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23.02.10

Withings Waage im Test: Upload ja bitte, Twittern nein danke

Withings Waage stellt Gewicht, Körperfett und alles andere an ermittelten Daten ins Netz. Braucht's das? Unbedingt - selbst, wenn man es niemandem sagen will.

Das Gewicht ist, wie das Gehalt, eigentlich eine recht private Angelegenheit. Ich würde jedenfalls beides nicht gern öffentlich nennen. Aus anderen Lebensbereichen teile ich aber durchaus viel bei Twitter & Co. mit.

Wie ist nun die Waage von Withings zu beurteilen, die private Daten ins Netz stellt und damit eher von der mitteilungsfreudigen Sorte ist?

Bis zu einem gewissen Grad ist sie noch recht konventionell: Sie misst Gewicht, Körperfett, Wasser und errechnet den BMI (und erkennt dabei den jeweiligen Benutzer wieder). Dann gehts aber los: Per WLAN-Funktionalität. Sobald die drahtlose Netzverbindung per USB-Kabel eingerichtet ist, stehen die Türen offen für eine ganze Reihe von Online-Services.

 

Das gemessene Gewicht und die übrigen Werte können erstens in ein Cockpit auf der Withings-Website hochgeladen werden und stehen dort als Zeitreihe zur Verfügung. Für die mobile Nutzung gibt's eine Gratis-iPhone-App. Die Waage kann die Körperzusammensetzung ausserdem auch an Google Health pushen, einen Service, der noch nicht so richtig bekannt ist, aber durchaus Potenzial besitzt. Ärzte könnten damit auf eine zentralisierte Patientenakte zugreifen, und der Gewichts-, Körperfett- und noch mehr-Verlauf ist bei der Einschätzung der Gesundheit sicher eine Hilfe.

Auch twittern kann die Klatschbase von Waage. Ein hübsches Mittel, um für sich selbst Druck zu erzeugen, falls man irgendeine Veränderung an sich selbst anstrebt.

Ich höre die Frage: Wieso sollte eine Waage das alles können? Wieso sollte man seine Daten überall ins Netz stellen, womöglich sogar noch öffentlich?

Nun: Über das öffentlich kann man natürlich diskutieren, aber ich wage zu behaupten, dass man in ein paar Jahren fragen wird, wieso eine Waage die Daten, wenn überhaupt, nur lokal speichern soll. Als Fan von Software as a Service finde ich es super, meine Daten von überall her abrufen zu können, auch wenn es nur das eigene Gewicht ist.

Bequeme Sache: Am Morgen im Halbschlaf auf die Waage stehen, Blick nach unten überflüssig, und später im Zug schön das Gewicht ablesen.

Die Withings Waage ist allerdings mit 150 Euro kein preisliches Leichtgewicht.

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