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27.05.11

Telefon-Provider: Europa ohne Grenzen

Mit dem Smartphone ins Ausland? Für normale User unbezahlbar. Dabei könnten die Provider mehr verdienen, wenn sie weniger Geld verlangen würden.

Über das Roaming ärgert man sich, seitdem es Mobiltelefone gibt. Früher, als es noch viele unterschiedliche Carrier gab, waren die hohen Preise teilweise noch nachvollziehbar. Aber heute ist es schwer zu verstehen, warum man zum Beispiel als Vodafone-Deutschland-Kunde in Frankreich absurde Mondpreise für den Empfang einer Mail bezahlt. Auch wenn es sich technisch nicht um die gleiche Firma handelt, bei der man in Frankreich ins Netz geht und auch wenn die vielen Urlauber die Kosten für den Netzbetreiber hochtreiben: nachvollziehbar ist das nicht.

Und vermutlich auch nicht gewünscht, denn die Firmen verdienen gut an ihren horrenden Auslandgebühren. Einerseits, weil sie sich jedes Byte vergolden lassen, andererseits wertvoll sind all jene, die im Ausland notgedrungen ein zweites Handy mitnehmen, in das sie dann eine Prepaidkarte stopfen.

UMTS ist unbezahlbar

Bis zum Auftauchen von Smartphones und Tablets waren die hohen Gebühren meist egal, doch heute sieht das etwas anders aus. Zum einen sind die von den Providern teuer verkauften Smartphones im Ausland praktisch sinnlos. Hat man keine Offline-Apps installiert, sieht man am besser zu dass Push-Dienste und Internet abgestellt sind. Am Besten geht das, indem man erst gar keine 3G-Verbindung zulässt und sich halt auf offene WLANs verlässt. In manchen Ländern klappt das sogar außerordentlich gut, weil man an jeder halbwegs bewohnten Strassenecke eine ganze Latte von offenen Routern finden kann. In europäischen Ländern wo die Copyright-Industrie offenen WLANs mehr oder weniger den Garaus gemacht hat, steht man halt ohne Empfang da.

Weniger Geld kann mehr sein

Ich verstehe an diesem Punkt ehrlich gesagt die Provider nicht - einfach weil ihnen durch diese starre Haltung Geld entgeht. Ich wäre durchaus gewillt, für eine brauchbare Flat im Ausland 20 Euro für, sagen wir mal, 200 MB die Woche zu bezahlen. Ich vermute mal, dass ich nicht der einzige bin, der so etwas innerhalb von Europa machen würde. Denn es geht nicht nur um Urlaub, wo man mal ein nettes Restaurant sucht oder die nächste Tankstelle, sondern auch um jene, die im Ausland arbeiten. Bei der Menge an verkauften Smartphones, den billigen Flugreisen und der zunehmenden Mobilität müsste eine solche Flat eigentlich die Kassen des heimischen, ebenso wie des ausländischen Providers füllen. Und dies, ohne dass man als Reisender das Gefühl hat, komplett abgezockt zu werden. Denn nicht nur Smartphones werden mehr verkauft, auch Tablets sollen in den nächsten Jahren vermehrt unters Volk gebracht werden. Doch die sind im Ausland komplett überflüssig, weil sie man mit ihnen nicht mal telefonieren kann. Ohne Netzzugang belasten sie allerhöchstens das Reisegepäck.

Die Provider, vor allem T-Mobile, Vodafone und O2/Telefonica, die allesamt in den klassischen Urlaubsgebieten zu finden sind, sollten schleunigst in diese Richtung denken. Man muss ja nicht immer warten bis die EU sich durchringt, den überhöhten Kosten ein Ende zu setzen. Wer sein Tablet im Sommer mit dem Satz "inkl. Urlaubsflat in Europa" bewirbt, verkauft davon dann sicher auch ein paar Stück mehr.

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