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27.08.12 06:49

, von Gastautor

TVPeCee Internet-TV- und HDMI-Stick im Test: Wie gut funktioniert Android auf dem Fernseher?

Mit einem Android-Stick wie dem TVPeCee von Pearl kann man einem Fernseher sehr schnell weitere Funktionen beibringen – vom Internetzugriff bis hin zum Spielen. Aber wie gut funktioniert das in der Praxis?

Homescreen des TVPeCee

Dieser Beitrag erschien ursprünglich als mehrteilige Serie auf Borns IT- & Windows-Blog. Wir veröffentlichen ihn hier mit freundlicher Genehmigung durch Günter Born. In seinem Blog findet sich jeweils die aktuellste Fassung inklusive FAQs.

Internet auf dem Fernseher ist ein Thema, das immer wieder auftaucht und die IFA 2012 wird da wohl entsprechende Angebote bereithalten. Aber warum ein neues TV-Gerät kaufen? Einige Leute basteln mit dem Raspberry Pi rum. Aber mich hat TVPeCee Internet-TV gleich elektrisiert, als ich den neuen Pearl-Katalog aufgeschlagen habe: ein Android-HDMI-Stick für den Fernseher.

Sven Wernicke hat bei neuerdings.com einen schönen Übersichtsbeitrag zum Thema “Smart-TV-Funktionen nachrüsten” verfasst, der das Angebot zeigt. Bei den 50-Dollar-Lösungen bin ich erst mal zurückhaltend – interessanter fand ich das Pearl-Angebot, zumal ich da unkompliziert an Teststellungen heran komme und die Geräte in Deutschland für Leser recht einfach zu beschaffen sind.

Jetzt ist die Teststellung bei mir eingetroffen und stelle das Gerät hier vor.

Da gibt es verschiedene Varianten...

Pearl bietet gleich zwei Varianten des TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick an: den MMS-864.wifi und den MMS-844.wifi - beide mit Android 4.0. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die Ausstattung der zwei Varianten.

1. TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick "MMS-844.wifi"

Sieht aus wie ein USB-Stick, ist aber ein vollständiger Computer mit Android 4.0. Lässt sich an jedes Gerät mit HDMI-Eingang (Beamer, Fernseher oder Monitor) anstöpseln, so dass dieses als Monitor für den TVPeCee fungieren kann. Anschließend kann man über eine USB-Schnittstelle Tastatur und Maus anschließen und gleich mit Android loslegen. Videos, Fotos oder Musik direkt von Speichermedien wiedergeben oder per WLAN auf das Internet zugreifen. Shoppen, Surfen, Mailen, Chatten, Posten, Twittern, YouTube, Facebook – alles ist drin. Über Google Play Store stehen eigentlich alle Android Apps zum Einsatz bereit.

Der MMS-844 besitzt einen speziellen 3D-Chip (GPU) zur Grafikausgabe, der den 800-MHz-Prozessor bei Video und Spielen unterstützt. Flash 11.1 ist als Android-App vorinstalliert und auch HTML5 wird laut Pearl-Katalog unterstützt. Hier die Technikdaten:

  • Multimedia-PC im USB-Stick-Format
  • Maße: 82 x 26,5 x 13,8 mm
  • Gewicht: 30 g
  • per HDMI-Schnittstelle an TV-Gerät, Beamer oder Monitor anschließbar
  • CPU: 800 MHz-Prozessor (AnTuTu Indec 2406)
  • 3D-Beschleuniger-Chip, Full-HD-Darstellung (1080p), HDMI 1.4
  • WLAN IEEE 802.11 b/g/n
  • Betriebssystem: Android 4.0 Ice Cream Sandwich
  • vorinstalliertes Google Play, Browser, Flash 11.1
  • Media-Streaming über WLAN und Internet, unterstützt DLNA
  • Spielt Videos: MPEG2/4, FLV, AVI, WMV, DAT, MKV, MOV (auch H.264), RM, RMVB u.v.m.
  • Spielt Musik: MP3, WAV, OGG, AAC, AMR, MID u.v.m.
  • Bildformate: JPG, GIFF, BMP, PNG u.v.m.
  • E-Book-Formate: TXT, HTM, HTML, u.v.m.
  • USB-2.0-Anschluss für USB-Festplatte bis 2 TB (FAT32), USB-Stick bis 32 GB, Maus/Tastatur, erweiterbar per aktivem USB-HUB
  • Stromversorgung über USB, inkl. USB-Kabel, Mini-USB-Hub, Netzteil und dt. Anleitung
  • Preis: 79,90 Euro (Bestell-Nr. PX-1344-908 Pearl-Webseite)

2. TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick "MMS-864.wifi"

Dies ist der große Bruder des MMS-844, der eine USB-Buchse und einen HDMI-Stecker zum Anschluss an Monitor, Beamer oder Fernseher aufweist. Auch dieser TVPeCee verfügt über Andriod 4.0 und die Funktionen des MMS-844. Gegenüber den obigen Spezifikationen kann der MMS-864 jedoch mit etwas mehr Power aufwarten. Hier die zusätzliche Features:

  • 1 GHz-Prozessor für Games und anspruchsvolle Apps
  • 1 GB DDR3-Speicher
  • microSD-Kartenslot
  • Stromversorgung über USB-Netzteil per miniUSB-Buchse
  • Maße: 94 x 41 x 12 mm
  • Gewicht: 36 g
  • Inklusive USB-Kabel, HDMI-Verlängerung, Micro-USB-Netzteil und deutsche Anleitung
  • Preis: 99,90 Euro (Bestell-Nr. PX-1345-908 Pearl-Webseite)

Die genauen Details entnehmt ihr den verlinkten Pearl-Seiten.

Welches Teil nehme ich denn?

Da ich aus eigenen Basteleien mit Android x86 weiß, dass Android mit fetten Displayauflösungen so seine Probleme hat, habe ich mir die MMS-864.wifi-Variante mit 1-GHz-CPU als Testexemplar ausgesucht. Und das war die richtige Entscheidung.

Auf der nächsten Seite zeige ich, was mit der Box geliefert wird.

Also: Wie schaut der Android-HDMI-Stick MMS-864.wifi+ aus und was sollte man wissen?

Unboxing des TVPeCee MMS-864.wifi

Hier die Verpackung des TVPeCee MMS-864 – auf der Rückseite finden sich nochmals die technischen Spezifikationen (einfach das Foto anklicken, um die Großdarstellung zu öffnen).

Und hier noch die Seite der Verpackung, auf der nochmals ein paar technische Daten aufgedruckt sind:

In der Box befinden sich der eigentliche TVPeCee MMS-864.wifi HDMI-Stick (im Foto rechts zu sehen), ein Booklet mit Bedienhinweisen, ein Y-USB-Kabel mit zwei USB-A-Steckern und einem miniUSB-Stecker sowie einem USB-Netzteil zur Stromversorgung.

Zudem gibt es noch ein kurzes HDMI-Adapterkabel, das einen HDMI-Stecker für das externe Display (Monitor, TV-Gerät) sowie eine HDMI-Buchse für den nachfolgend gezeigten HDMI-Stecker des TVPeCee aufweist.

Zur Bedienung von Android ist eine Maus erforderlich, für Texteingaben lässt sich zur Not die Android-Bildschirmtastatur verwenden. Am anderen Gehäuseende weist der TVPeCee-Stick daher eine USB-Buchse auf. Hier kann z.B. ein USB-Hub angeschlossen werden, um eine USB-Maus (und optional eine USB-Tastatur) daran zu betreiben. Ich habe einen USB-zu-PS/2-Adapter verwendet, um eine PC-Tastatur und eine Maus mit PS/2-Steckern anzuschließen.

Der TV-Stick besitzt ein internes Mikrofon, weist aber auch die nachfolgend im Foto sichtbare 3,5-mm-Klinkenbuchse zum Anschluss eines externen Mikrofons auf:

Der längliche Schlitz im Gehäuse ist der Einschub für eine microSD-Karte. Diese lässt sich unter Android zum Speichern von Musik, Videos oder anderen Dokumenten verwenden.

Tipp: Liegt der Stick wie hier auf dem Foto gezeigt? Dann die microSD-Karte mit den Kontakten nach vorne und nach oben zeigend in den Schlitz einschieben – bis die Karte spürbar im Leser einrastet. Zum Entnehmen einfach die Karte mit dem Fingernagel etwas eindrücken. Dann gibt die Auswurffeder die microSD-Karte wieder frei.

Die Karte wird unter Android im Verzeichnis /mnt/sdcard gemountet. Werden USB-Sticks an einem Hub angeschlossen, tauchen diese unter /mnt/usbhost0 bis /mnt/usbhost3 im Dateimanager auf.

An der anderen Gehäuseseite weist der TVPeCee-Stick eine miniUSB-Buchse zur Stromversorgung auf.

Zur Stromversorgung kann das beiliegende USB-Kabel über die Y-USB-Buchsen mit zwei USB-Buchsen eines PC verbunden werden. Beim Betrieb am Fernseher wird man aber eher das Steckernetzteil mit UBS-Anschluss verwenden und dieses in eine Netzsteckdose stecken.

Sobald eine Betriebsspannung anliegt, leuchtet eine blaue LED (blinkt beim Booten) an der Gehäuseoberseite – und beim Booten blinkt kurz eine rote LED (das rote Blinken signalisiert, dass kein HDCP-Schutz erkannt wurde). Der Stick bootet automatisch in Android.

Rechts neben der miniUSB-Buchse gibt es eine Taste, die zur Installation von Firmware-Updates (Stock-ROMs) oder zum Flashen der “LiveSuite” (für den A10) benötigt wird (siehe).

Erstinbetriebnahme von Android

Ist der TVPeCee MMS-864.wifi+ per HDMI-Adapter mit einem Monitor, einem Beamer oder TV-Gerät verbunden? Wenn dann noch eine Tastatur-/Mauskombination an der USB-Buchse angeschlossen ist, kann man die Stromversorgung über die microSD-Buchse herstellen. Der TV-Stick bootet automatisch Android – und auf dem Bildschirm sollte bereits die Boot-Animation erscheinen.

Tipp: Bei einem Monitor finden sich meist Tasten, um bei Bedarf die Eingabequelle von VGA/DVI auf HDMI umzustellen. Bei TV-Geräten erfolgt die Auswahl der Bildquelle über die Fernbedienung. An meinem TV-Gerät muss ich die Bildquelle von HDMI-1 auf HDMI-2 umstellen (am HDMI-1 ist ein SAT-Receiver angeschlossen).

Achtung: Gemäß diesem Post braucht die HDMI-Ausgabe eine 1.080p-Auflösung – mit 720p-Geräten gibt es wohl Probleme. Man kann zwar die Auflösung in den Android-Einstellungen umstellen – aber ohne Monitor ist das schwierig. Auch ein HDMI-zu-DVI-Stecker-Adapter klappt nicht. Die HDCP-Prüfung verhindert beim Booten, dass der TVPeCee anläuft (das Blinken der roten LED hört nicht auf, weil kein HDCP-Schutz erkannt wurde). Ich habe einen Adapter getestet: Bootet man den TVPeCee mit einem HDMI-Gerät und deaktiviert die HDCP-Prüfung in den Entwickleroptionen, kann man anschließend per HDMI/DVI-Adapter auf einen DVI-Monitor gehen. Ist der HDMI-Stick von der HDMI-Buchse abgezogen, blinkt wieder die rote LED. Beim nächsten Booten bleibt der Stick aber wieder an der HDCP-Prüfung hängen.

Beim ersten Start gelangt man automatisch in die Android-Einrichtungsseiten. Folgend ist ein Foto einer Einrichtungsseite zu sehen. Man muss den Google-Bedingungen zustimmen und kann per Tastatur den WLAN-Zugangscode eingeben sowie eine Anmeldung an einem Google-Konto vornehmen. Zum Einrichten reicht eine an der USB-Buchse angeschlossene Maus als Zeigegerät.

Sobald man ein Textfeld anwählt, blendet Android automatisch die Bildschirmtastatur ein, über die man auch Zeichen und Ziffern eintippen kann.

Nachfolgend ist ein Flachbildschirm mit HDMI-Anschluss zu sehen, an dem ich den TVPeCee MMS-864.wifi+ per HDMI-Adapter testweise angeschlossen hatte.

Hier wurde ein Textfeld angewählt, so dass die Bildschirmtastatur eingeblendet ist. Am unteren Rand sind übrigens die Android-Bedienschaltflächen (links) und der Statusbereich zu sehen. In der rechten oberen Ecke findet sich bei angezeigtem Desktop ein Symbol zum Aufruf der App-Seite.

Anmerkung: Solange am TV-Gerät bzw. Monitor keine Tonquelle aktiv (und ggf. eine alternative Bildquelle gewählt) ist, hört man ein leises Störrauschen und Knistern, das wohl von der Elektronik über die HDMI-Schnittstelle eingekoppelt wird. Beim Umschalten auf die HDMI-Schnittstelle, an der der TVPeCee-Stick hängt, sollte das Knistern verschwinden (war hier jedenfalls beim Flachbildschirm und beim LCD-TV-Gerät der Fall).

Ich konnte Android problemlos per Maus in Betrieb nehmen und das WLAN einrichten. Hier noch ein kleines Video zu den ersten Schritten mit einem Blick auf den Android-Homescreen:

Auf der nächsten Seite werfe ich noch einen Blick auf Android und stelle einzelne Funktionen vor.

Man bootet den MMS-864.wifi+, indem man das beigelegte USB-Kabel an den USB-Netzstecker oder eine USB-Buchse des PC und das Ende mit dem miniUSB-Stecker in die miniUSB-Buchse des HDMI-Sticks einsteckt. Die rote LED sollte nach kurzer Zeit mit dem Blinken aufhören und die blaue LED zeigt an, dass Betriebsspannung anliegt. Auf einem angeschlossenen HDMI-Monitor oder TV-Gerät erscheint dann die Boot-Animation des TVPeCee.

Modifizierte Benutzeroberfläche

Die Entwickler haben dem auf dem HDMI-Stick installierten Android 4.0.4 eine modifizierte Benutzeroberfläche spendiert, die z.B. auf einen Lock-Screen verzichtet. Nach dem Booten gelangt man direkt zu folgendem Android-Home-Screen:

Auf dem Desktop finden sich Symbole zum direkten Zugriff auf den Stock-Browser, den Google Play Store (Symbol Download), die Apps, die Einstellungen, den vorinstallierten File Manager und auf Multimedia-Dateien. In der linken unteren Bildschirmecke lässt sich das Symbol ulauncher switch anwählen. Dann schaltet Android den Home-Screen zu folgender Darstellung um:

Am unteren Bildschirmrand findet sich eine Art Dock – wie bei Apples OS X – über dessen Symbole sich auf Apps, den Google Play Store, den Browser, die Einstellungen, Multimediafunktionen und den File Manager zugreifen lässt.

Im oberen Bereich des ulauncher-Screens findet sich Platz, in dem Verknüpfungen auf installierte Apps abgelegt werden können. In obiger Abbildung wurde von mir Angry Birds installiert. Allerdings hatte ich sehr schnell (nach sechs oder sieben installierten Apps) die Meldung, dass kein Platz mehr auf dem Home-Screen sei – dann werden bei der App-Installation keine Verknüpfungen mehr eingerichtet.

Über das Symbol ulauncher switch geht es erneut zum Home-Screen zurück. Sowohl der ulauncher als auch der Android-Home-Screen zeigen am oberen Bildrand das Lupen-Symbol der Android-Suche, das Mikrofon zur Spracheingabe und am rechten Rand die sechs Vierecke zum Aufruf der App-Seite.

Am unteren Bildrand finden sich im linken Teil der Fußzeile die drei Android-Symbole, um einen Schritt zurück zu gehen, zum Homescreen zu springen oder die Widget-Anzeige mit den laufenden Apps einzublenden. Neu hinzugekommen sind zwei Schaltflächen zur Lautstärkeregelung (Volume-Control) sowie eine Schaltfläche zum Herunterfahren von Android. Die letztgenannte Schaltfläche bringt folgendes Fenster zur Ansicht:

Neben einem Shutdown- gibt es nur noch einen Reboot-Modus zum Neustarten. Einen Energiesparmodus hat man nicht vorgesehen. Im rechten Teil der Fußzeile findet sich der Android Statusbereich, über den auf Benachrichtigungen (E-Mails, Updates etc.) zugegriffen werden kann.

Apps in rauhen Mengen

Über das Symbol Apps auf dem Android Homescreen oder über die in der rechten oberen Bildschirmecke eingeblendeten sechs Rechtecke lässt sich auf die App-Seite zugreifen. Pearl hat da eine ganze Reihe Apps vorinstalliert.

Der Adobe Flash-Player ist genau so vorhanden, wie der Google Play Store, Mail, Gallery, Rechner oder YouTube. Pearl hat zudem einige TV-Apps wie Zattoo, Tagesschau und TV To Go mit beigelegt.

Bei meinem Kurztest klappte Zattoo überhaupt nicht – bei Anwahl von Sendern tat sich bei den meisten Einträgen nichts. Die Tagesschau-App ermöglichte Nachrichten abzurufen, wenn ich mit der Bildqualität auch nicht so sonderlich zufrieden bin (es waren Artefakte und Schlieren zu sehen). Aber das ist in meinen Augen kein wirkliches Problem, da man den MMS-864.wifi+ wohl eher nicht kauft, um an einem TV-Gerät per Android-App Fernsehprogramme über das Internet anzuschauen.

Google Play Store

Der Google Play Store ist bei Android 4.0.4 (Ice Cream Sandwich) dabei. In obiger Abbildung sind die Symbole mehrerer Apps (AirDroid, Android Status, File Expert, Angry Birds) zu sehen, die ich installiert hatte. Der App-Store lässt sich entweder über das Symbol Download des Home Screens oder über das Symbol der App-Seite aufrufen.

Im Play Store werden die gängigen Apps für Android-Tablets mit ARM-Chipsatz angeboten. So konnte ich beispielsweise den Chrome Browser for Android problemlos installieren. Auch Angry Birds und eine Reihe weiterer Apps wurden problemlos installiert.

Stock-Browser mit Tab-Unterstützung

Nachfolgend ist ein Screenshot des (Stock-)Browsers zu sehen, der Multi-Tab-Unterstützung bietet:

Zum Blättern lässt sich das Mausrädchen einer Maus verwenden. Oder man drückt die linke Maustaste und schiebt die Seite per Maus nach oben oder unten.

Um einen Link in einem neuen Tab zu öffnen, wählt man einen Hyperlink einfach etwas länger durch Drücken der Maus an. Dann erscheint ein Popup-Fenster mit entsprechenden Befehlen.

Über die Zurück-Schaltfläche in der Fußzeile der Browserseite bzw. der Android-Fußzeile lässt sich der aktuelle Tab verlassen und man kehrt zum vorherigen Tab zurück.

Google Chrome für Android geht

Ich habe dann spaßeshalber Google Chrome für Android auf dem TVPeCee installiert. Der Browser läuft schnell und problemlos:

Die Bedienung erfolgt wie beim Stock-Browser – also längeres Anklicken eines Hyperlinks öffnet ein Popup-Fenster zur Auswahl der Befehle.

Flash-Unterstützung für den Browser

Auf dem MMS-864.wifi+ ist bereits der Adobe Flash-Player vorinstalliert. Ruft man die Adobe-Testseite auf, wird der Flash-Player auch erkannt. Zumindest beim Abruf der Adobe Flash-Seite wird gemeldet, dass Adobe Flash 11.11.xxx installiert sei:

Ich habe dann eine Browserseite mit einem Flash-Test aufgerufen. Dort wurde die Flash-Animation sauber wiedergegeben:

In Foren gibt es die Beschwerde, dass bestimmte Flash-Videos nicht wiedergegeben werden. Das Problem bei diesen Tests ist aber, dass dort die Kette Video-Server, Internet, Router, WiFi-Strecke, Android, Browser und Flash mit reinspielen kann. Da Adobe die Flash-Unterstützung für Android 4.x sterben lässt, könnte es da also zukünftig schwierig werden.

Es gibt aber einige Merkwürdigkeiten bei der ganzen Geschichte. So wird für den Stock-Browser das Symbol des Google Chrome Browsers auf dem Android Homescreen eingeblendet. Es ist aber offenbar kein Chrome als Stock-Browser vorhanden, sondern der "übliche" Android-Browser. Zudem habe ich festgestellt, dass der von mir installierte Google Chrome for Android-Browser wohl kein Flash erkennt. Es wird ein fehlender Flash-Payer bemängelt, während der Stock-Browser Flash-Unterstützung bereitstellt.

Details zur Hardware mit Android Status & Co

Da ich bereits erste Anfragen bezüglich der verbauten CPU erhielt und auch einige Leute über Probleme mit dem WLAN-Empfang klagten, habe ich auch Apps wie Android Status installiert und kurz die Kenndaten des Systems abgerufen. Der folgende Screenshot zeigt die mit Android Status ermittelten Daten:

Im TVPeCee MMS-864.wifi+ ist eine ARMv7 CPU verbaut, die mit 1 GHz getaktet wird. Der Speicher wird mit 2,65 GByte angegeben und der Arbeitsspeicher ist mit 813 MByte aufgeführt. Die Diskrepanz zu den auf der Box angegebenen 1 GByte ergeben sich aus dem Umstand, dass Linux auch noch etwas Speicher belegt.

Zudem wird die eingelegte 16 GB microSD-Karte mit 14,9 GB gemeldet. Das WLAN-Empfangssignal liegt mit –45 dB im guten Bereich – das Kunststoffgehäuse schirmt kaum ab. Im praktischen Einsatz hatte ich keine WLAN-Empfangsprobleme, selbst wenn eine Stahlbetondecke zwischen Büro und Wohnzimmer vorhanden war. Die App "Android Assistant" liefert noch die folgenden Informationen:

Die Displayauflösung wird auf 1.280 x 720 Pixel begrenzt und es wird ein Android 4.0.4 gemeldet. Die App führt auch die Modellbezeichnung PX1345 an, unter dem der MMS-864 bei Pearl geführt wird.

Da die Apps keine Details zu den Chips liefern, habe ich nochmals bei Pearl nachgefragt. Im TVPeCee MMS-864.wifi+ ist ein Boxchip A 10 Single Core-SoC mit Cortex A8-Architektur verbaut. Die GPU ist eine MALI-400.

Hier ist ein Video, das einen ersten Eindruck von der MMS-864 liefert (auch wenn die Qualität nicht so besonders ist). Ich habe einige bessere Videos – musste aber feststellen, dass der Gesamtumfang über 800 MB umfasste. Daher werde ich nur Teilvideos zu YouTube hochladen können.

Hier findet sich übrigens ein ausführlicheres PDF-Handbuch – wobei die beschriebene Bluetooth-Anbindung meiner Meinung nach nicht sinnvoll ist, da der betreffende BT-Chip fehlt. Auf dem Pearl-Server gibt es auch den Android-Quellcode. Hier finden sich noch einige Infos bei DroidWiki und hier gibt es einen Diskussionsthread bei android-hilfe.de mit interessanten Informationen.

Auf der nächsten Seite befasse ich mich mit der Frage, ob Spiele wie Angry Birds auf dem TVPeCee laufen und wie es mit Medienwiedergabe ausschaut.

TV-Apps auf dem TVPeCee

Der Hersteller hat auf dem TVPeCee verschiedene TV-Apps wie Zattoo, Tagesschau, TV to Go vorinstalliert. Bei diesen Apps hält sich meine Begeisterung aber in Grenzen.

Zattoo funktionierte bei mir wie vorher bereits erwähnt so gut wie überhaupt nicht – bis auf eine Ausnahme, wo ein Werbesender angezeigt wurde. Die Tagesschau-App lieferte zwar die 100-Sekunden-Nachrichten. Aber beim Streaming wird die Bandbreite wohl stark reduziert, so dass ich Kompressionsartefakte oder gar Klötzchenbildung im Bild hatte. Selbst bei korrekter Übertragung wirkte das Bild auf dem großen Monitor etwas unscharf.

Allerdings sehe ich das nicht als wirkliches Problem, da ich mir eigentlich keinen Android HDMI-Stick zulege, um an einem TV-Gerät weitere Fernsehsendungen über Internet anzusehen.

Spiele und Angry Birds auf dem TV-Bildschirm

Von der CPU und der GPU her sollten die meisten freien Spiele auf dem MMS-864.wifi lauffähig sein. Ich habe hier testweise Angry Birds von Rovio installiert und ausgeführt. Hier ein kurzes Video, in dem Angry Birds angespielt wird:

Von der Ablaufgeschwindigkeit war das in Ordnung und bewegt sich in der Kategorie, die ich auch von Android-Tablet-PCs her gewohnt bin. Andere Spiele habe ich nicht getestet, möchte aber auf diesen Forenthread verweisen, wo jemand einige kostenlose Spiele von Gameloft mit positivem Ergebnis getestet hat.

Hier findet sich die Info, dass Temple Run als Spiel nicht läuft. Zudem muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass die Bedienung per Maus und Tastatur erfolgen muss – nicht immer optimal für jedes Spiel. Also notfalls selbst ausprobieren.

Medienwiedergabe und YouTube

Bei meinem Kurztest an einem Flachbildschirm und an einem LCD-TV-Empfänger habe ich einige Videos bei YouTube abgerufen. Solange die WLAN-Schnittstelle die Daten genügend schnell liefert, wurden die YouTube-Videos in 1.080p ohne Ruckler in ordentlicher Qualität wiedergegeben.

Das nachfolgende YouTube-Video demonstriert kurz die Wiedergabe eines Videoclips:

Über den Google Player ließen sich zwei testweise auf der microSD-Karte abgelegte MP3-Audiodateien wiedergeben.

Bezüglich der Wiedergabe lokaler Videodateien habe ich drei Videoformate kurz angetestet. Sowohl eine .wmv-Datei als auch eine .avi-Datei wurden problemlos abgespielt. Zusätzlich habe ich eine .mp4-Datei aus dem Internet lokal gespeichert und konnte diese problemlos wiedergeben. Hier sollte berücksichtigt werden, dass die meisten Streamingformate den Datendurchsatz durch eine hohe Komprimierung reduzieren. Dies wirkt sich natürlich auf die Qualität des Videobilds aus, was bei einem größeren TV-Empfänger oder Flachbildschirm schnell auffällt.

Technische Bemerkungen zu diesem und jenem

Was ich bisher nicht getestet habe – und vermutlich mangels Zeit und Material auch nicht angehen werde, sind Fragen rund um den Themenkomplex DLNA-Übertragung und –Streaming. Vielleicht kommt später einmal ein Artikel drüber (momentan geht hier Windows 8 vor). MPEG-2-Wiedergabe wurde auch noch nicht getestet. Was mir aufgefallen ist: Der Zugriff auf einen Windows-Rechner über das WLAN kommt doch recht gemächlich daher, nicht unbedingt optimale Voraussetzung fürs Streaming.

Was ein wenig unpraktisch werden kann, ist die Anbindung einer Maus und einer optionalen Tastatur. Ich hatte eine Funkmaus samt Tastatur, bei denen ich von der Couch keinen Empfang mehr hatte. Erst der näher stehende Couchtisch brachte die Lösung. In diesem Forum unter finden sich Beiträge zu dieser Thematik – und es gibt Leute, die da funktionierende Lösungen (u.a. von Pearl) gefunden haben.

Eine Bluetooth-Funktion besitzt der TVPeCee nicht. Die Beschreibung im Handbuch stimmen also nicht. Ich habe noch keinen Bluetooth-USB-Stick getestet. Nach meinen bisherigen Erfahrungen gab es da früher immer Probleme – lediglich bei meinen Selbstbau Android-x86-Systemen ist Bluetooth-Unterstützung im Kernel eincompiliert.

Der Zugriff von Windows auf die microSD-Karte von Android ist über die USB-Verbindung problemlos möglich. Einfach in Android den USB-Speicher freigeben, schon meldet sich der TVPeCee gegenüber Windows als Wechseldatenträger. Um per Dalvik Debug Monitor des Android SDK auf den MMS-864.wifi+ zugreifen zu können, wird ein passender Android ADB-Treiber für Windows benötigt. Ich habe mir den Google ADB-Treiber des SDK entsprechend modifiziert. Hier möchte ich auf den FAQ-Teil verweisen, wo ich die entsprechenden Artikel im Blog referenziere.

Was etwas nerven kann: Bei der Bedienung passiert es häufiger, dass das Bild für zwei bis drei Sekunden verschwindet und ein dunkler Monitor vorhanden ist (ist auch im Video aus Teil 2 zu sehen). Nach der kurzen Pause kommt das Bild wieder. Dachte zuerst, dass es eventuell an meinem Exemplar liegt und habe die Frage bei Android-Hilfe gepostet. Zwischenzeitlich liegen Bestätigungen von weiteren Benutzern mit entsprechenden Erklärungen vor.

Ein vorläufiges Fazit

Mit dem TVPeCee (MMS-864.wifi+) hat Pearl ein nettes Android-Gadget im Angebot, das einem HDMI-fähigen Fernseher oder Monitor gänzlich neue Möglichkeiten eröffnet. Es sind sogar Szenarien vorstellbar, wo der TVPeCee quasi als Ersatz-PC eingesetzt wird, um mal kurz im Internet zu surfen, E-Mails zu checken oder in sozialen Netzwerken zu posten. Dokumente schreiben wäre mit einer Tastatur auch möglich – lediglich das Drucken artet bei Android zum Hürdenlauf aus. Aber wer die erstellen Dokumente später an einem anderen PC abrufen und drucken kann (z.B. per Google Docs), kann selbst das erledigen.

Das Problem, in einem PC-losen Haushalt eventuell kein Internet und kein WLAN zu haben, ließe sich mit einem UMTS-Hotspot – notfalls im Eigenbau – oder einem Android-Smartphone mit Tethering erledigen. Hier habe ich einmal vor längerer Zeit zwei Artikel drüber verfasst.

Insgesamt gefällt mir der TVPeCee recht gut und ich finde es witzig, dass man ein TV-Gerät mit wenig Aufwand um die Möglichkeiten eines Android-Systems erweitern kann. Ich werde den HDMI-Stick hier noch ein paar Tage zum Testen haben und dann wieder an Pearl zurückschicken.

Tipp: Wer mit dem Kauf eines solchen Pearl-Sticks liebäugelt, sollte den MMS-864.wifi+ und nicht den MMS-844.wifi+ wählen. Bei den großen Bildschirmauflösungen von TV- und Flachbildschirmen sind die GPU und die CPU des 1-GHz-Modells gerade so am Anschlag. Die 800-MHz-CPU des MMS-844.wifi+ dürfte da unter Umständen schon deutliche Schwächen zeigen. Wie es mit anderer Hardware von weiteren Herstellern ausschaut, kann ich nicht beurteilen.

Und hier noch der Link zum TVPeCee-Projekt und zur FAQ zum TVPeCee MMS-864.wifi+ in meinem Blog.

 

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Kommentare: TVPeCee Internet-TV- und HDMI-Stick im Test: Wie gut funktioniert Android auf dem Fernseher?

Da die Sticks leider keinen BT-Chip besitzen, ist das handling ein wenig eingeschränkt. Zumindest ich sitze nicht unmittelbar vor meinen TV. Gibt es denn Bluetooth USB-Empfänger die automatisch von Android der 4. Generation erkannt werden und die sich mit meiner vorhandenen BT-Tastatur koppeln lassen würden?!

Diese Nachricht wurde von Bernd am 27.08.12 (08:23:52) kommentiert.

@Bernd: Leider ist die Frage nicht mit Ja oder Nein zu beantworten. In meinem Blog gibt es unter den Originalartikeln einen Kommentarthread zu diesem Thema. Ich habe zwei verschiedene BT-USB-Sticks (Logilink und Hama) erfolglos getestet (für tiefergehende Frickelei auf Ebene des Linux-Kernel fehlt mir momentan die Zeit) - es gibt aber einen Blog-Leser, der angeblich (glaubhaft) eine BT-Tastatur mit dem der Tastatur beiliegenden BT-USB-Stick in Betrieb genommmen haben will. Ich habe Pearl gebeten, diesen Punkt (der auch meine Blog-Leser beschäftigte) vom Produktmanager klären zu lassen. Sobald ich da was definitives weiß, trage ich es wohl in der FAQ im Blog nach. Aus meiner Sicht könnten die Entwickler da leicht eine BT-Unterstützung für Dongles im Kernel nachrüsten (so was kenne ich hier von meinen Selbstbau Android-x86-Systemen, wo die mir verfügbaren BT-USB-Sticks out-of-the-box tun). HTH

Diese Nachricht wurde von Günter Born am 27.08.12 (09:04:47) kommentiert.

Besteht die Möglichkeit eine USB-Kamera anzuschliessen und diese mit Skype zu nutzen ? MfG

Diese Nachricht wurde von Musterman am 27.08.12 (13:03:36) kommentiert.

Die Kompatibilität der Webcam und die Möglichkeit auch einen Drucker anzuschließen, würde mich durchaus auch interessieren? Dann wäre es für mich eine "abgespeckte" Alternative zu einen HTPC.

Diese Nachricht wurde von Johannes am 27.08.12 (14:49:45) kommentiert.

Hallo Günter, ich habe da mal eine Frage zum Internetzugang über WLAN: Meine Mutter möchte sich so einen Stick kaufen, hat aber keinen DSL/Internetzugang. Wie kommt sie dann ins Internet? Irgendwo bzw. von einem Anbieter müssen doch Zugangsdaten eingegeben werden... Viele Grüße Uwe

Diese Nachricht wurde von Uwe am 30.08.12 (10:20:39) kommentiert.

Da ich ungerne an mehreren Stellen Kommentare pflege, habe ich die Antworten auf die letzten drei Fragen - die teilweise durch die FAQ beantwortet werden, unter [1] nochmals in einer Kommentarergänzung eingepflegt. 1: http://www.borncity.com/blog/2012/08/11/faq-zum-tvpecee-mms-864-wifi/comment-page-1/#comment-6707

Diese Nachricht wurde von Günter Born am 30.08.12 (17:50:12) kommentiert.

MMS-864.wifi Absturz (komplettes einfrieren) und kurzzeitiger Bildausfall. Der kurzfristige, für die Dauer von wenigen Sekunden schwarze Bildschirm ist zu verkraften. Die Abstürze, die einen Reboot erfordern nicht. Diese werden offenbar durch Überhitzung verursacht. Ich habe zur Lösung des Problems versuchsweise einen Eisbeutel auf das Ding gelegt. In der zweiten Versuchsreihe, unter Beachtung einer ordentlicher Wärmeabfuhr von der Unterseite (nicht LED-seitig) durch guten Kontakt mit dem Kühlbeutel kam es zu keinen Systemabstürzen mehr.

Diese Nachricht wurde von erwin am 26.10.12 (16:57:36) kommentiert.
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