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14.06.14Leser-Kommentare

Vergesst das Wort „smart“: Trinkbecher Vessyl klingt nach der Erfindung des Jahres

Heutzutage wird alles „smart“ genannt, was sich kabellos mit einem Smartphone verbinden lässt. Der Trinkbecher Vessyl ist es wirklich: Er soll erkennen, welches Getränk in den Becher gefüllt wird und will damit zu einer besseren Ernährung beitragen. Die Idee ist genial.

Trinkbecher, der erkennt, was drin ist. Alle Bilder: Mark One

Selten liest man sich die Liste der häufigen Fragen durch und erhält so oft ein echtes „Ja“. Kann der Becher auch Joghurts erkennen? Klar, kein Problem. Kann man ihn in den Kühlschrank stellen? Ja, sicher. Erkennt das Ding den Unterschied zwischen Trinken und Spülen? Selbstverständlich. Und funktioniert das auch mit Alkohol? Aber sicher!

Vessyl von Mark One verfügt über Sensoren, die erkennen wollen, welches Getränk gerade eingefüllt wird und woraus es besteht: wie viel Zucker, wie viel Protein, wie viel Koffein? Aber mehr noch: Vessyl will erkennen, welche Marke eingefüllt wird. Sprich: Man erfährt nicht nur, dass es ein Softdrink ist, sondern Vessyl weiß, ob Mountain Dew, Coca Cola oder Sprite.

 

Natürlich dient das alles - mal wieder - unserer Gesundheit. Angeschlossen an den Trinkbecher ist eine App, die im Hintergrund protokolliert, wie viel böse Inhaltsstoffe wie Zucker oder Alkohol ihr pro Tag trinkt. Nach Moralkeule klingt das hier aber nicht: Vessyl will einfach nur darauf aufmerksam machen und so für Inhaltsstoffe sensibilisieren. Das Projektvideo stellt den Becher vor:

www.youtube.com/watch

Über die Technik verrät Hersteller Mark One leider nicht viel. Sieben Jahre in der Entwicklung sei Vessyl gewesen, 385 ml passen herein. Via Bluetooth 4.0 Low Energy koppelt es sich mit einem damit kompatiblen Smartphone. Welche Sensoren und welcher Mikroprozessor zum Einsatz kommen, ist ein großes Geheimnis.

Weiß, was drin ist

Ich habe so meine Zweifel, dass Vessyl schon zu diesem Zeitpunkt ein Beck's von einem Bitburger unterscheiden kann, aber das kann ja noch kommen. Weiß das Gerät nicht genau Bescheid, welche Marke eingefüllt wird, soll es zumindest die Art des Getränks erkennen. Schön auch: Die dazu passende App informiert auf Wunsch per Push-Meldung auf dem Smartphone, dass man - zum Beispiel - soeben 35 Gramm Zucker und 35 Gramm Protein getrunken hat. Die Software kann auch davor warnen, dass es nach noch einer Tasse Kaffee mehr später schwierig mit dem Schlafen werden kann oder wenn man allgemein an einem Tag recht wenig getrunken hat.

Auch nicht schlecht wäre die Warnung vor einem zu sauren oder zu heißen Getränk oder auch vor möglichen Giftstoffen, aber nicht alles davon kann Vessyl schon zu diesem Zeitpunkt. Macht aber eigentlich nichts. Das Gerät klingt nach einer guten Idee mit viel Potenzial. In den Verkauf gehen soll es Anfang 2015, wer jetzt schon bestellt, zahlt inklusive Versand ins US-Ausland umgerechnet knapp 87 Euro. Der reguläre Verkaufspreis soll 160 Euro betragen.

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Kommentare

  • itom

    14.06.14 (08:07:58)

    sorry,vielleicht bin ich ja altmodisch,aber wollen wir jetzt alles und jedes irgendwelchen sensoren am körper,im becher,im eisschrank,im bett...überlassen,statt uns auf unseren verstand und gefühl zu verlassen,aber dies scheint immer mehr menschen abhanden gekommen zu sein......

  • Reinhard

    14.06.14 (08:29:05)

    @itom: einerseits hast du recht, eigentlich reicht ein Blick auf das Flaschenetikett und ein kleiner Dreisatz um zu einem richtigen Ergebnis zu kommen. Andererseits sehe ich hier auch Anwendungsgebiete die eindeutig jenseits der Fähigkeiten menschlicher Wahrnehmung liegen. Stell dir z.B. mal vor, eine Disco bietet nur solche Trinkgefäße an und die können den Gast warnen, wenn etwas ins Getränk gegeben wurde was da nicht reingehört (Stichwort: KO-Tropfen)

  • Stephan

    14.06.14 (09:51:49)

    @Reinhard: Das mit den Discos wäre unbezahlbar. Ich will nicht wissen wie viele Glässer in einem Club jede Nacht kaputt gehen. Davon abgesehen gehört das richtige Glas (und nicht ein Plastik oder Alu-Becher, der mit Elektronik vollgestopft ist) zu bestimmten Getränken einfach dazu. Einen Longdrink für 10€ würde ich nicht aus sowas trinken wollen. Gegen KO-Tropfen ist das wirksamste Rezept sein Getränk einfach nicht aus den Augen zu lassen.

  • Stephan

    14.06.14 (10:07:53)

    Was den Becher selbst angeht: Ist ein Schritt in eine interessante Richtung. Wir wissen dass Menschen gerne tracken, siehe Fitnesstracker oder Schlaftracker. Es gibt nur nicht ganz so viele Dinge im Leben eines Menschen bei denen das Tracking wirklich einen Nutzen produziert. Der Grad an körperlicher Bewegung ist sicherlich etwas sinnvolles. Mindestens genauso sinnvoll, vielleicht noch sinnvoller, wäre es tracken zu können welche Nahrung der Körper zu sich nimmt. Ja - es gibt 1 Mio. Kalorienzähler Apps, von denen viele auch sehr advanced sind, was die Usability angeht. Aber so richtig spannend wir dieses Thema erst dann wenn jemand einen Weg findet automatisch zu tracken was der Mensch zu sich genommen hat. Dann wird das aber auch ein Megatrend sein, der den Sport- und Abnehmmarkt (alleine in Deutschland > 5 Bn €) revolutionieren wird. Dieser Trinkbecher ist ein Ansatz der in diese Richtung geht. Die Nachteile liegen natürlich auf der Hand. Es können nur Getränke getrackt werden und auch nur dann wenn sie mit diesen Becher getrunken wurden, also eigentlich nur wenn man zu hause ist. Wegen dieser praktischer Nachteile wird das Teil auch nicht mehr als Nerd-Gadget und damit Nischenprodukt sein.

  • Hausverwaltung Essen

    14.06.14 (11:50:02)

    Klingt eher nach einem Gag - Werbegag! Kann mir kaum vorstellen, dass das Ding so funktionieren soll!

  • Chriss

    14.06.14 (11:50:06)

    Eine gute Idee, die Umsetzung ist unrealistisch. Zeigt mir einen Sensor, der zur Zeit Fruktose, Saccharose, Glukose, Maltose, Lactose etc. erkennen kann. Zucker ist nicht Zucker und Protein ist nicht Protein. Fragt mal bei einer Brauerei nach dem Sorbitolgehalt von Bier nach, kann kaum einer beantworten. Ich lass mich gerne überraschen, aber werds sicher nicht kaufen.

  • Mike

    14.06.14 (19:15:59)

    Wenn das Ding wirklich so funktioniert wie beschrieben: Einzigartig! Allein die ganzen Möglichkeiten: Diäten, Diabetiker, Sportler etc. Und wenn es das wirklich alles kann finde ich den Preis auch nicht unbedingt teuer - jedenfalls besser als so ein oller Wlan-Wasserkocher....

  • Reinhard

    14.06.14 (22:03:43)

    ich denke, hier kommt als Sensor nur ein Nahinfrarotspektroskop in Frage. Diese können mittlerweile tatsächlich in entsprechender Größe produziert werden, dass sie in so einem Becher verbaut werden könnten. Bei Flüssigkeiten dürfte die Genauigkeit auch ausreichend sein um Ernährungsrelevante Konzentrationen von Stoffen zu erkennen, das sind ganz andere Ansprüche als in der industriellen Lebensmittelchemie. Ich halte das ganze also durchaus für möglich.

  • jan

    15.06.14 (06:03:45)

    Wenn es funktioniert: Perfekt für Menschen mit Krankheiten, alte tüddelige Menschen, Sehbehinderte etc. Aber bis dahin: Ich will Beweise :D Und wenn das Ding irgendwann den Tee erkennt, den ich kochen möchte und mir den perfekten Zeitpunkt zum rausziehen des Beutels nennt, kauf ich mir auch so'n ding :D

  • Ralf.HH

    15.06.14 (06:20:38)

    Also ich kann mich da nur anschließen frage mich auch, ob wir noch alle Latten am Zaun haben. Wenn mir der Becher sagen muss was und wieviel ich trinke, dann habe ich wohl ein anderes Problem. Aber vielleicht macht das Getränke-Analyse-Teil ja in anderen Bereichen noch Furore... Zum Beispiel könnten die schwarzen Sheriff's in der U Bahn damit checken, was wirklich in der Cola oder Fanta Flasche ist...

  • Big Mac

    15.06.14 (06:26:46)

    Das Ding braucht niemand. Aber es ist eine geniale Spielerei. Welche Möglichkeiten in der künstlichen Sensorik stecken, weiß ich nicht. Aber vor ein paar Jahren konnte sich auch niemand vorstellen, dass wir wirklich serienreife Aufprallpräventionssensoren in Kleinwagen finden. - Es bleibt spannend.

  • eyjo

    16.06.14 (06:11:08)

    "Die Software kann auch davor warnen, dass es nach noch einer Tasse Kaffee mehr später schwierig mit dem Schlafen werden kann" Mal echt, wenn ich das nicht mehr selbst checke, sondern einen Becher brauche, ist es Zeit ins Heim zu gehen. Was bitte soll hier genial sei? Wenn ich mir aus einer Colaflasche den Becher vollmache, weiß jetzt auch der Becher dass es Cola ist? Schön für ihn....

  • Fleder

    16.06.14 (12:28:57)

    Datensammel Horror! Was meint ihr, was die Firmen zahlen würden, um rauszufinden welches Getränk welcher Mensch in welchem Umfang trinkt... Solange die Daten nicht 100% bei mir bleiben und entsprechend verschlüsselt sind, wäre ich damit vorsichtig. Auch wenn es den meisten warscheinlich egal ist, sollte man den Großkonzernen hier nicht noch alles kostenlos auf dem Silberteller servieren.

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