? Wir sehen heutzutage zahlreiche Einzelforschungen in diesem Bereich, die sich um ein möglichst naturgetreues künstliches Gesicht bemühen, um besonders feinfühlige Roboterhände, um zweibeiniges Gehen. Noch ist das alles nicht zusammengefügt. Aber wenn es den künstlichen Menschen eines Tages gibt, wie viele Menschen werden dann noch für einfache Tätigkeiten in Fabriken gebraucht? Hinzu kommt das Bestreben, künstliche Intelligenz zu entwickeln. Die Universität Cambridge will die Gefahren dieser Entwicklung erforschen. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff der technologischen Singularität interessant: Gemeint ist damit der Zeitpunkt, ab dem sich Maschinen selbst verbessern können und die Entwicklung damit den Menschen aus der Hand genommen wird. Der technische Fortschritt beschleunigt sich demnach so sehr, dass wir nicht mehr folgen können. Schreckensvision? Utopia? Oder einfach nur Unsinn?

Hypothesen zu den Themenbereichen der Reise

Jens Hansen und Jens Reineking wollen zu solchen und vielen anderen Fragen mit Menschen in Deutschland sprechen, die an entsprechenden Projekten arbeiten oder auf diesen Gebieten forschen. Auf der begleitenden Website zukunftsstark.org finden sich dazu bereits einige Hypothesen zu verschiedensten Themenbereichen:

  • Was wäre, wenn die alltägliche Arbeit fast vollständig von Maschinen und Software übernommen werden würde?
  • Was wäre, wenn wir uns in Zukunft für weniger physische Mobilität entscheiden würden?
  • Was wäre, wenn sich das Patentsystem in der Zukunft als Innovationsbremse herausstellen sollte?
  • Was wäre, wenn sich Schüler und Studenten ihre Lehrer weltweit aussuchen könnten?
  • Was wäre, wenn der Computer schlauer wird als der Mensch?
  • Was wäre, wenn wir ausreichend Energie verfügbar machen könnten?
  • Was wäre, wenn sich Hierarchien in Organisationen fast vollständig auflösen?
  • Was wäre, wenn alle jemals von Menschen generierten Informationen komplett digital verfügbar und verknüpfbar wären?

Wer über das Projekt auf dem Laufenden bleiben will, kann es beispielsweise hier auf Facebook verfolgen. Geplant sind zudem Videos von den Interviews. Und letztlich werden die Erkenntnisse der Reise in ein Buch einfließen.

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