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28.12.07

Test WD Passport Harddisk: Klein, genügsam, sicher

Western Digital oder WD hat mit der "WD Passport" eine Serie kleiner und leichter externer Festplatten mit Zusatzfunktionalität auf den Markt gebracht. Wir haben die 250-GB-Variante getestet.

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Die "WD Passport" ist eine winzige externe Harddisk, die per USB mit einem (am Notebook angenehm kurzen) Kabel angeschlossen und betrieben wird. Die Synchronisierungs-Software WDSync mit "Dmailer" soll sie zum Grossformat-Speicherstick machen. (Bild: PS)

Ich hasse diese verschweissten, durchsichtigen Plastikverpackungen, die man nicht aufkriegt, ohne sich mindestens an einem Finger zu verletzen - aber in genau so einer steckt die kleine "WD Passport" - Harddisk, die ich nun mal grade heute brauche - und das Plastikmonster ist logischerweise etwa dreimal so voluminös wie der Inhalt. Aber der erweist sich als klein, leicht und praktisch:

 

Die "Western Digital WD Passport"-Festplatten gibts mit 60, 80, 120, 160 oder 250 Gigabyte - in der Schweiz kostet in der grössten Variante das Gigabyte damit grade noch einen Franken. Ich kaufe die WD Passport mit 250 Gigabyte, weil sie klein und leicht ist - und weil sie mit einem einzigen USB-Kabel auskommt, über welches sie vom Rechner mit Strom versorgt wird. Dabei bringt der kleine Riese Zusatzfunktionen mit, die durchaus brauchbar erscheinen.

"WD Diagnostics" ist eine kleine Harddisk-Testsoftware, die ab der WD Passport USB-Harddisk direkt auf den Rechner installiert wird, unmittelbar nachdem die Harddisk mittels des 30 Zentimeter kurzen Kabels (angenehm für den Transport) angeschlossen wird. Das spiegelglatte, ultraleichte Plastik-Gehäuse hat keinen Schalter, nur eine blaue LED und eine mit Gummi geschützte Micro-USB-Schnittstelle.

Die WD Passport-Harddisk wird nach dem Einstecken des USB-Kabels vom Rechner sofort erkannt. Und jetzt gibt sich dank "Autoplay" auf Windows-Maschinen die mitgelieferte Software zu erkennen. Zur Wahl stehen Handbuch (PDF), Installation von "WD Diagnostics" und das Aufstarten von WDSync.

"WD Diagnostics" entpuppt sich als kleines Speicherprüfprogramm, welches Harddisks auf ihre Integrität testet und sofort meldet, dass die 40 GB kleine interne Harddisk meines Vaio mit NTFS formatiert und beinahe voll und die angeschlossene USB-WD Passport mit FAT32 formatiert und absolut leer ist. Nicht ganz schlecht, aber nichts, was Windows nicht auch mit Bordmitteln könnte.

"WDSync" hingegen ist eine etwas ausgereiftere Anwendung. Eigentlich handelt es sich um den "Dmailer" , ein einzeln verfügbares Programm für Harddisks, Speichersticks, MP3-Player und sogar Handys, das vor allem eins tut: Die wichtigsten Daten eines Anwenders (und dabei handelt es sich offensichtlich nur um die, welche im Ordner "eigene Dateien" liegen) auf das externe Speichermedium kopieren und auf jedem andern Windows-Rechner verfügbar machen - inklusive des Bildschirm-Hintergrunds.

Die Konfiguration schliesst die Auswahl der Browser-Daten (leider nur Firefox oder IE - kein Opera), der Mail-Dateien (leider nur Outlook oder Outlook Express) und der "Dateien" ein - wobei unter letzteren die Wahl aus den Kategorien "Alle Dateien", "Mediadateien", "Büro" oder "keine" erfolgen kann.

Wer glaubt, mit "Alle Dateien" die ganze interne Festplatte auf die WD Passport-USB-Harddisk zu kopieren, sieht sich bald schon getäuscht: Es wurden nur die Inhalte aus "Eigene Dateien" des aktiven Benutzers kopiert. Pech, wenn man dieses Verzeichnis gar nicht benutzt.

Zuvor allerdings lässt sich noch eine Verschlüsselung mit Passwort in 128Bit-Stärke einstellen, sowie die Option wählen, dass beim Einschalten oder eben Anstecken der WD Passport die Synchronisationssoftware ab Disk automatisch gestartet und die veränderten Daten auf beiden Seiten gesucht und kopiert werden.

Wer mit Standard-Anwendungen und Standard-Verzechnissen arbeitet, für den mag das ganz praktisch sein - ich bleibe leider ausgeschlossen, den für die Mail benutze ich Thunderbird und als Browser Opera. Beides ist in WDSync nicht vorgesehen.

Der "Dmailer" beeindruckt mich dennoch: Wer seine Daten auf die Harddisk verschoben hat und diese an einem andern Rechner einsteckt, muss nur sein Passwort eingeben, und schon stehen ihm erstens seine Daten ab dem heimischen Rechner (oder vielmehr aus dessen "eigene Dateien"-Verzeichnis) zur Verfügung. Ausserdem aber kann er seine Maildaten benutzen, auch wenn auf dem Fremdrechner weder Outlook Express noch Outlook installiert ist: Der Dmailer ist ein eigenständiger, direkt ab Harddisk aufrufbarer Mailclient, der mit den Daten der Microsoft-Programme umgehen kann und offenbar die Einstellungen des heimischen Mailclients beim Synchronisieren übernimmt.

Eine weitere Zusatzfunktion besteht in der "Fundbüro"-Funktion: Wenn ein Dritter die verlorene oder geklaute WD Passport anschliesst, hat er keinen Zugriff auf die (synchronisierten) Daten. Dafür kann er einen Button "Fundbüro" anklicken, worauf ihm die Koordinaten des Besitzers und das Versprechen eines Finderlohns angezeigt werden.

Aber eigentlich brauche ich die kleine USB-Festplatte WD Passport ja als genau das: Als externe Festplatte ohne Schnickschnack. Mich überzeugt sie wegen ihrer grossen Kapazität, der kleinen Abmessungen und des geringen Gewichts sowie des angenehm kurzen Kabels (in Verwendung mit meinem Subnotebook, jedenfalls). Dreissig Tage kostenloser Telefonsupport sind auch nicht zu verachten, so sie sich nicht als dreissig Tage Wartezeit bei einem Callcenter entpuppen, was mein grosser Verdacht ist.

Ausserdem habe ich meine Liebe Mühe mit der gewährten Garantie auf die Harddisk: Das spiegelglatte Plastikgehäuse zerkratzt bei der ersten Anwendung. Und wie, zum Teufel, kriege ich die kleine USB-Festplatte im Schadenfall in die von der Garantiebestimmung normalerweise verlanngte Originalverpackung zurück? Ich hab den Plastikblister, nachdem er mir zwei Finger zerschnitten hat, wütend in den Müll geworfen...

  • "Dmailer" : Produktseite mit Flash-Animation

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