Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

30.04.09

Test Tesla Roadster: Leistung ohne Ende

Der Tesla Roadster kommt nach Europa und wir hatten die Gelegenheit, eine Probefahrt zu unternehmen. Teil Zwei unseres kurzen Tests.

Von Gastautor Nando Bosshart

Im ersten Teil unseres Testberichtes über den Tesla Roadster haben wir den Wagen vorgestellt, im zweiten Teil soll es mehr um die Dynamik des Wagens gehen. Elektromotoren haben eine deutlich andere Leistungscharakteristik als jene, die mit Benzin betrieben werden. Denn E-Motoren reagieren sofort und brauchen deutlich weniger Zeit, um ihre volle Leistung zu entwickeln. Das führt dann auch zu den enormen Beschleunigungswerten. Die vier Sekunden, die der Tesla benötigt um auf 100 km/h zu kommen, hängen sogar einen Bugatti Veyron ab, der mit 1001 PS etwas größer motorisiert ist:

Beeindruckend ist das enorme Drehmoment von 375 Newtonmeter, welches dem Roadster im Gegensatz zu Benzin-getriebenen Fahrzeugen jederzeit (also über den gesamten Drehzalbereich!) zur Verfügung steht. Diese gewaltige Sprungkraft demonstriert der Roadster beim Überholen von altmodischen Benzinkutschen aufs Eindrücklichste. Bei 60km/h genügt ein kurzes Antippen des "Strompedals" und innert Sekundenbruchteilen werden die nachfolgenden Autos im Rückspiegel mikroskopisch klein. Ein Auto mit einer derartigen Beschleunigung zu fahren, macht eindeutig süchtig.

Rekord-Reichweite

Mit der zur Verfügung stehenden Batterie-Kapazität wurde vor Kurzem bei der Monte Carlo e-Rally eine Strecke von 390 Kilometern am Stück gefahren, man kann also durchaus mit einer einzigen Ladung ein ganzes Wochenende auf der Strasse verbringen. Der Fahrspass ist angesichts der beschriebenen Leistungsdaten extrem hoch, der Tesla Roadster liegt ausserordentlich gut auf der Strasse und fährt wie auf Schienen durch die Kurven. Die eher harte und direkte Federung gibt dem Fahrer ein gutes Gefühl für die Strasse und angesichts des räumlich gut ausgenutzten Cockpits (in der Mittelkonsole muss schliesslich kein mechanischer Schalthebel respektive kein Getriebe Platz finden) steht dem Fahrer genügend Platz zur Verfügung, so dass auch längere Fahrten einigermassen angenehm zu überstehen sein sollten.


Da ich an diesem Wochenende nicht der Erste (und auch nicht der Letzte) war, der mit dem Roadster fahren durfte, war es nicht weiter erstaunlich, dass ich bei der Rückkehr auf dem Parkplatz mit den Worten "another smiling face" empfangen wurde. Das breite Grinsen, das ich zwar gar nicht so schnell loswerden will, klebte selbst Stunden nach der Fahrt noch in meinem Gesicht.


Der Fahrspass hat seinen Preis

Der überaus positive Gesamteindruck vom "Tesla Roadster" wird aus meiner Sicht nur durch einen einzigen Schönheitsfehler gemindert:

Für Öko-Geeks mit kleinem Geldbeutel wird der umweltfreundliche Supersportler wohl ein Wunschtraum bleiben, denn wer den Tesla Roadster sein Eigen nennen möchte, muss dafür mindestens 89'000 Euro abgeben – somit bleibt diese Testfahrt für mich vorläufig nicht mehr als eine wunderbare Erinnerung.


Wesentlich budgetfreundlicher und damit auch für die breite Masse interessant wird das voraussichtlich ab 2012 erhältliche "Modell S" sein, welches basierend auf der gleichen Akku- und Motorentechnologie bis zu sieben Personen Platz bieten und die Insassen rund 480 Kilometer weit transportieren soll. Hier liegt der von Tesla Motos angepeilte Verkaufspreise bei circa 40'000 Euro.

Das Sparkonto dazu habe ich auf jeden Fall schon eingerichtet.

 

Schlagworte zu diesem Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer