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18.09.12Kommentieren

Terratec Noxon dRadio 110 im Test (1/2): Blind bedienbar?

Das Terratec Noxon dRadio 110 für DAB-Empfang soll für Sehbehinderte besser zu bedienen sein. Kann das Gerät die Versprechungen halten?

Noch verpackt: Terratec Noxon dRadio 110 (Bild: wor)Moderne Geräte, ob Telefon, Radio oder Wecker, sind mit Touchscreens und Soft-Menüs statt fühlbarer Tasten mit fester Funktion für Sehbehinderte schwer bedienbar geworden. Das Terratec Noxon dRadio 110 soll da anders sein, so wurde es mit großen Worten vorgestellt - inzwischen konnte neuerdings.com ein Exemplar testen. Dem Noxon dRadio 110 liegt anstelle eines Handbuchs eine CD-ROM mit einer vorgelesenen Version des Handbuchs bei, die sich auf einem MP3-fähigen DVD-Spieler oder einem Computer abspielen lässt.

Wer nur einen gewöhnlichen CD-Spieler besitzt, hat allerdings Pech gehabt: Normale Audio-CD-Spuren hat die CD nicht, obwohl die Anleitung weniger als 74 Minuten lang ist. Und falls dem Sehbehinderten ein Normalsehender helfen möchte, wäre dieser über ein Handbuch auf Papier oder wenigstens CD-ROM doch nicht unglücklich; das hätte auch noch auf die mitgelieferte CD-ROM gepasst.

B(l)ack in Black

Das Gerät ist für Normalsehende etwas schwieriger zu bedienen, weil es konsequent mattschwarz in mattschwarz gehalten ist - die Symbole auf den Tasten sind zu erfühlen und nur schwer zu erkennen. Die Empfangsleistungen sind gut, weit besser als bei dem in dieser Hinsicht "suboptimalen" Noxon DAB-Stick.

Ungewöhnlich ist eine Anzeige von Bitfehlerraten, die dabei hilft, schwachen Digitalempfang bereits vor dem Aussetzen des Empfangs zu entdecken und die Antenne so besser auszurichten - allerdings steht diese Funktion nur Sehenden zur Verfügung.

Guter Empfang

Sehr positiv ist der mögliche Anschluss einer Außenantenne: Über einen F-Stecker - bekannt aus der Satelliten-Empfangstechnik - lassen sich wahlweise die übliche Stabantenne anschrauben oder aber - über zwei mitgelieferte Adapter - externe Radio- oder Fernsehantenne, ob klassische Dachantenne oder Kabelanschluss.

UKW kommt dabei über den Radioanschluss, DAB über den Fernsehanschluss. Beides gleichzeitig ist allerdings nicht anschließbar, doch ist das Noxon dRadio 110 damit auch eine gute Lösung in den Gebieten in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern, in denen bis auf weiteres keine DAB-Versorgung besteht, aber ein Kabelanschluss vorhanden ist: Gerade Sehbehinderte dürften dankbar dafür sein, auf das Herumstochern mit der Stabantenne im Äther auf der Suche nach besserem Empfang verzichten zu können.

Es lassen sich jeweils fünf DAB- und UKW-Sender auf die Speichertasten legen. Die Ansage der DAB-Sendestationen ist allerdings nur innerhalb der Senderliste verfügbar, nicht beim Aufrufen der programmierten Sender. Auch hier funktioniert sie nicht immer - es muss ein entsprechender Text hinterlegt sein, was bei neuen Sendern natürlich nicht der Fall sein wird. So wurde beim Testgerät zwar "RT1 in the Mix" aus Augsburg angesagt, doch nicht der normale "RT1". Für das Zurechtfinden eines Sehbehinderten in der digitalen Senderwelt sollte dies trotzdem ausreichen, da er die Senderreihenfolge bald verinnerlicht haben wird. Auf UKW steht die Ansage der Stationen dagegen trotz RDS-Senderanzeige nicht zur Verfügung, da es hier keine Senderliste gibt.

Das Terratec Noxon dRadio 110 kostet ca. 90 Euro.

Also alles paletti, oder gibt es doch Problemstellen? Der zweite Teil des Tests beschäftigt sich mit Stromverbrauch, USB-Stick und Senderwahl.

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