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12.11.12

Vom iPhone 4 zum Nexus 4 (1): Was das Nexus 4 für einen iPhone-Nutzer so interessant macht

Heute ab Mitternacht wird man das Nexus 4 kaufen können und ich werde zu denen gehören, die sich in die virtuelle Schlange stellen. Das Nexus 4 wird dabei mein iPhone 4 ablösen. Warum der Wechsel? Weil das Nexus 4 in gewisser Weise ein iPhone mit Android zum Kampfpreis ist.

Um es gleich vorweg zu schicken: Ich halte nichts davon, Marken oder ihre Produkte religiös zu überhöhen. Für mich ist es keine Glaubensfrage, welche Geräte ich mir kaufe. Ich muss mich nicht "zugehörig" fühlen und ich brauche auch kein Smartphone, damit ich mir besser als andere vorkomme. Es gibt diverse Gadgets dort draußen und jeder soll sich kaufen, was ihm oder ihr am besten passt und gefällt.

Ich hatte das erste iPhone als Testgerät und nach etlichen Jahren Nokia war es nicht weniger als eine Offenbarung. Okay, also doch ein bisschen Religion. Aber es gab immerhin gute Gründe: Die Benutzerführung, der Browser, das Design – man hatte so etwas noch nicht gesehen. Gekauft habe ich mir aber trotzdem erst das iPhone 4, denn ich wollte abwarten, bis sich Hardware und Software so weit entwickeln, dass ich keine Rückschritte mache. Es war nicht einfach, sich so lange kein iPhone zu kaufen...

Ebenso verfolge ich mit großem Interesse die Entwicklung bei Android. Kaum jemand konnte sich angesichts des HTC G1 vorstellen, dass hier der kommende Marktführer auf den Plan getreten war. Aber Google und seine Partner trieben das OS in atemberaubendem Tempo voran. Firmen, die wie beispielsweise Samsung wegen des iPhone in eine Sinnkrise gestürzt waren, griffen sich diese Möglichkeit und machten etwas draus. Android kam genau zur rechten Zeit.

Klar war mir, dass ich Android im Alltag ausprobieren wollte. Testgeräte allein reichen da nicht. Wenn man für eines der größten deutschsprachigen Gadgetblogs arbeitet, ist das auch sozusagen Pflicht. Ehrlich gesagt ist mein Beruf da aber nur eine Ausrede – wie so oft. Denn ich bin nun einmal neugierig und probiere gern neue Dinge aus.

Android nackt, so wie Google es schuf

Klar war mir aber auch, dass ich ein Nexus-Gerät haben wollen würde. Vielleicht ändere ich meine Meinung noch, wenn ich Android erst einmal besser kenne. Aber für den Anfang möchte ich gern Android nackt, so wie Google es schuf.

Ach, jetzt habe ich ja noch eine weitere religiöse Anspielung in den Text eingebaut. Verdammt. Ich schreibe mal schnell weiter, vielleicht merkt es ja keiner.

Jedenfalls: Die vorherigen Nexus-Geräte hatten mich noch nicht überzeugt. Auch Android selbst hatte doch noch einige Ecken und Kanten, auch wenn die Fans das nur im kleinen Kreis zugeben mögen. Inzwischen aber hat sich das alles spür- und sichtbar weiterentwickelt.

Das bessere iPhone?

Das Nexus 4 ist dabei dem iPhone 4 in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich und übernimmt sogar Dinge, die andere am iPhone 4 kritisieren: Glasrückseite, fest verbauter Akku, kein SD-Kartenslot. Das alles kenne ich von meinem iPhone 4 und ich weiß, dass ich das vollkommen in Ordnung finde. Auf LTE kann ich in Deutschland ebenfalls bestens verzichten. Damit habe ich alles abgehakt, was in den Testberichten zum Nexus 4 auf der "Contra"-Seite steht.

Das Design macht sich auf den Bildern wirklich sehr gut, vor allem, wenn man den Preis bedenkt. Und überhaupt: der Preis. Hier fährt Google einen erstaunlich aggressiven Kurs, den wohl auch so mancher Partner mit Schmerzen beobachtet. Aber auf dem Android-Markt werden nun einmal keine Freundschaften geschlossen. Hier kämpft jeder für sich und versucht so viele Features wie nur möglich zum günstigsten Preis anzubieten. Das Nexus 4 lässt dabei nicht nur das iPhone noch teurer aussehen als es bisher sowieso schon ist. Auch ein Samsung Galaxy SIII kommt plötzlich in Erklärungsnöte. Es bietet zwar hier und da noch mehr, aber festzuhalten bleibt: Das Nexus 4 ist auch für andere Android-Handys eine Kampfansage. Ob das eine so gute Idee von Google ist, werden wir in einigen Monaten wissen. Vielleicht braucht mancher Hersteller diesen Tritt in den Hintern, zum Beispiel wenn es um das leidige Thema Android-Updates geht.

Auslandsaufenthalt in Androidien

Kurzum: Das Nexus 4 ist ein schönes Gerät mit sehr guten Leistungsdaten, das zudem mit dem neuesten Android direkt von Google kommt. Und man muss lediglich 299 Euro auf den Tisch legen. Ich werde mir für 349 Euro die 16-GB-Variante holen. Ich bin sehr gespannt auf die aktuellste Android-Version und auf die neuen Möglichkeiten, die sich mir eröffnen.

Ich sehe meinen Wechsel von iOS zu Android ein bisschen so wie einen Auslandsaufenthalt: Es ist immer gut, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Und manchmal gefällt es einem so gut, dass man ganz auswandert...

Ich werden immer mal wieder hier darüber berichten, wie mein Wechsel läuft und auf welche Schwierigkeiten ich stoße oder was sich als gar nicht so problematisch wie gedacht herausstellt. Und falls ihr ebenfalls bereits Erfahrungen mit dem Wechsel von iOS zu Android habt, dann gebt sie gern in den Kommentaren weiter.

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