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30.01.15

Unitymedia Horizon im Langzeittest: Vielseitiger Videorecorder für Serienjunkies

Für einen Aufpreis können Kabelkunden von Unitymedia das Horizon-Angebot in Anspruch nehmen, das vor allem einen intelligenten Videorecorder für TV-Sendungen bietet, aber noch eine Menge mehr kann.


Horizon Hardware (Bild: Unitymedia)

Unitymedia Horizon Test: Das bietet das Angebot

Horizon wurde 2012 zum ersten Mal vorgestellt und ist seitdem verfügbar. Viele TV-Geräte bieten inzwischen ein Empfangsteil für digitales Kabelfernsehen, sogar eine Vorrichtung für die Steckkarte für Zusatzprogramme oder das HD-Angebot (das ja teilweise extra bezahlt werden muss) ist meist schon vorhanden.

Warum sollte man sich dann für einen Aufpreis einen zusätzlichen HD-Recorder mieten bzw. kaufen? DVB-C können fast alle modernen Flachbildfernseher, und selbst Aufnahmen auf Festplatten sind damit ja heute möglich. Die Antwort lautet: Das Aufnahmesystem des Unitymedia Horizon ist äußerst intelligent und bietet Funktionen, die ich sonst noch bei keinem Endgerät gesehen habe. Und weil man mit PCs oder Tablets mit Internet-Anschluss ebenfalls Zugang zu den Programmen erhält.

Nicht für alle verfügbar

Direkt zu Beginn zwei Einschränkungen: Horizon ist für den Großteil Deutschlands nicht verfügbar, da es von den Kabel-TV-Anbietern Unitymedia und Kabel BW exklusiv angeboten wird (Stand: Januar 2015). Es besteht aus einem erweiterten Programmangebot und einem Digitalreceiver, der zugleich ein Mehrfachempfänger mit Digitaler Videoaufnahme sowie eine Internet-/Telefonzentrale sein kann.

Außerdem kann man einige Apps benutzen, etwa um Youtube-Videos anzusehen. Ich beschränke mich in diesem Test allerdings auf die TV-Funktionen.

So wertvoll wie ein richtiger Computer

Der Horizon TV-Recorder kommt mit einem eingebauten Computer, der einen Intel-Prozessor enthält. Doch die Oberfläche entspricht überhaupt nicht den üblichen Gepflogenheiten. Zentrales Bedienelement für diese Box ist eine große Fernbedienung, die auf der Vorderseite die üblichen Zahlen- und Bedientasten enthält. Dreht man sie um, ist ein Mini-Keyboard zu finden, mit dem man zum Beispiel eintippen kann, was in Youtube gesucht wird.

Die Horizon-Box stammt von Samsung. Ist der Fernseher ebenfalls von dieser Marke, kann man ihn mit zwei Tasten auf der Fernbedienung einschalten und den Digitaleingang auf den umstellen, an den die Box angeschlossen ist.

Das Programmangebot entspricht dem, das man auch mit jedem beliebigen DVB-C-Empfänger sehen kann. Zusätzlich gibt es noch ein Video-on-Demand-Angebot und Apps. Besonders hervorheben muss man die ausgereiften Video-Aufnahmefunktionen.

Vorauseilender Gehorsam

Sieht man sich eine Sendung an, kann man durch Druck auf eine Pause-Taste das Geschehen anhalten. Soweit, so gut können andere Geräte das auch - zum Beispiel der Receiver von Telekom Entertain. Doch während man sich eine Sendung anschaut, läuft im Hintergrund immer eine Aufzeichnung davon mit. Hat man also etwas verpasst, kann man die Sendung auch zurückspulen, selbst wenn vorher nicht Pause gedrückt wurde.

Und das ist nicht nur für einen Sender möglich: Insgesamt fünf Aufzeichnungen können in der Horizon-Box parallel laufen. So können Sie zwei Filme auf zwei Sendern, die gleichzeitig laufen, aufnehmen - und eine dritte anschauen und dort Pause drücken sowie Rücklauf und Vorlauf nutzen, etwa um Werbung zu überspringen.

Das mit der Werbung geht allerdings nicht bei allen Sendern. Auf den HD-Sender der RTL-Familie (dazu gehören RTL, RTL2, Vox, Super RTL und n-tv, jeweils mit dem Zusatz HD) können Sie Aufzeichnungen nicht vorspulen. Bei Pro7, Sat.1, den Öffentlich-Rechtlichen und den Bezahlsendern ist das erlaubt, genau wie bei allen Sendern, die in "SD"-Auflösung ausstrahlen (da auch bei RTL & Co.).

Privatsender, Sky und mehr

Zwei Stichworte: Öffentlich-Rechtliche und Bezahlsender. Im Unitymedia-Kabelnetz werden hier nur ARD, ZDF und arte in einer  hochauflösenden Version eingespeist (Stand: Januar 2015). An Bezahlsendern, also Pay-TV-Kanäle, stehen dem Anwender wahlweise zwei Pakete von Unitymedia oder die Angebote von Sky zur Verfügung.

Wer lieber á la Carte fernsieht, also Video on Demand, kann über die Horizon-Box wie bei anderen Anbietern dieser Dienste Filme für den Sofortverzehr ordern. Sogar einige 3D-Titel sind hier vorhanden (entsprechender Fernseher vorausgesetzt). Die Preise entsprechen dem, was man auch bei Maxdome & Co. gewohnt ist.

Der Knüller der Horizon-Box ist jedoch der integrierte Videorecorder. Eine tabellarische Programmvorschau für alle Kanäle erlaubt die Programmierung auf Knopfdruck. Erkennt Horizon, dass es sich dabei um eine Serie handelt, bietet es an, selbstständig alle Folgen davon aufzuzeichnen. Allerdings funktioniert das nur für die Folgen einer Season. Laufen sie durch, wie z.B. bei Big Bang Theory auf Pro 7, muss man die Serienaufzeichnung für jede neue Season neu anstoßen.

Festplatte zu klein

Ist man ein Junkie und schaut vor allem in HD, ist die Festplatte leider relativ schnell voll. Für ein Dutzend Filme und drei oder vier Seasons einer 20-teiligen Serie reicht sie aus - dann löscht Horizon automatisch die älteste Aufzeichnung, sofern man nicht die manuelle Aufzeichnungskontrolle aktiviert hat. Dann wird man gewarnt, sobald die Kapazität ans Ende gelangt.

Leider ist weder eine größere Festplatte möglich noch die Überspielung auf einen Datenträger wie DVD oder Blu Ray. Also gilt es, die Programmierfunktion weise zu benutzen.

Die Horizon-Box dient auch als WLAN-Router und Telefonzentrale, doch diese Funktionen habe ich in diesem Test nicht ausprobiert. Für den Fernsehjunkie gibt es noch die eine oder andere App wie zum Beispiel ein Youtube-Modul. Dessen Bedienung ist zwar nicht so komfortabel wie auf einem Computer mit Betriebssystem und Maus, wird aber immerhin dadurch erleichtert, dass die Fernbedienung auf der Rückseite eine rudimentäre Tastatur besitzt.

Fernsehen "to go"

Horizon erlaubt nicht nur, über die eigene Box TV-Programme zu sehen, sondern auch über eine App für iOS, für Android oder im normalen Browser. Hier stehen die Programme zwar nur in normaler Auflösung zur Verfügung, aber wenn man zusätzlich ein Pay-TV-Paket abonniert hat, kann man auch einige dieser Programme über Tablet oder PC ansehen - die Anmeldung mit E-Mail und vorher festgelegtem Kennwort reicht aus.

Horizon macht den Fernseher so intelligent und vielseitig nutzbar, wie man sich das bekennender TV-Junkie, der ich einer bin, immer gewünscht hat und bietet sogar noch mehr. Es gibt ein paar Einschränkungen, die in der Natur der Sache liegen und zum Teil an Unitymedia selbst und nicht an Horizon (Festplatte nur in einer Größe bestellbar, wenige öffentlich-rechtliche Sender in HD).

Insgesamt ist Fernsehen via Kabel auch kein billiges Vergnügen, aber doch für einen, der das gerne und viel tut, lohnend und besser als noch vor einigen Jahren.

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