Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

05.08.15

Wishbone im Test: Das heiß erwartete Thermometer, das sich als Technik-Schrott erwies

Wishbone startete als Crowdfunding-Projekt mit einem Höhenflug, legte aber in meinem Test eine astreine Crash-Landung hin. Mein Ergebnis ist eindeutig: Dieses Gadget ist ein Flop. Warum? Das verrate ich hier.

Wishbone (Bild: Wishbone.cc) Wishbone (Bild: Wishbone.cc)

Vor ein paar Monaten berichtete ich zum ersten Mal über Wishbone. Damals benötigten die Erfinder 25.000 US-Dollar, um ihren Traum von einem Thermometer-Aufsatz für Smartphones umzusetzen. Die Idee kam so gut an, dass am Ende über Kickstarter 204.188 Dollar durch 4.400 Unterstützer zusammenkamen. Einer dieser sogenannten "Backer" war ich. Leider, muss ich mittlerweile sagen.

Dabei klang das Konzept verheißungsvoll: Das Y-förmige Gadget steckt man in sein modernes Handy, um damit dann verschiedene Arten von Temperaturen zu messen: von der Körper- bis hin zur Umgebungstemperatur. Die zugehörige App zeigt nicht nur die Messdaten an, sondern speichert diese, um sie im zeitlichen Verlauf anzuzeigen. Perfekt für Fieberkurven oder dergleichen.

Schwankende, unbrauchbare Werte

So viel zur Theorie. In der Praxis entpuppt sich Wishbone bei mir als ziemlich unausgegoren. Diese Aussage habe ich noch freundlich formuliert!

Meine Probleme mit dem Crowdfunding-Produkt fingen damit an, dass Wishbone zwar wie versprochen die Temperaturen maß, aber die Werte total schwankend ausfielen. So hatte ich bei meinen verschiedenen Testläufen mal eine normale Körpertemperatur (also um die 36 Grad Celsius), plötzlich schnellten die Werte auf 39 Grad hoch, um dann urplötzlich auf 37 Grad zu fallen.

Bei allen Versuchen hielt ich mich stets an den vorgeschriebenen Abstand (zirka drei bis fünf Zentimeter), spielte damit aber auch herum. Die Erkenntnis war, dass die Ergebnisse in keinster Weise zu gebrauchen sind.

Ein ähnliches Bild bei der Messung der Umgebungstemperatur: Jedes Mal, wenn ich auf die App tippte, gab sie mir einen neuen Wert. Von Mal zu Mal fiel die angezeigte Temperatur um 0,2 bis 0,3 Grad, um sich nach rund 20 Klicks auf ein Messergebnis einzupendeln. Auch hier musste ich nach den ersten Durchläufen sagen: unbrauchbar.

Will mich Wishbone verarschen?

Deswegen legte ich Wishbone frustriert zur Seite. Doch am nächsten Tag juckte es mich wieder in den Fingern. Also startete ich eine neue Testreihe.

Dieses Mal fielen die Meßwerte eindeutig aus: es gab keine. Die App verweigerte sich jedes Mal. Stets hieß es, man könne keine Daten ermitteln. Also kontaktierte ich den Support. Der riet mir mehrere Maßnahmen, die ich größtenteils schon durchgeführt hatte: Smartphone neu starten, App deinstallieren und neu installieren, Wishbone mehrmals sanft ein- und ausstecken sowie die Batterien wechseln.

All das tat ich. Mehrfach. Das endete darin, dass ich hin und wieder die Raumtemperatur messen konnte (die Werte waren dieses Mal weniger schwankend und einigermaßen stimmig), aber die Thermometer-Funktion weiterhin ihren Dienst verweigert.

Dafür ließen sich mit etwas Zufall die Oberflächentemperaturen von Gegenständen messen. Doch die Werte waren jenseits von Gut und Böse: Laut der App wäre beispielsweise eine Flasche Mineralwasser, frisch aus dem Keller, über 80 Grad Celsius (nicht Fahrenheit!) heiß gewesen. So ein Blödsinn!

Fazit

Jetzt weiß ich, warum das Temperatur-Gadget Wishbone heißt: Man wünscht sich, dass der Knochen funktionieren möge.

Spaß beiseite: Leider entpuppte sich auch dieses Crowdfunding-Projekt bei mir als totaler Reinfall. Wie schonso oft habe ich mein Geld leider für Technik-Schrott ausgegeben, der von Anfang an nahezu unbrauchbar war.

Deswegen sage ich: Finger weg vom Wishbone!

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer