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12.11.12

Stellaris LaunchPad: Auf das Minimum reduzierter Minicomputer für 10 Euro

Es geht immer noch billiger: Texas Instruments (TI) bietet seit jüngstem einen Microcontroller an, der sich zu einem Minicomputer ausbauen lässt und dabei im Online-Shop des Chip-Herstellers nur 13 US-Dollar (10 Euro) kosten soll. Der Vergleich mit dem Raspberry Pi allerdings hinkt: Das Stellaris LaunchPad läuft nicht gänzlich eigenständig, TI verzichtet außerdem auf einen Grafikchip.

Als Stromversorgung dient im Stellaris LaunchPad ein Micro-USB-Anschluss, über den man einen Windows-Rechner (XP oder 7) anschließt. Anders als über einen PC hat man anfangs keinen Zugang zu den Elementen des LaunchPads. Vom PC aus lassen sich dann einige zugeschnittene Programme starten und mit Hilfe einer Image-Bibliothek eine grafische Benutzeroberfläche zusammenklicken oder ein erstes eigenes Programm schreiben. Herzstück ist ein Stellaris Microcontroller LM4F120H5QR, der auf einem ARM Cortex-M4 basiert und mit 80 MHz taktet – kein Schreibfehler. Ansonsten bietet der rudimentäre Computer eigentlich nichts außer einigen LEDs und Schaltern, sowie jeder Menge PINs, an die man unterschiedliche Anschlüsse für Ein- und Ausgabegeräte anbringen kann. Die Stromversorgung über einen PC ist praktisch vorgeschrieben, ein Grafikchip nicht vorgesehen. Fraglich, ob das Stellaris LaunchPad damit überhaupt als eigenständiger Computer angesehen werden kann, wie Mashable und VentureBeat schreiben. Immerhin: Es lässt sich fast alles nachrüsten. In einem Video zeigt ein TI-Mitarbeiter die ersten Schritte mit der gut dokumentierten Platine:

Zielgruppe sind offenbar Heimwerker, die sich einen Computer von der Pike auf selbst zusammenbasteln wollen, aber vor einem Lötkolben dann doch zurückschrecken. Für alle, die einen funktionierenden Minicomputer ohne Schnickschnack wollen, würde ich dennoch unumwunden auf den Raspberry Pi zeigen. Der kostet auch nur 25 Dollar und bietet dafür erheblich mehr: Eine CPU-/GPU-Einheit mit 256 512 MByte-RAM, einen Audio- und einen HDMI-Videoausgang, einen USB- und einen LAN-Anschluss, einen SD-Karten-Einschub und eine Stromversorgung über einen Micro-SD-Anschluss, den man ohne den Umweg eines PCs direkt mit der Steckdose verbinden kann. Ein vorinstalliertes Linux auf der SD-Karte kann beim Raspberry Pi als Betriebssystem dienen. Und wem die Funktionen nicht ausreichen, der kann das ganze für wenig Geld noch aufrüsten.

Und wem es wirklich aufs Geld ankommt, für den geht es sogar noch billiger: Das MSP430 LaunchPad von TI kostet sogar nur 4,30 Dollar (3,40 Euro), hat dafür weniger PINs und nur einen Prozessor mit 16 MHz (kein ARM Cortex). Immerhin: Basteln hat wieder Konjunktur. Baukästen wie der Raspberry Pi oder das Stellaris LaunchPad setzen einen Gegentrend zu nicht austauschbaren oder gar im Gehäuse verklebten Komponenten vieler heutiger Laptops und Tablets.

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