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28.12.16Kommentieren

Software

Die besten Skype-Alternativen

Frank Müller / Jürgen Kroder

Als einer der Pioniere des Videochat ist Skype für viele die erste Wahl, wenn es um Videokonferenzen geht. Aber so verbreitet das Microsoft-Tool auch ist, es gibt eine Menge Alternativen, die es wert sind, ausprobiert zu werden. Wir werfen unter anderem einen Blick auf Google Hangouts, Google Duo, Apple Facetime und einen echten Veteranen.

Skype und seine Alternativen: Die besten Programme für die Videotelefonie

Muss es immer Skype sein, wenn man übers Internet telefonieren möchte? Nein, natürlich nicht. Mittlerweile können Sie mit zahlreichen Alternativen am PC und Notebook oder via Smartphone und Tablet mit Kollegen und Freunden telefonieren und dabei auch noch das Gegenüber sehen. Folgende ausgesuchten Programme beherrschen die Videotelefonie bzw. Bild-Telefonie ebenso gut wie Skype.

Skype: Der bekannte Videotelefonie-Pionier

Bevor wir uns der Konkurrenz widmen, möchten wir zuerst noch ein paar Worte über das Programm verlieren, welches die Videotelefonie übers Netz groß gemacht hat: Skype.

Im Juli 2003 haben ein Schwede und ein Däne in Luxemburg das Unternehmen dahinter gegründet. Die Software wurde innerhalb des ersten halben Jahres nach der Gründung über drei Millionen Mal heruntergeladen. 2005 wurde Skype von eBay aufgekauft, 2011 ging es in den Besitz von Microsoft über.

Skype läuft unter Windows, Linux und OS X/macOS, außerdem auf allen gängigen Smartphone-Systemen. Nutzer können Videokonferenzen abhalten, per Tastatur chatten und animierte Emoticons verschicken oder auch nur telefonieren. Das Programm zur Bild-Telefonie wurde inzwischen mehr als 600 Millionen Mal heruntergeladen.

Die Zahlen zeigen, das Skype und das Verb "skypen" mittlerweile zum Synonym für Videotelefonate geworden sind. Doch es gibt auch noch andere sehr gute Dienste, auf die man mal einen Blick werfen sollte.

ICQ: Der Chat-Klassiker

ICQ ist älter als Skype. Der erste ICQ Instant Messenger wurde 1996 vom israelischen Start-up Mirabilis veröffentlicht - damals noch als reiner Textmessenger ohne Videoübertragung. AOL kaufte 1998 die vielversprechende ICQ-Firma, um sie 2010 an das russische Investment-Unternehmen Digital Sky Technologies (heute Mail.ru Group) zu verkaufen.

ICQ hat sich vom reinen Textmessenger zu einem Dienst gewandelt, der neben Textchats und Sprachnachrichten ebenso wie Skype Videotelefonate bietet. Zielgruppe dürften zwar eher Teens als Geschäftsleute sein, aber von den Möglichkeiten her muss sich ICQ nicht hinter Skype verstecken.

Trotzdem gilt ICQ hierzulande eher als Relikt aus vergangenen Zeiten. In Brasilien hingegen ist der Dienst laut einem Bericht von ZDNet wieder sehr beliebt. Generell sieht das Unternehmen Wachstumschancen in Märkten, die US-amerikanischen Diensten eher skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen.

Apple Facetime: Der Skype-Konkurrent für Apple-Fans

Apples Skype-Konkurrent Facetime ist insofern ein Sonderfall, da er nur auf Geräten von Apple läuft, dort aber schon von Haus aus installiert ist. Nutzer von Windows, Android oder Linux können Facetime also nicht verwenden.

Arbeitet man aber in einer Branche, die hauptsächlich Apple-Geräte verwendet (häufig in der Werbung, Film- oder Audioproduktion), dann ist Facetime sehr praktisch, weil es keine weitere Installation benötigt und auch im Netzwerk funktioniert. Egal, ob auf mobilen Geräten oder am Desktop-Rechner: Öffnet man Facetime, gilt es, sich zwischen Video- oder Audio-Telefonie zu unterscheiden.

Google Hangouts: Die Skype-Alternative von Google

Seit 2013 ersetzt Google Hangouts die älteren Dienste Google Talk und Google+ Messenger. Ein kostenloses Google-Konto ist Pflicht, wenn man Hangouts nutzen will. Viel mehr braucht man aber auch nicht, die Software lässt sich über den Webzugang des Browsers nutzen, als Chrome-Extension installieren oder für Android-, iOS- oder ChromeOS-Geräte herunterladen.

Google Duo: Videotelefonie für Smartphones

Im Mai 2016 stellte Google seine neuen Kommunikationsdienste Duo und Allo vor. Diese sind insofern etwas besonderes, da sie sich jeweils nur auf eine Sache konzentrieren und nur für mobile Geräte (iOS und Android) veröffentlicht wurden. Google Duo ist ein reiner Videochat-Messenger, während Google Allo eher ein WhatsApp-Pendant darstellt.

Google Duo erinnert in seiner Schlichtheit an Facetime. Hier ist nach der ersten Installation nichts einzustellen. Ein paar Mal zustimmen, seine Rufnummer mit der App verknüpfen, und schon kann es losgehen: App öffnen, auf „Videoanruf“ klicken und einen Gesprächspartner aus den Kontakten aussuchen. Nicht einmal die Wahl zwischen Audio- und Videotelefonie bleibt. Einfacher geht es nicht.

Facebook Messenger: Skypen über Facebook

Nicht nur Microsoft, Apple und Google buhlen um die Videotelefonie-Nutzer, sondern auch Mark Zuckerberg mit seinem immer größer werdenden Online-Imperium. Da wäre zum einen Facebook, dessen Messenger mittlerweile mehr als nur ein Chat-Programm ist. 

Auf Smartphones, Tablets wie auch Windows- und Mac-Computer kann man über den Facebook Messenger per Bildansicht telefonieren. Das macht Sinn, immerhin halten sich viele Menschen eh in der App auf, um sich auszutauschen. 

WhatsApp: Videotelefonie möglich

Ein weiteres Programm, das zu Facebook gehört, ist WhatsApp. Auch dieses Chat-Programm bietet mittlerweile eine Funktion für Videoanrufe an. Nachdem es diese Funktion anfangs nur für Android gab, wurde sie später für iOS und Windows Phone nachgereicht. 

Risiken für Unternehmen

Das Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik (ESK) rät laut Heise davon ab, Skype für sicherheitskritische und unternehmensrelevante Informationen zu nutzen. Das gilt auch für die klassische unverschlüsselte Telefonie sowie für alle Kommunikationsdienste mit proprietärer Verschlüsselung, die nicht überprüft werden kann.

Bei der kostenpflichtigen Version von Skype - Skype for Business (ehemals Lync) -, für die man eigene Server und eine Windows-Domäne braucht, hat das Institut keine Sicherheitsbedenken.

Fazit: Videochat ist mehr als nur Skype

Der Videochat mit Kollegen und Kunden ist eine prima Sache, um sich auszutauschen. Und es gibt mehr Dienste als nur Skype. Wenn allerdings hochgeheime Dinge besprochen werden, die auf keinen Fall an die Öffentlichkeit dringen dürfen, sollte man entweder zu Skype for Business greifen oder sich doch im echten Leben treffen - abhörsicher, versteht sich.

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