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12.02.14Leser-Kommentare

Xiaomi: Der Smartphone-Geheimtipp aus China vorgestellt

Wer nach sehr guten Smartphones zum günstigen Preis sucht, ist bei Xiaomi richtig. Dieser Hersteller aus China ist im Heimatmarkt sehr erfolgreich, aber hierzulande noch ein Geheimtipp. Wir stellen euch seine interessantesten Geräte vor und zeigen, wie ihr sie bekommen könnt. Ein Gastbeitrag von Sergej Kaiser.

Xiaomi ist China die Nr.1 und will es nun auch außerhalb des Landes schaffen. Xiaomi ist China die Nr.1 und will es nun auch außerhalb des Landes schaffen.

Der etwas befremdlich klingende Hersteller Xiaomi gehört zu einem im Jahr 2010 gegründeten Konzern gleichen Namens. Nach nur drei Jahren hat es Xiaomi geschafft, in China die Marktführung bei Smartphones zu erlangen und dabei Samsung vom Thron zu stoßen. Dabei sind die Verkaufszahlen jährlich um etwa 150 Prozent gestiegen. Und die Ziele bleiben ambitioniert: In diesem Jahr soll sich die Anzahl verkaufter Geräte mehr als verdoppeln. Um das zu erreichen, hat sich Xiaomi eine etablierte Größe ins Boot geholt: Der ehemals für Android zuständige Google-Manager Hugo Barra soll dem Unternehmen neue Märkte erschließen. Anfang 2014 hatte Xiaomi die erste Expansion nach Singapur verkündet.

Mi3: High-End zum Einsteigerpreis

Xiaomi konzentriert sich überwiegend darauf, High-End-Geräte zu einem günstigen Preis anzubieten. Wenn man sich die technischen Details einiger Handys anschaut, stellt man schnell fest, dass diese mit den Großen wie Apple oder Samsung nicht nur mithalten können, sondern sie teilweise übertreffen.

Ein Beispiel dafür ist das Xiaomi Mi3: Dessen hochwertiges Kunststoff-Gehäuse ist mit einer Aluminium-Magnesium-Legierung überzogen. Im Inneren verbirgt sich ein schneller 2,3 GHz Quad-Core-Prozessor, dazu gesellen sich ein 5-Zoll-Display mit Full-HD-Aulösung, 16 oder 64 GB interner Speicher, eine Frontkamera mit 2 Megapixeln, eine Hauptkamera mit 13 Megapixeln und 2 GB RAM.

Um dem Mi3 eine lange Laufzeit zu geben, wird ein 3.050 mAh starker Akku verbaut. Zudem ist das Display "ultra sensibel": Damit kann man das Smartphone nicht nur mit Handschuhen benutzen, sondern auch mit nassen Händen. Ob man allerdings wirklich so oft nasse Hände hat, wenn man am Smartphone spielt, sei dahingestellt.

Als Betriebssystem kommt hier MIUI V5.0 zum Einsatz (über die Android-Variante MIUI gleich noch mehr). Der Preis dieses High-End-Gerätes liegt bei alledem bei gerade einmal umgerechnet 250 Euro. Und jetzt sollte auch klar sein, weshalb Xiaomi unter Fans als Geheimtipp gilt. Aber das wird es auch noch eine Weile bleiben, da Xiaomi seine Geräte noch nicht in Europa vertreibt. Deshalb muss man sich am Ende doch mit einem Preis von mindestens 400 Euro begnügen. Hier findet ihr eine Auflistung seriöser Shops in meinem Blog.

Kleiner aber trotzdem beeindruckend

Mit dem Xiaomi Mi2 hat der Hersteller auch ein klassisches "Mittelklasse"-Gerät im Programm. Alle technischen Details sind dementsprechend nicht ganz so stark wie beim Mi3, aber dafür punktet das Mi2 mit einem ebenfalls sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis.

Zur Leistung: Im Kunststoff-Gehäuse des Mi2 stecken ein 1,5 GHz Quad-Core-Prozessor, 2 GB RAM, 12 oder 32 GB interner Speicher, ein 4,3-Zoll-Display, eine 8-Megapixel-Hauptkamera, eine 2-Megapixel-Frontkamera sowie ein 2.000-mAh.Akku. Mit diesen Merkmalen kann es sogar fast mit dem HTC One mithalten, das lediglich einen stärkeren Akku (2.300 mAh), sowie leicht besseren Prozessor (1,7 Ghz Quad-Core) besitzt. Kauft man das Mi2 auf einem der weiter oben genannten Wege, landet man bei etwa 350 Euro Kaufpreis. Das HTC One bekommt man aktuell für etwa 450 Euro.

Neue Wege mit eigenem Betriebssystem

Den Begriff MIUI hatte ich schon in den Raum geworfen, ohne diesen jedoch näher zu erläutern. MIUI ist ein auf Android basierendes Betriebssystem ("Custom ROM"). Der große Unterschied zu ähnlichen Projekten liegt in der zentralen Entwicklung: Xiaomi hat ein eigenes Team für sein Betriebssystem und gewährleistet darüber wöchentliche Updates. Das hält die Zahl der Fehler besonders gering, die bei gewöhnlichen Custom ROMs oftmals recht hoch sein kann. Ein Nachteil: MIUI ist kein Open Source mehr und damit nicht so flexibel wie andere Android-Abwandlungen.

Schaut man sich die Benutzeroberfläche näher an, so kann man übrigens Ähnlichkeiten mit dem iOS von Apple erkennen, allerdings beschränkt sich das auf die App-Icons.

Ein von Xiaomi erstelltes Informationsvideo erklärt die Besonderheiten ein wenig anschaulicher, bekanntlich sagen Bilder auch mehr als tausend Worte:

www.youtube.com/watch

Mittlerweile hat MIUI viele Fans, weshalb es ein Leichtes ist, sein eigenes Handy mit diesem ROM zu bestücken. Anleitungen dafür finden sich im offiziellen Community Forum.

Über den Gastautor

Sergej Keiser betreibt www.XiaomiBlog.de, das er Anfang 2014 ins Leben gerufen hat. In diesem Blog will er Interessierte und Fans über alle Themen rund um Xiaomi informieren und mit Neuigkeiten auf dem Laufenden halten. Zurzeit steckt das Projekt noch in den Kinderschuhen, auf lange Sicht soll das Angebot um unabhängige Tests von Produkten rund um Xiaomi und weiteren Themen rund um Smartphones erweitert werden.

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Kommentare

  • Peter Müller

    12.02.14 (14:33:07)

    Das Beste wird leider im Artikel vergessen: Xiaomi-Smartphones sind praktisch ab Werk mit root-Fähigkeiten ausgestattet. Mit einem Klick in den Einstellungen bin ich Herr über mein Gerät (ohne Gefrickel, Geflashe usw.)! Das sollten andere Hersteller nachmachen!

  • Jan Tißler

    12.02.14 (21:12:28)

    Vielen Dank für die Ergänzung!

  • Ungeheuler

    13.02.14 (13:02:20)

    Gibts da kein Rechteproblem mit Apple?

  • Sergej Kaiser

    16.02.14 (17:17:05)

    Danke für die Ergänzung, habe ich selber noch nicht gewusst. So lernt man dazu :)

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