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03.03.09Leser-Kommentare

T-Mobile G1 im Test II: Nicht alles ist toll

Ein paar Wochen lang hat mich das T-Mobile G1 im Einsatz begleitet. Am Ende war ich ein wenig traurig, dass ich es zurück schicken musste, auch wenn es gravierende Schwächen hat.

T-Mobile G1 - Die Rückseite des Handys ist einfach gehaltenGestern gab es den ersten Teil des G1 Tests, in dem ich mehr auf die Vorzüge des Telefons eingegangen bin. Die sind tatsächlich beträchtlich, doch wo viel Licht ist, da ist leider auch viel Schatten. Man merkt dem Telefon leider an einigen Stellen an, dass man es relativ schnell auf den Markt geworfen hat. Während manchen Bedienungsprobleme noch nachvollziehbar sind, so hört der Spaß bei der Energieversorgung auf. Ich kann wirklich nicht verstehen, warum man ausgerechnet bei einem Telefon, mit dem man andauernd online sein und konsumieren soll, einen so schlechten Akku verbaut:Was mir nicht gefallen hat:

- Der Akku. Ich weiß nicht unter welchen Laborbedingungen T-Mobile auf eine Sprechzeit von 7 Stunden kommen will, mir ist das nicht gelungen. Vor allem die 3G Nutzung saugt das Handy blitzschnell leer.

T-Mobile G1 - Ohne Power Manager geht nichtsWer dauernd seine Mail abfragt und beantwortet, im Netz surft und sonst wie mit dem Gerät spielt, braucht schnell eine Steckdose. Einen Tag hält man damit nicht aus. Vor allem gegen Ende des Akku-Zyklus geht es rapide bergab. Abhilfe verschafft die Applikation "Power Manager", die nicht genutzte Dienste abschaltet. Damit geht es dann einigermaßen. Trotzdem ärgerlich und ein echtes Gegenargument bei einer Kaufentscheidung, denn wenn man dauernd im Hinterkopf haben muss, dass der Akku halten soll wenn man mal einen Tag ohne Steckdose verbringen muss, ist das auch nicht Sinn der Sache. Da das Telefon noch sehr neu ist, gibt es auch kaum Geräte, die zusätzlichen Strom liefern. Bleibt zu hoffen, dass entweder Android den Stromverbrauch mittels Softwareupdates verbessert, oder T-Mobile/HTC nachlegt.

- Die Bedienung ist teilweise ungewohnt. Das sage ich mit der Einschränkung, dass ich halt das iPhone gewohnt bin. Will man zum Beispiel eine neue URL aufrufen, muss man den Menüknopf drücken und dann das URL Menü öffnen.

T-Mobile G1 - Manchmal etwas unnötig kompliziertGewöhnt man sich dran, aber die Variante beim iPhone, wo man oben eine URL Leiste hat, ist doch deutlich angenehmer. Das gilt auch, wenn man eine Seite zurückblätter möchte. Das geht nicht über den Touchscreen, sondern über die Pfeiltaste, unten am Handy. Muss man auch erst mal drauf kommen. Da ist beim iPhone vieles intuitiver gelöst worden.

- Der Touchscreen arbeitet manchmal sehr schleppend und oft ist um Zusammenhang mit der fehlenden Multitouch-Funktion einfach nervig kleine Links richtig zu treffen. Da man im Browser den Ladevorgang nicht unterbrechen kann, wartet man dann ewig. Da hilft dann manchmal der Trackball, aber ich habe mich doch mehrfach über die schwere Bedienung geärgert.

- Das Display könnte 600 Pixel in der Größe vertragen. Es ist doch etwas klein, wenn auch gut lesbar.

Bevor ich zum Fazit komme, muss ich noch etwas zum Traif sagen. Das G1 funktioniert ausschließlich mit einer Datenflatrate, alles andere ist sinnlos. Auch muss man auf jeden Fall im Ausland alle Active Sync Programme per Hand deaktivieren, was aber im Menü schnell erledigt ist. Wer in Grenznähe wohnt und schon mal schnell in einem ausländichen Netz ist, sollte die Finger vom Telefon lassen.

Fazit:

Wer sich ein G1 zulegt, dem muss klar sein, dass er auch wenig Beta-Tester ist. Man merkt der Software, aber auch dem Telefon an, dass man es mit ein wenig Druck im Rücken auf den Markt gebracht hat. Allerdings sollte man bei aller Kritik nicht vergessen, dass auch die erste Generation des iPhones so seine Macken hatte. Auch hier klemmte gerne mal was und die ersten Akkus waren schnell geleert. Apple hat da nach gebessert und das sollte T-Mobil auch dringend machen. Und zwar auch für die User, die sich jetzt schon ein G1 kaufen.

Im täglichen Einsatz hat das G1 kaum Probleme bereitet. Im Gegenteil, es hat, trotz des nicht ganz einfach zu bedienenden Touchscreen, richtig Spaß gemacht. Auf dem Flughafen hat es mir die Wartezeit verkürzt, mehr als einmal habe ich die Lokalisierung genutzt und der UMTS Empfang war ohne Tadel. Man gewöhnt sich extrem schnell an die Active Sync Sache, auch wenn Google nun für das iPhone etwas ähnliches auf den Markt gebracht hat.

Das G1 ist ein Telefon für die "early adopter", also jene Menschen, die gerne die neueste Technik in der Hand haben. Dafür, dass es mit einer komplett neuen Software läuft, läuft es sehr stabil, aber die User leiden unter dem schwachen Akku und einigen schlecht laufenden Applikationen. In vielen Bereichen hält das G1 mit dem iPhone mit, und vielen anderen fällt es aber auch zurück. Dennoch gibt es ein gewichtiges Argument, dass für das G1 spricht - der Preis.

T-Mobile G1 - Eine Frage der PhilosophieWährend das iPhone im Netz selten unter 600 Euro zu bekommen ist, gibt es das G1 im T-Mobile Shop für 459 Euro. Bei Ebay fällt der Preis im Wochenrhythmus und liegt heute bei rund 350 Euro. Das ist nicht viel und man bekommt kaum ein modernes Smartphohe mit Touchscreen für den Preis. Als einzige Alternative fällt mir da nur das Sony Xperia (rund 500 Euro bei Ebay) ein oder das Nokia E71, das für rund 300 Euro bei diversen Onlineshops zu haben ist. Das Xperia haben wir gerade im Test, aber da schreckt mich persönlich Windows Mobile ab, das E71 könnte ein größeres Display und einen Touchscreen vertragen. Zu dem hinkt Symbian in Sachen Bequemlichkeit Android und Apple hinter her.

Wem der Akku zu schwach ist oder wer kein iPhone haben möchte, der sollte vielleicht noch bis zum Sommer warten, wenn das Nokia N97 auf den Markt kommt. Abwarten muss man noch, was das Vodafone Magic mit Android bringt, aber die ersten Daten sahen jetzt nicht so aus, als ob es sich in Sachen Akku all zu sehr vom G1 unterscheidet. Zu dem fehlt dem Magic die ausfahrbare Tastatur. Wer nicht permanent unterwegs ist, für den lohnt sich das G1 bei dem Preis auf jeden Fall.

Kommentare

  • Christian Reiter

    03.03.09 (13:11:45)

    Ich möchte auf zwei Fehler im Artikel hinweisen: Es ist nicht nötig, am G1 bei einem Auslandsaufenthalt oder sonstigem Roaming den Sync abzuschalten. Hierzu gibt es im Menü eine Option "Datenroaming" welche das Syncen von Daten ausserhalb des Heimatnetzes automatisch deaktiviert. Auch handelt es sich beim Synchronisierungsverfahren nicht um "ActiveSync" (ActiveSync ist von Microsoft, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/ActiveSync) sondern um ein eigenes Verfahren von Google welches mit ActiveSync nicht kompatibel ist.

  • matthias

    03.03.09 (13:48:36)

    An zukünftigen Handys darf man wohl auch auf das Palm Pre gespannt sein.

  • rotzlöffel

    03.03.09 (14:00:56)

    "An zukünftigen Handys darf man wohl auch auf das Palm Pre gespannt sein." sorry, aber so ein deutsch geht ja mal gar nicht! da hilft auch das schicke bildchen nicht! ;)

  • wakila

    03.03.09 (14:21:23)

    ich benutze das G1 mit einer Simyo Karte. Funktioniert einwandfrei. Mit dem Powermanager geht das mit dem Akku eigentlich auch in Ordnung. Solange ich das Ding in der Tasche habe, brauche ich kein Wlan, 3G, Bluetooth oder sonstirgendeinen Dienst. Ich hoffe nur, dass auf dem Androidmarkt bald ein paar brauchbare Apps kommen. Und warum nicht alle Apps im Markt sind, manche nur vom Handy aus, und andere nur über die Webseite erreichbar sin ist mir schleierhaft. achja, etwas merkwürdig kam es mir schon vor als ich im Lieferumfang von meinem Handy insgesamt 3 Akkus, einen Carcharger, einen USB Lader, eine Dockingstation mit extra Akkulader, und ein normales Ladekabel fand... veranlasste mich von Anfang an etwas sparsamer mit der Ressource Akku umzugehen... Da ich Bildschirmtastaturen wie bim Iphone nicht austehen kann, und ich eine gefühlte viertelstunde für das Beantworten einer Email damit benötige, liebe ich mein G1 mit der Tastatur.

  • pumpkin

    12.03.09 (21:16:26)

    ist das htc magic eine neuere version des g1 oder nur ein google handy für vodafone?

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