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09.08.17Kommentieren

Gastbeitrag

Umweltfreundliches Drucken: Tipps für einen nachhaltigeren Büroalltag


(Bild: Fotolia)

Wer im Büro für mehr Nachhaltigkeit sorgen will, der fängt am besten mit umweltfreundlichem Drucken an. Entgegen der verbreiteten Meinung, leidet die Qualität der Print-Produkte darunter nämlich ganz und gar nicht. Also: eine Win-Win-Situation für Mensch und Umwelt! Hier gibt es tolle Tipps für mehr Nachhaltigkeit beim Drucken im Büroalltag.

Falsches Drucken und die falsche Entsorgung schaden der Umwelt


Vieles von dem, was wir drucken, landet im Müll. Die kleine Anmerkung „Denken Sie an die Umwelt, bevor Sie diese E-Mail ausdrucken!“ wird im Büro gerne geflissentlich ignoriert. Trotz dem netten Hinweis landen jährlich 800.000 Tonnen Papier im Müll.

Doch nicht nur die unnötige Papiermenge selbst belastet die Umwelt. Hier spielt auch das ganze technische Equipment mit, das rund ums Drucken benötigt wird. Beispielsweise werden neun von zehn Druckerpatronen und Tonerkartuschen weggeworfen. Im Grunde könnte man diese ein zweites Mal verwenden. Doch kaum einer denkt in solchen Fällen über Umweltschonung nach.

Dabei sind die einzelnen Bestandteile dieser Druckerteile giftig und müssten eigentlich als Sondermüll entsorgt werden. Eine Druckerpatrone braucht 450 Jahre, bis sie vollständig verrottet ist! Der Falsche Umgang mit Druckmaterialien und auch ihre Entsorgung belasten unsere Umwelt in hohem Maße – dabei können schon ein paar kleine Änderungen einen Unterschied machen.

Tipps für umweltfreundliches Drucken


Umweltfreundlich zu drucken, ist keine unzumutbare Aufgabe. Schon mit ein paar guten Maßnahmen und Tipps, lässt sich der Alltag im Büro nachhaltiger gestalten. Dabei ergeben sich auch ganz klar Vorteile für die Mitarbeiter. Hier gibt es die Checkliste für einen umweltbewussteren Büroalltag:

Tipp 1: Moderne Tintenstrahldrucker verwenden

Den richtigen Drucker zu kaufen, kann der Umwelt schon viel ersparen. Indem man im Büro auf ein Lasergerät verzichtet, muss man deshalb aber keine Qualitätsreduktion fürchten. Im Gegenteil ergeben sich dadurch viele Vorteile. Tintenstrahler reduzieren den Energieverbrauch um bis zu 84%! Vor 30 Jahren etwa, haben die Geräte noch Energie im Wert von 50 USD pro Jahr verbraucht, heute sind es nur noch ein wenig über drei USD. Und die Druckkosten pro Seite haben sich teilweise um die Hälfte reduziert.

Es kommt noch besser: moderne Tintenstrahldrucker reduzieren auch den CO2-Fußabdruck um die Hälfte! In punkto Nachhaltigkeit haben diese Geräte also ganz klar die Nase vorn. Auch die Effizienz leidet darunter nicht – Tintenstrahldrucker drucken bis zu zweimal schneller als Laserdrucker. Zusätzlich kann man viel mehr drucken, bis die Patrone wieder gewechselt werden muss.

Außerdem wird der Abfall im Vergleich zum Laserdrucker um 94%, also 23 Kilogramm pro Jahr reduziert! Durch die ressourcensparende Verwendung von Verpackungen und Betriebsmitteln wird dieses Ergebnis in jedem Büro möglich. Die Zahlen sprechen also eindeutig für sich.

Tipp 2: Papier sinnvoll nutzen


Am besten Recyclingpapier kaufen und auf Umweltsiegel und Zertifizierungen achten, die für Klimaneutrales Drucken stehen. Das Tolle: Papier kann bis zu sechs Mal recycelt werden! Besonders Altpapier schont die Umwelt, da hier weniger Frischfasern aus Holz zur Herstellung benötigt werden.

Außerdem kann man sich immer zwei Mal überlegen, ob man den Zettel jetzt sofort wegwerfen soll, oder ihn noch als Notizzettel weiterverwenden kann. In anderen Fällen macht die beidseitige Bedruckung am meisten Sinn. Auch über die Druckqualität sollte man sich Gedanken machen – ist eine so hohe Auflösung in diesem Fall überhaupt nötig? Oft reichen Schwarzweiß-Drucke völlig aus.

Tipp 3: Grammatur überdenken


Mit ein paar guten Überlegungen kann man Umweltschäden gekonnt vermeiden. Das fängt schon bei der Papier-Grammatur an. Braucht man wirklich 120-Gramm-Papier? Oft reichen auch schon 100 Gramm vollkommen aus. Achtung: Recyclingpapier hat meist eine höhere Opazität, wodurch man schon eine geringere Grammatur wählen kann.

Tipp 4: Mineralölfreie Druckfarben verwenden


Der Vorteil von Druckfarben ohne Mineralöle liegt darin, dass die Farben beim Recyceln im De-Inking-Verfahren vollständig aus dem Papier gelöst werden können. Am besten auf Bio-oder Öko-Druckfarben setzen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurden. Es lohnt sich auch definitiv, über Refill-Druckerpatronen und Rebuilt-Toner nachzudenken.

Tipp 5: Format einkalkulieren


Oft müsste es gar kein typisches A4-Format sein - doch wer denkt schon daran, ein kleineres zu wählen? Von dieser Einstellung ist man im Grunde nur einen Mausklick entfernt. Oft erreicht man mit einer besseren Seitenaufteilung auch eine bessere Bogenauslastung – so spart man Arbeitszeit und Material - und damit auch Produktionsenergie.

Tipp 6: Auflage genau einschätzen


Natürlich klingt ein Preisnachlass bei höheren Auflagen verlockend. Der Umwelt tut man damit allerdings keinen Gefallen. Am besten so genau wie möglich einkalkulieren, wie viel Kopien man davon tatsächlich braucht und wie viele sowieso im Müll enden.

Tipp 7: Druckveredelungen sparsam nutzen


Veredelungen für spezielle Anlässe oder auch besondere Duftpapiere sind schon eine tolle Sache. Doch so richtig umweltfreundlich sind UV-Lacke und Folien ja nicht. Bei Prägungen und Stanzungen hingegen, gibt es keine Bedenken – und schon mit dieser Art Veredelung erreicht man eine tolle haptische Optik. 

Fazit


Umweltfreundliches Drucken bietet der Natur eine unschätzbare Entlastung, die wir im Büroalltag ganz einfach umsetzen können. Moderne Tintenstrahldrucker, Recyclingpapier und eine sinnvolle Papierhandhabung, mineralölfreie sowie Refill-Druckfarben, gepaart mit klaren Überlegungen zu Grammaturen, Format, Auflagen und Druckveredelungen, schaffen ein umweltfreundlicheres Büroklima.

Autor: Thomas Longo

Thomas Longo ist Geschäftsführer der Rotolongo GmbH & Ko. KG mit Firmensitz in Bozen, Südtirol. Rotolongo zählt seit fast drei Jahrzehnten zu Europas führenden Rollenoffsetdruckereien. Kreative und qualitativ hochwertige Druckerzeugnisse sind das Markenzeichen des Südtiroler Familienbetriebs
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