Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

12.12.12Leser-Kommentare

Yota: Russisches Smartphone mit zwei Screens ist auch ein Ebook-Reader

Hand hoch, wer ein technisches Gerät aus Russland besitzt. Das größte Land der Welt ist nicht gerade für seine atemberaubende Kommunikationstechnik bekannt. Der Moskauer Hersteller Yota hat trotzdem ein eigenes Smartphone vorgestellt, das gleich zwei Screens besitzt. Auf der Vorderseite ein gewöhnliches Smartphone-LCD, auf der Rückseite ein E-ink-Display. Es ist mehr als ein wackeliges Hobbyprojekt.

Yota: Ebook-Reader und Smartphone in einem

Wer jetzt alle seine Vorurteile herauskramt und eine klapprige Plastikkiste in der Dicke eines Tolstoi-Romans erwartet, wird sich wundern: Die technischen Details des YotaPhones klingen nach dem aktuellen Stand der Technik: ein Snapdragon-S4-Prozessor mit Dualcore und 1,5 GHz ist heute schon gehobener Standard, die verbauten 2 GB Hauptspeicher wären Spitzenklasse. Das LC-Display mit 4,3 Zoll Diagonale hätte eine ordentliche 720p-Auflösung (1.280 x 720 px). Es gäbe eine überdurchschnittlich starke Batterie mit 2.100 mAh, eine Hauptkamera mit 12 Megapixeln und eine Frontkamera mit 720p-Videoaufzeichnung. Das E-ink-Display auf der Rückseite ist ebenfalls 4,3 Zoll groß und besitzt eine Pixeldichte von 200 dpi. Beide Screens sollen von Gorilla Glass geschützt sein.

Ferner soll das YotaPhone LTE-fähig werden - was weniger verwundert, da Yota der größte Hersteller von LTE-Routern in Russland ist. Trotz der zwei Screens soll es nur 10 mm dick sein und 140 g wiegen, womit man im Durchschnitt aktueller Mittelklasse-Smartphones läge. Als System käme Android 4.2 Jelly Bean zum Einsatz. Eigenentwicklungen der Software soll es ebenfalls geben, um etwa den zweiten Screen anzusteuern. Käme des Gerät heute auf den Markt, dürfte man die technischen Daten insgesamt zur Oberklasse auf dem Markt zählen.

Eine Idee auch für Tablets?

Wer sich mit der Idee anfreunden kann, dem machen einige weitere Informationen vielleicht Mut: Das YotaPhone ist kein Hobbyklitschen-Projekt, sondern laut den Herstellern bereits seit 2010 in Planung. Das Konzept sei damals keinem Geringeren als Russlands damaligem Präsidenten Dmitri Medwedew (heute Ministerpräsident) vorgestellt worden. Ein Jahr später wurde die Unterabteilung Yota Devices ausgegründet, nachdem man Investoren und Gesellschafter von der Idee überzeugt hatte. Im Mai dieses Jahres schließlich begann die Entwicklung der Hardware. Aktuell soll ein voll funktionsfähiger Prototyp vorliegen. Yota soll für das Phone 35 Ingenieure beschäftigen und mit einem Budget von 25 Millionen US-Dollar ausgestattet sein.

Es bleiben noch viele Fragen offen, allen voran natürlich: Wird das etwas taugen und werden wir das in absehbarer Zeit wirklich kaufen können? Was soll es kosten? Welche Formate unterstützt der Ebook-Reader? Und nicht zuletzt: Will man das eigentlich? Macht Ebook-Lesen auf einem vergleichsweise kleinen 4,3-Zoll-Screen Spaß? Ist das ein Konzept, das sich vielleicht auch für Tablets eignet, auf denen es doch eigentlich viel mehr Spaß macht, einen Roman zu lesen. Auf einem Smartphone hingegen? Ich weiß ja nicht...

Bis zum internationalen Start soll es fast noch ein Jahr dauern. Yota visiert für den Start im Heimatland das 3. Quartal 2013 an, für den internationalen Start das 4. Quartal. Dann aber könnte sie anbrechen, die Zeit, in der Ebook- und Smartphone-Freunde nur noch ein Gerät mit sich herumschleppen. Ich vermute aber einmal, dass es nicht all zu viele davon geben wird - was nicht bedeutet, dass das YotaPhone nicht trotzdem ein Erfolg werden könnte. Es macht auf den ersten Bildern eine gute Figur, und ein E-ink-Display lässt sich möglicherweise auch für andere Anwendungen benutzen, für die man nicht zwingend Millionen von Farben braucht. Einfach, um den Akku zu schonen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

  • Ich

    13.12.12 (09:47:27)

    Sollte der Link nicht eher nach Yota.RU als nach Yota.COM zeigen?

  • Jürgen Vielmeier

    13.12.12 (09:52:26)

    Ja, sollte er. ;) Oder noch besser: Dorthin, wo er jetzt zeigt. Danke für den Hinweis!

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer