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26.11.07 14:03

, von Kurt Haupt

Augen-Training Nintendo DS im Test: Genüsslich die Augen verdrehen

 

Der Gehirn-Trainer hat Nintendo und seiner Minikonsole DS Millionenverkäufe beschert. Nun versucht der Hersteller mit Augen-Training an den Erfolg anzuknüpfen. Und wie immer bei spassigen Lernspielen tönt die Idee anfänglich dumm - in der Praxis zeigt sich dann, dass sie Sinn und vor allem viel Spass macht.

Nintendoe Augentraining

Augentraining mit der Spielkonsole? Tönt wie Alkohol-Entziehungskur in der Whisky-Brennerei. Ich habe, es sei offenbart, eine Kurzsichtigkeit von knapp 6 Dioptrien. Sprich, ich finde die verlegte Brille nicht mehr ohne fremde Hilfe. Genügen da drei Stunden Nintendo, damit ich die Brille wegschmeissen kann?

 

In den späten 80er-Jahren kursierte in unserem Büro ein Augen-Gymnastik-Buch. Im Wesentlichen ging es darum, dass dieses ganze Brillenzeugs eh nur die Augen verweichlichen würde. Wer fleissig trainiere und wirklich wolle, könne auf seine gläserne Krücke verzichten. Die Idee setzte sich rasant durch, ebenso schnell wuchs der Anteil von Bürokollegen mit blauen Flecken an verschiedensten Körperteilen - dieses elende Bürogebäude hatte einfach zu viele Glastüren. Irgendwann verschwand das Buch, und mit der Rückkehr der Brillen liessen auch die dumpfen Kollisionsgeräusche und Flüche schlagartig nach.

Andererseits, ich gebe es zu, bin ich einer derjenigen, die erst über das Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging von Nintendo gewitzelt haben, und dann später trotzdem stundenlang versucht haben, ihren Hirn-Wert auf altersgerechte Werte zu tunen. Vor allem die Testergebnisse des 13-jährigen Patenkindes trieben mich tagelang in die Verzweiflung.

Das Augen-Training von Nintendo lockt aber nicht mit falschen Versprechungen. Denn laut Hersteller soll das Spiel nicht von der Brille befreien. Es verbessert nicht die Sehschärfe und noch nicht mal den Augenaufschlag, sondern trainiert Hand-Augen-Koordination, peripheres Sehen, dynamische Sehschärfe, schnelles Erkennen und Augenbeweglichkeit. Wissenschaftlicher Berater für das Spiel war dieses Mal Dr. Ishigaki, der, laut Prospekt, ein führender Experte auf dem Gebiet "Visual Training" ist. Wer fleissig trainiert, hat schlicht den schnelleren Durchblick, was vor allem für Sportler vorteilhaft ist.

Das Ganze ist wie bei Gehirnjogging in Tests und Spielchen unterteilt. Den Eintrittstest vermasselte ich voll, zur Strafe kriegte ich "Augenalter 50" aufgebrummt. Vor allem die digitale Version des "Hütchenspieles" überforderte mich vollkommen, ich finde nicht mal in der Realität das Kügelchen unter dem richtigen Töpfchen. (Anm d. Übs.: Das geht allen Besuchern der Touristenviertel in Paris so...)

Anscheinend mangelt es mir, so Nintendos Diagnose, an dynamischer Sehschärfe. Besser klappte da schon die Hand-Augen-Koordination. Zu wirklicher Höchstleistung rappelte ich mich letztlich beim virtuellen Volleyball auf. Zur Belohnung gab es dann am Schluss ein paar Entspannungsübungen für die müden Augen.

Nintendo Augentraining Volley

Fazit: Das Nintendo-Augentraining lässt mich weder besser aus- noch sonst sehen, aber es verhilft zum schnellerem Durchblick. Die Umsetzung der Übungen ist technisch ausgefeilt, simpel zu bedienen und das Ganze macht genügend Spass, damit man auch fleissig bei seinem Training bleibt.

Wer nun diese Zeilen mit rotgeränderten Pupillen entziffert, sei noch auf die Augen-Yoga-Seite im Internet verwiesen.

Info: Augentraining für Nintendo DS, 29.99 Euro (Fr. 49.90)

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