Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

30.05.16Kommentieren

Hardware

Waverly Labs Pilot: Simultanübersetzer als In-Ohr-Kopfhörer

Frank Müller

Waverly Labs behauptet, einen Simultan-Übersetzer erfunden zu haben, der sich im Ohr tragen lässt und auch Offline in Echtzeit übersetzen kann. Der sogenannte Pilot wird einfach im Ohr getragen und soll direkte Dialoge zwischen Menschen ermöglichen, die die Sprache des anderen nicht beherrschen. Angesichts dessen, was Google Translator und ähnliche automatische Übersetzer zur Zeit noch liefern, klingt das allerdings fast zu schön, um wahr zu sein.


(Bild: Waverly Labs)

Eine Welt ohne Sprachbarrieren

Douglas Adams’ Science-Fiction-Bestseller „Per Anhalter durch die Galaxis“ musste man noch einen kleinen Fisch im Ohr tragen, der von jeder Sprache in eine andere übersetzen konnte und darum Babelfisch genannt wurde. Waverly Labs nennen ihren In-Ohr-Übersetzer einfach Pilot.

Das Unternehmen verspricht eine Welt ohne Sprachbarrieren. Zunächst in Sprachen auf romanischer und germanischer Basis wie Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch, später sollen auch slavische, ostasiatische und semitische Sprachen dazukommen sowie Hindi.

Start für den  Sommer 2016 angedacht

Die App soll noch dieses Jahr herauskommen. Im Sommer 2016 soll man sich von der Leistungsfähigkeit der Software überzeugen können, die das Lexikon für die Übersetzung liefern soll. Das ganze Paket Waverly Labs Pilot soll dann im Frühjahr 2017 lieferbar sein und umgerechnet knapp 270 Euro kosten.

In diesem Preis sind zwei In-Ear-Übersetzer enthalten, mit denen sich zwei Personen unterhalten können, ein Batterieladegerät und die App zur Steuerung. Einige Sprachen sind vom Basispreis abgedeckt, andere werden sich als zusätzliche Sprachpakete herunterladen lassen.

Volumenbasiertes Lizenzmodell für Firmenkunden

Für Firmenkunden sollen andere Preise gelten, das Unternehmen plant ein Volumen-basiertes Lizenzmodell, ohne näher ins Detail zu gehen oder Preise zu nennen. Überhaupt befindet sich das ganze Projekt noch in einem sehr frühen Stadium.

Waverly Labs nimmt momentan Vorbestellungen entgegen, über eine Indiegogo-Kampagne sollen weitere Vorbesteller gewonnen werden, die ungefähr 50% des Preises einsparen können. Weitere Informationen sind auf der Website von Waverlylabs zu finden. Das Unternehmen verspricht, alle Fragen demnächst in einem Video zu beantworten.

Hype oder Realität?

Wer schon einmal versucht hat, eine Übersetzung zu verstehen, die der Google Translator angefertigt hat, wird skeptisch sein, was der Simultan-Übersetzer Pilot von Waverly Labs leisten kann. Zumal noch offline und in mehreren Sprachen. Was ist mit Dialekten und undeutlicher Aussprache?

Die Diktierfunktion im iPhone ist schon ziemlich gut darin, Gesprochenes zu verstehen und in Text umzuwandeln. Allerdings nur, solange über eine schnelle Internetverbindung auf leistungsfähige Serverfarmen zurückgegriffen werden kann. Und selbst dann gibt es immer wieder Verständnisprobleme.

Und ein kleiner In-Ohr-Übersetzer soll reibungslose Dialoge zwischen Menschen verschiedender Muttersprachen ermöglichen? Mir persönlich scheinen die Versprechungen zumindest beim augenblicklichen Stand der Technik etwas zu schön, um wahr zu sein. Zumindest den Nutzern der ersten Generation prophezeie ich viele frustrierende Gesprächspausen und Missverständnisse. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen!

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer