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11.12.12

neuerdings.com-Autoren blicken zurück: Die Tops und Flops des Jahres

Ein ereignisreiches Gadgetjahr liegt hinter uns und es ist gar nicht so einfach, aus der Vielzahl der Neuvorstellungen, Events und sonstigen Ereignisse die Tops und Flops des Jahres auszuwählen. Sechs neuerdings.com-Autoren haben sich trotzdem daran versucht. Und wir sind gespannt auf eure Kommentare und eure ganz persönlichen Highlights und Enttäuschungen.

Über 1.100 Postings haben wir auf neuerdings.com dieses Jahr schon veröffentlicht. Von unfassbaren Kuriositäten bis hin zu vieldiskutierten Neuvorstellungen war alles dabei. Tablets haben 2012 noch mehr Schwung aufgenommen, darauf können wir uns wohl alle einigen. Google greift mit der Marke "Nexus" dabei inzwischen kräftig ins Geschehen ein und liefert sich beispielsweise bei den 7-Zöllern einen heftigen Preiskampf mit Amazon. Apple hält sich da lieber raus. Bei Microsoft wiederum liegen die Karten nun auf dem Tisch: Windows Phone 8 und Windows 8 mit Windows RT im Schlepptau sollen Microsoft nun in der aufkommenden Touch-Welt relevant halten.

Aber wie man in den ganz persönlichen und subjektiven Tops und Flops in diesem Posting sieht, gab es neben den großen Namen auch noch ganz andere Dinge, über die man sich freuen oder ärgern konnte.

Die Tops und Flops von Frank Busch

Top: FitBit Ultra 

Der Personal Trainer am Hosenbund hat inzwischen den Platz gewechselt und hängt seit dem Test im Mai diesen Jahres um meinen Hals. Mit seiner Hilfe habe ich es tatsächlich geschafft, in sechs Monaten fast 10 kg abzunehmen. Darüber hinaus hat seine Fähigkeit die Schlafqualität zu bewerten aber auch Überraschendes ans Tageslicht gebracht. Dass ich über Monate hinweg mit meist deutlich weniger als fünf Stunden Schlaf pro Nacht auskam, war mir nicht bewusst, und hat mich dazu gebracht meine Schlafgewohnheiten zu verbessern. Darum ist der Fitbit Ultra definitiv mein Top des Jahres.

Flop: Apple iPhone 5 

Lange musste die eingeschworene Apple-Fangemeinde darauf warten, aber am 12. September war es endlich soweit: Phil Schiller präsentierte das iPhone 5 und die Netzgemeinde stürzte sich mit all ihrer Häme auf Apples neustes Smartphone. Und so kam was kommen musste - das iPhone 5 legte den schlechtesten Produktstart alle Apple Smartphones hin. Zwar nicht in Bezug auf die Verkaufszahlen, dafür sind Apple-Fanboys und -girls zu sehr zahlungswilliger Fan. Aber wohl in Bezug auf die Qualität des Produkts. Unzählige fabrikneue Geräte kamen verschrammt oder gar mit gerissen und gesplitterten Front- oder Rückseiten zum Kunden, der umlaufende Metallrahmen war in vielen Fällen verkratzt oder wies Lackschäden auf und die Bugs in Apples neuer Kartenmap braucht man gar nicht zu nennen. Epic Fail!

Die Tops und Flops von Frank Müller

Top: Equinux tizi+ 

Bei den Top-Produkten des Jahres hatte ich zunächst an die wirklich gelungenen Bowers & Wilkins P3-Kopfhörer oder den starken Mipow Cube 8000-Akku gedacht. Letztlich habe ich mich aber für den mobilen DVB-T-Empfänger tizi+ von Equinux entschieden. Ein kleiner Kasten mit Platz für eine Micro-USB-Karte, der überall Fernsehempfang mit iPad, iPhone oder Mac ermöglicht und sogar ohne zusätzliches Gerät Sendungen aufzeichnet, die man vorher programmiert hat.

Eine wirklich mobile Lösung: Man platziert tizi+ an dem Platz der Wohnung, der besten DVB-T-Empfang bietet, und sitzt mit seinem iPad oder MacBook trotzdem im gemütlichen Sessel, der sich ausgerechnet im DVB-T-Loch befindet. Über die kostenlosen Apps programmiert man Sendungen ganz einfach durch Markieren in der elektronischen Programmvorschau, der Akku hält mehr als nur einen Spielfilm in Überlänge durch und das ganze Paket ist so klein, dass man es wirklich immer dabei haben kann.

Flop: IDAPT S1 Lautsprecherdock 

Der Flop des Jahres ist für mich das IDAPT S1 Lautsprecherdock, das schon 2011 per Pressemitteilung vorgestellt wurde. Statt wenige Monate später auf den Markt zu kommen, verzögerte sich der Start des (meiner Meinung nach) vielversprechenden universellen Lautsprecherdocks mit Lade- und Weckfunktion immer mehr. Vor kurzem startete IDAPT eine Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung, die gerade kläglich ausläuft. Die Finanzierungsfrist endet in ein paar Tagen und von den benötigten 70.000 US-Dollar sind gerade etwas über 5.000 US-Dollar zusammengekommen. Schade, das wäre ein Produkt gewesen, das durch die IDAPT Adaptertechnologie auch in einigen Jahren noch die dann aktuellen Gadgets hätte laden können. Mit seinem Braun-Retrolook, der vielseitigen Funktion und einem ordentlichen Preis hätte sich das IDAPT S1 zu einem Klassiker entwickeln können. So allerdings wird es wohl nie verwirklicht werden.

Die Tops und Flops von Jan Tißler

Top: Raspberry Pi

Schneller, höher, weiter passt als Motto auch zur Hardware-Branche: größere Displays, bessere Akkus, mehr Prozessorleistung. Der Raspberry Pi hingegen ist der krasse Gegenentwurf dazu und hat doch den üblichen Gadgets so viel voraus. Auf der einen Seite ist er leistungsschwach und bringt nicht einmal ein Gehäuse mit. Auf der anderen Seite ist er preisgünstig und eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Eigentlich ist das Projekt dafür gedacht, den Computerunterricht an Schulen überall in der Welt voranzubringen. Zugleich aber hat er die Phantasie von Bastlern enorm angeregt und die Raspberry Pi Foundation ist sehr dankbar dafür. Sie ist eine Non-Profit-Organisation und bestrebt, den Raspberry Pi so offen wie nur möglich zu halten. Dadurch können andere diese Basis nutzen und sie weiterentwickeln. Während andere sich millionenschwer um Patente vor Gerichten streiten, verändert hier ein kleines Team in ihrer Freizeit die Welt – vielleicht nur ein bisschen, aber immerhin.

Flop: Patentewahn

Die peinlichste Fehlleistung fand ich dieses Jahr an sich den verpatzten Verkaufsstart des Nexus 4, den man nun wirklich nicht mehr als Marketinggag erklären kann. Aber wenn man mal ehrlich ist: Es gibt Schlimmeres auf der Welt und auch in großen Unternehmen arbeiten nur Menschen. Ich habe das Nexus 4 schließlich vorbestellen können und in etwas über einem Monat halte ich es dann (hoffentlich) in Händen. Abgehakt.

Viel wichtiger aber ist, wohin uns das aktuelle Patentsystem gebracht hat. In den Medien steht hier immer Apple im Mittelpunkt, aber es betrifft die gesamte Branche. Klar scheint mir, dass man in unserer Welt als Erfinder einen gewissen Schutz braucht, damit man auch selbst etwas von seinen Ideen hat. Wir leben schließlich nicht in einer Star-Trek-Gesellschaft. Klar ist aber auch, das Patente keine Trivialitäten schützen dürfen und dass das System vor allem so geregelt und durchgesetzt werden muss, dass auch andere auf neue Entwicklungen aufsetzen können. Sprich: Den Erfinder schützen, aber Innovation ermöglichen. Und mit "Innovation" meine ich dann auch Innovation und nicht, das Erfolgsprodukt des Konkurrenten nachzuäffen...

Die Tops und Flops von Jürgen Vielmeier

Top: Galaxy Camera

Gadget des Jahres? Wird in diesem Jahr schwer. Es gab vor allem viele schöne, kleine Dinge und Trends, die mir gefallen haben. Die Smartwatch Pebble, die Konsole Ouya, Google Now, Fitbit, das IdeaPad Yoga, der Bastlertraum Raspberry Pi, die Gestensteuerung The Leap, die Heimvernetzung SmartThings, Googles Preisoffensive bei Tablets, Smartphones und Chromebooks...

Ich mache etwas Überraschendes und wähle die Galaxy Camera zum Gadget des Jahres, trotz all der Schwächen, die sie hat. Denn ich mag das Zeichen, das Samsung hier gesetzt hat. Seit Jahren wünsche ich mir eine anständige Kamera mit WLAN und 3G. Nun wird mein Wunsch also endlich erfüllt und ein komplettes Android-System (4.1) mit riesigem Touchscreen gleich noch mit reingepackt. Das ist nicht gänzlich komfortabel, das ist verbuggt und angesichts der durchschnittlichen Bildqualität auch noch teuer, aber ansonsten eine blühende Spielwiese für Geeks und eigentlich genau das, was ich mir immer gewünscht habe. Und es zeigt zudem - wenn Galaxy S3 und Note 2 das nicht schon getan haben - dass Samsung durchaus zu Innovationen in der Lage ist. Ich hoffe, das war der Startschuss für mehr WLAN, 3G, 4G und Android in Digitalkameras!

Flop: Will.I.ams Partnerwahl 

Ich bin sehr zufrieden mit den meisten Entwicklungen in diesem Jahr. Echte Ausreißer nach unten habe ich kaum gesehen. Schlechte Bewertungen kann sich heute kaum ein Unternehmen noch leisten und das spiegelt sich auch in der Qualität wider. Freut euch also: Das Gesamtniveau ist stark gestiegen.

Bei einer Sache allerdings klappte mir neulich tatsächlich die Kinnlade herunter: Musiker Will.I.am hat sich für seine iPhone-Kamera-Kästen i.am+ keinen Geringeren zum Geschäftspartner gemacht als Chandra Rathakrishnan. Wem der Name nichts sagt: Das ist der, der in den vergangenen Jahren bereits die Tablet-Projekte Grid und JooJoo trotz mächtig viel Tamtam aus abenteuerlichsten Gründen kurz vor dem Marktstart platzen ließ. Da waren bereits Millionen geflossen.

Das Design der i.am+ gefällt mir eigentlich. Die Frage ist allerdings schon, wer das kaufen soll. Mindestens 200 Euro dafür, das iPhone 4 oder 4S (iPhone-5-Modelle sind noch nicht fertig) wie eine analoge Fotokamera mit Goldrand aussehen zu lassen und noch eine - im iPhone ja mächtig dringend benötigte - physische Tastatur dazu zu bekommen. Das kann funktionieren, und ich gönne es dem guten Will.I.am. Aber irgendetwas sagt mir, dass das daneben gehen wird. Falls nicht, habe ich mich gerne geirrt.

Die Tops und Flops von Sven Wernicke

Top: iPhone 5

Ich bin kein großer Apple-Fanatiker, mag das iPhone dennoch ausgesprochen gerne. Für mich war eines der Highlights dieses Jahres durchaus das iPhone 5 - trotz der anfänglichen Schwierigkeiten mit einigen Lieferungen. Mein Umstieg vom iPhone 4 zum neuesten Apfel-Smartphone hat sich aber mehr als gelohnt. Anfänglich war ich zwar skeptisch, ob ich trotz des größeren Displays mein Telefon bequem in die Hosentasche stecken kann. Aber die Angst erwies sich als unbegründet, jetzt erfreue ich mich an einem tollen, angenehm handlichen, aber doch nicht zu großen Touchscreen. Die aktuellen 5-Zoll-Monsterder Mitbewerber haben für mich nichts mehr mit einem Smartphone zu tun. Unabhängig davon punktet Apple wieder mit einer wunderbaren Verarbeitung und dem intuitiv bedienbaren iOS. Alles andere ist doch nur eine Kopie des Originals. Vielleicht ist das iPhone 5 im Gegensatz zu Hightech-Smartphones aus dem Android-Lager kein Quantensprung (mehr), aber es ist ein rundum stimmiges Smartphone, das ich einfach liebe.

Flop: iPad mini

Das iPad mini läutet für mich das Ende der Apple-Vormachtsstellung ein. Das geschrumpfte Tablet ist ein liebloses, schnell in den Handel geworfenes Produkt, das zum Weihnachtsgeschäft noch ein paar Millionen Deppen überzeugen soll. Sorry, aber ich kann mir nicht erklären, wieso man sich ernsthaft ein iPad mini kaufen sollte. Letztlich handelt es sich hierbei um kaum mehr als einen größeren iPod Touch mit Technik, die nur auf Gewinnmaximierung und ein sehr bald erscheinendes Nachfolgemodell schließen lassen. Wo ist der flotte A6-Prozessor vom iPhone 5 oder iPad (4. Generation)? Wo ist das Retina-Display? Stattdessen setzt man potentiellen Käufern ein Gerät vor, das sogar eine ganze Ecke teurer ist als die ähnlich ausgestatteten Tablets der Konkurrenz. Das iPad mini ist kaum mehr als eine Übergangslösung und ein Schnellschuss, um Herstellern wie LG, ASUS, Samsung etc. nicht komplett das 7-Zoll-Tablet-Segment zu überlassen.

Die Tops und Flops von Thomas Jungbluth

Top: Dell Multitouch-Monitor

2012 war das Jahr des Tablets: Die Hersteller warfen Geräte auf den Markt, als gebe es keinen Morgen, und Microsoft kam endlich mit einem Betriebssystem, das sich auch mit den Fingern vernünftig bedienen lässt - leider blieben dabei die Mäuseschubser außen vor, mit Maus macht Windows 8 nur noch mäßig Spaß. Wer es lieber auf dem traditionellen Computer auch schieben möchte, braucht einen Touchscreen - und Dell ist der einzige Hersteller, der ein solches Gerät separat anbietet, und auf die üblichen Eigenschaften (Full-HD-Auflösung etc.) braucht man trotzdem nicht zu verzichten. Das allein qualifiziert nicht zum Gadget des Jahres. Doch damit man keinen "Touchscreen-Arm" bekommt, kann der Anwender das Datensichtgerät bis zur Waagerechte zu sich hin kippen. Wenn doch alles so einfach wäre...

Flop: Microsoft Surface und Windows RT-Tablets

Um ihr runderneuertes Betriebssystem auch auf tragbaren Geräten anzubieten, musste Microsoft seine Seele verkaufen: Windows RT ist eine Windows 8-Version, die auch auf ARM-Prozessoren läuft, ja man bietet sogar eigene Geräte mit dem Namen "Surface" an. Der Preis, den der Hersteller dafür zahlen musste – beziehungsweise die Anwender, denn die müssen ein solches Tablet benutzen: Die Standard-Windows-Programme laufen nicht mehr unter dieser speziellen Windows-Variante. Zwar ist zu hoffen, dass diese Lücke mit der Zeit mit den "Windows-Apps" wieder geschlossen wird – doch so lange ist man auf Word, Excel und die Standardkost angewiesen (dass die theoretisch nicht kommerziell genutzt werden kann, verschweigen wir hier mal fremdschämend...). So lautet mein Fazit: Wenn ich schon auf meinem separaten Tablet keine normalen Windows-Programme benutzen kann, dann bevorzuge ich doch lieber das iPad...

Und eure Tops und Flops?

Unsere Auswahl ist natürlich sehr subjektiv, aber so soll es auch sein. Und wie ihr seht, sind wir uns z.B. auch nicht wirklich einig, ob das iPhone 5 nun Top oder Flop ist... Wir sind gespannt auf eure Ergänzungen: Was waren eure persönlichen Top- und Flop-Gadgets des Jahres?

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