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04.05.11

StolenCameraFinder: Dem Kamera-Dieb auf der Spur

Mit der Website StolenCameraFinder soll es möglich sein, über hochgeladene Bilder die Kamera ausfindig zu machen.

Wer kennt das nicht: da sitzt man allein im Cafe, hat seinen Laptop im Rucksack, die Digicam und den MP3-Player in der Jackentasche und muss dringend aufs Klo, aber kann nicht. Na ja, können schön, aber wer paßt solange auf die Technik auf?

Diebstahl ist auch heute noch ein ernstzunehmendes Problem, zusätzlich zum Datenklau. Wenn es denn mal passiert ist, kann man aber immerhin sein Handy kostenlos zurückverfolgen und gegen eine kleine monatliche Gebühr auch den Laptop. Was ist mit der Kamera? Die soll ab sofort auch ausfindig gemacht werden können, mit StolenCameraFinder.

Die Website bietet einen kostenlosen Service zum Auffinden der Kamera an. Man zieht ein beliebiges Foto auf das Browserfenster und binnen kürzester Zeit spuckt die Datenbank alle Webseiten aus, auf denen Bilder, die mit dieser Kamera geschossen wurden, auftauchen - sozusagen digitale DNA-Sequenzierung. Ganz so wissenschaftlich geht es im Hintergrund dann aber doch nicht zu. Laut SCF speichern Digitalkameras neben den normalen Daten wie Belichtung, Datum oder Ort auch ihre Seriennummer im Exif-Tag ab, die extrahiert der Service und vergleicht sie mit der Datenbank. Die wiederum erhält ihr Futter von bekannten Fotoseiten, wie beispielsweise Flickr, indem ein Webcrawler URL und Seriennummer abspeichert. Sollte der Dieb die Kamera also weiterveräußern oder selbst Fotos hochladen, findet StolenCameraFinder die Fotos früher oder später.

Ich tippe auf später, denn so einzigartig die Seriennummer auch sein mag, nicht jede Kamera speichert ihre Nummer im Tag (auch wenn sie fälschlicherweise in der Liste aufgeführt ist). Außerdem ist sie empfindlich gegen "äußere Einflüsse": Verschiedenste Bildbearbeitungsprogramme verändern die Exif-Daten oder löschen Teile davon, manche Websites zeigen die Tags nicht an und Bildformate wie PNG oder BMP könnten zwar solche Daten verarbeiten, tun es aber meist nicht. Unter diesem Gesichtspunkt ist die momentan ungefähr eine Millionen Seriennummern umfassende Datenbank noch das kleinste Übel. (Wer dem Projekt helfen möchte, kann ein Chrome-Plugin installieren, das von jedem angeklickten Foto die Seriennummer in die DB weiterleitet.) Und solange das Angebot kostenfrei ist, kann ein Versuch nicht schaden.

Bei SCF kann man es selbst einmal ausprobieren.

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