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17.11.08

Swisscom Ecomode plus: DECT - Es geht auch ohne Strahlung

Drahtlose DECT-Telefone haben bezüglich Elektrosmog einen schlechten Ruf, weil sie auch im Stand-by die Umwelt fleissig befunken. Wie man das besser macht zeigt in der Schweiz die Swisscom, deren neuste Drahtlostelefone nur noch funken, wenn gesprochen wird.

Als "Strahlenschleudern" bezeichnen Elektrosmog-Kritiker herkömmliche DECT-Telefone, als Erfolgsgeschichte eines Standards loben es andere. Dank der neuen DECT-Modellreihe von Swisscom (ATON CL108 bis CLT110) kann man nun Komfort und Ökologie vereinen. Die drahtlosen "Ecomode plus"-Telefone strahlen nur noch beim Plaudern und brauchen auch weniger Strom. Dabei kosten sie kaum mehr als herkömmliche DECT-Telefone. Damit hofft man, auch diejenigen Kunden erreichen zu können, die sich bisher nicht mit einem schnurlosen Telefon anfreunden konnten:

Verbreiteter Standard

Digital Enhanced Cordless Telecommunications, kurz DECT ist eine Erfolgsgeschichte der Telefonie. Dank einem einheitlichen Standard können drahtlose Telefone und Basisstationen unterschiedlicher Hersteller problemlos zusammenarbeiten. Digitalisierung beschert exzellente Sprachqualität und Verschlüsselung schützt DECT-Benutzer vor Missbrauch.

DECT steht aber seit einigen Jahren in der Kritik, weil die Basisstation "rund um die Uhr" funkt, auch wenn überhaupt nicht telefoniert wird. Technisch ist diese Aussage aber nicht ganz korrekt: Die Basisstation sendet nämlich nur sporadisch ein Kontrollsignal an das Handteil um sicherzustellen, dass sich dieses noch im Empfangsbereich befindet. Da dies allerdings 100-mal pro Sekunde mit der maximalen Sendeleistung von 250 Milliwatt geschieht, entsteht dadurch beträchtlicher, aber meist sinnloser Funkverkehr.

Hilfreich ist deshalb, die DECT-Basisstation möglichst weit weg von permanenten Aufenthaltsorten wie Bett oder Sofa zu positionieren. Denn am meisten Strahlung entsteht bei der Basisstation, mit der Anzahl angeschlossener Handteile steigt diese proportional.

Ein Gespräch via DECT erzeugt aber eine um Faktoren geringere Elektrosmog-Belastung als ein Handy-Telefonat.

ECO-Mode

Seit einigen Jahren gibt es sogenannte strahlungsarmer DECT-Telefone an. Wenn sich deren Handteil in der Basisstation befindet, unterbleiben diese unnötigen Kontrollsignale. Ferner regulieren einzelne die Sendeleistung dynamisch, je nachdem wie weit Handteil und Basis entfernt sind.

In der Schweiz hat nun Swisscom eine neue Gerätegeneration auf den Markt gebracht, die laut Hersteller überhaupt nicht mehr funken, wenn kein Gespräch geführt wird. Dies unabhängig davon, wie viele Handteile an der Basisstation angemeldet sind und ob sich diese in der Ladeschale befinden. Swisscom verspricht, dass sich zur Zeit im Schweizer Markt keine Geräte befinden, die geringere Strahlungswerte aufweisen.


Das Edelmodell CLT110 beinhalten einen Telefonbeantworter. (Bild: Swisscom)

Netterweise hat die Swisscom auch beim Stromverbrauch an die Umwelt gedacht und stattet die neuen "Ecomode plus"-Modelle mit effizienten Netzteilen aus, die bis zu 60 Prozent weniger brauchen als Billigadapter der Konkurrenz. Die Telefone verheizen nur noch 1,2 Watt im Standby. Verpackung und Gebrauchsanweisungen der Ecomode-Modelle bestehen, so Swisscom "aus nahezu 100% Recyclingfasern."

Die Geräte sind nur in der Schweiz erhältlich. Abgesehen vom falschen Stecker funktionieren sie aber auch in Deutschland.

Das Einstiegsmodell Aton CL108 kostet 78 Franken (rund 50 Euro), das Topmodell Aton CLT110 mit Anrufbeantworter gibt es für 118 Franken (rund 80 Euro)

Eine ausführliche Liste strahlungsarmer Telefone findet sich beim deutschen Bundesamt für Strahlenschutz

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