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09.10.13Leser-Kommentare

Tikker: Armbanduhr zeigt noch verbleibende Lebenszeit an

Sie nennen sie "Happiness-Watch", aber ganz ehrlich: Diesem Autor wird eher schummrig vor den Augen, wenn er an das Prinzip denkt: Eine Uhr mit einem Countdown der restlichen Lebenszeit. Wie soll man da noch ruhig schlafen können?

Die Zeit, die bleibt. Tikker sagt uns, wie lange noch. Alle Bilder: Tikker Die Zeit, die bleibt. Tikker sagt uns, wie lange noch. Alle Bilder: Tikker

Ihr kennt diese Sprüche: "Lebe jeden Tag, als wäre es dein Letzter". "Wenn du nur noch einen Tag zu leben hättest, was würdest du tun?" Und ja, was wäre eigentlich, wenn du wüsstest, in wie vielen Jahren, Monaten und Tagen du sterben würdest? Würdest du dein Leben dann anders leben?

Das ist die Frage, die sich die Macher der Countdown-Uhr Tikker gestellt haben. Ihre Uhr, die man via Crowdfunding auf Kickstarter fördern kann, zeigt die aktuelle Zeit und daneben zwei Countdowns an: Wie lange ist es noch bis zum Ende des Jahres? Und wie viel Zeit bleibt einem noch bis zum - statistischen - Ende des Lebens?

 

Die Uhr hatte beim Redaktionsschluss für diesen Artikel mit gut 18.000 US-Dollar ihr Ziel von 25.000 Dollar auf Kickstarter schon fast erreicht. 23 Tage bleiben noch - da sollte wohl nichts mehr schief gehen. Zumal es eine nicht übermäßig hässliche Digitaluhr ist, die mit 39 US-Dollar nicht maßlos überteuert ist. Allerdings ist es nur eine simple Digitaluhr, die rückwärts zählt. Mehr nicht, nichts mit Internet und Apps. In einem Video werden die Motive dahinter erklärt:

www.youtube.com/watch

Nennt es Midlife Crisis oder persönliche Intuition, aber ich finde die Kampagne von vorne bis hinten gruselig, angefangen bei der Idee und abschließend bei diesem Video, in dem nicht Personen zu Wort kommen, sondern computergenerierte Stimmen.

Es ist richtig: Wir sollten uns hin und wieder vergewissern, dass unsere Lebenszeit begrenzt ist, und deswegen das beste aus unserem Leben machen. Ein gewisser Steve Jobs erklärte in seiner berühmten Stanford-Rede sein Lebensmotto: "Wenn heute mein letzter Tag wäre, würde ich das tun wollen, was ich gerade tue?" Ach, es gibt viele Philosophien. Angefangen von "Tue alles, was du tust, mit Feuer und Leidenschaft" bis hin zu "Etwas Besseres als den Tod werden wir überall finden". Aber brauchen wir dazu eine Uhr, die uns täglich, stündlich, minütlich daran erinnert, wie wenig Zeit uns noch bleibt? Ab einem gewissen Alter macht man sich doch sowieso ständig darüber Gedanken.

Es ist also Geschmackssache. Soll sich die Uhr gerne kaufen, wer meint, dass er sie braucht. Ich hätte keine Lust darauf. Sich hin und wieder mal zu vergewissern und sich darüber klar zu werden, was man hier eigentlich gerade tut und wie lange einem noch für die schönen Dinge des Lebens bleiben, dürfte vollkommen ausreichen. Mit allem anderen macht man sich doch nur verrückt. Wer trotzdem Lust auf die Tikker hat, dem - Achtung, Schenkelklopfer - bleiben noch 23 Tage. Um die Uhr zu finanzieren. Hier geht's zur Kickstarter-Seite des Projekts und hier zur offiziellen Website.

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Kommentare

  • jan

    09.10.13 (15:39:39)

    ein wenig zu einfach gedacht finde ich... Man könnte das ding ja auch mit Internetanbindung und technischen Rafinessen ausstatten, so dass es meinen Puls misst, über meine Fitness usw. Bescheid weiß (achtung nsa alarm!) und daraus die Zeit täglich neu berechnet. Dann hätte das ganze einen Lerneffekt und würde wirklich helfen, sein Leben zu verbessern. Was bringt es, meine Arbeit hinzuklatschen, um schneller Freizeit zu haben, wenn ich irgendwann meinen Job dadurch verliere? Lieber die Lebenszeit erhöhen, indem ich auf meine Gesundheit achte und meinen Job so mache, dass er mich glücklich und nicht kaputt macht.

  • Thomas

    09.10.13 (18:12:03)

    Wenn's ein Countdown sein muss, dann bitte der bis zum nächsten Wochenende (Freitag-Abend Feierabendbier).

  • MadMike1961

    10.10.13 (01:32:14)

    Funktioniert die auch bei Selbstmördern? :-D (Den schwarzen Humor bitte ich zu entschuldigen!)

  • Günter

    21.10.14 (11:45:28)

    Ich habe das Projekt vor einem Jahr unterstützt und inzwischen die Uhr erhalten. Ursprünglich fand ich die Idee gut, weil ich dachte, dass es hilft, sein Leben individuell zu "verbessern" (siehe auch Kommentar von jan). Dies ist nicht der Fall, die verbleibende "Lebenszeit" wird nach rein statistischen Werten errechnet und ich habe lediglich eine "Stoppuhr" erhalten, die rückwärts zählt. Schade, Ziel verfehlt.

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