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14.09.12Leser-Kommentare

Sony NEX-VG900E: Vollformat-Camcorder für Filme in Kino-Optik

Filmen wie im Kino, mit 35-mm-Film-Optiken? Das geht nun auch bei Sony, mit der Vollformat-Videokamera NEX-VG900E.

NEX-VG30E, kleine Schwester der VG900 (Bild: Sony)Video wurde gegenüber "echtem" 35-mm-Kinofilm oft mangelnde Atmosphäre nachgesagt: Es ist von vorn bis hinten alles scharf, weil die Sensoren kleiner sind. Teils wurden deshalb sogar extra Filmoptiken mit einer Mattscheibe verbunden und dann diese abgefilmt.

Inzwischen gibt es jedoch echte Vollformat-Videokameras, beispielsweise von Canon und jetzt auch von Sony: Herz der NEX-VG900E ist der 35-Millimeter-Exmor-CMOS-Vollformat-Bildsensor mit einer Auflösung von effektiv 24,3 Megapixel, wie er u.a. ebenfalls in der DSC-RX1 verbaut ist. Er ist 40 Mal größer als die Bildsensoren herkömmlicher Camcorder und noch einmal doppelt so groß wie der APS-C-Sensor der NEX-VG20 – des bisherigen Sony Topmodells.

Der Vorteil eines großen Sensors: Klare, rauscharme und detailreiche Aufnahmen, auch im Foto-Modus, und insbesondere mit Tele-Wechselobjektiven geringe Tiefenschärfe: Der Hintergrund verschwimmt in weicher Unschärfe, wie man es aus dem Kino kennt. Alle Aufnahmen können auch im unkomprimierten RAW-Format gespeichert und nachbearbeitet werden.

Objektivauswahl

Die Kamera ist kompatibel mit Wechselobjektiven von Carl-Zeiss und Sony mit E-Mount-Anschluss, die auch von spiegellosen Systemkameras von Sony genutzt werden. Bei der Verwendung eines E-Mount-Objektivs schaltet die Kamera automatisch vom Vollformat-Modus herunter in den APS-C Modus.

Um im Vollformat filmen zu können, benötigt die NEX-VG900E dagegen A-Mount-Objektive, die sonst an Sonys "Alpha" Spiegelreflexkameras verwendet werden. Sie werden mit Hilfe des Adapters LA-EA3 angeschlossen, der zum Lieferumfang der VG900E gehört. Weitere Adapter verbinden auf Wunsch mit den Objektiven anderer Hersteller.

Damit die Übergänge beim Zoomen flüssig und unkompliziert werden, hat Sony eine neue Zoomwippe zur Veränderung der Brennweite entwickelt. Bei den Filmmodi stehen 50, 25 und – wie im Kino üblich – 24 Vollbilder pro Sekunde zur Auswahl – alle drei in Full HD. Bei Bedarf kann auch mit 50 Halbbildern und im SD-Format mit 720 x 576 Bildpunkten aufgezeichnet werden.

Funktionen für den "Kino-Look"

Die Spezialmodi "Cinema Tone Gamma" und "Cinema Tone Colour" sollen auch noch Farben wie auf Kinofilm beringen. Darüber hinaus stehen viele weitere "Kreativoptionen" (also Bildverschlimmbesserungsfunktionen) zur Verfügung. Es lassen sich aber auch alle Parameter manuell wählen – ob Blende, Verschlusszeit, Fokus oder Weißabgleich. Alternativ kann der Filmer per Fingertipp auf dem Touchscreen das Objektiv automatisch auf das gewünschte Motiv fokussieren lassen.

Display und Ton

Als Display hat die NEX-VG900E einen 7,5 cm (3 Zoll) LCD-Monitor, der sich um 270 Grad aufklappen lässt. Alternative ist ein 1,3 Zentimeter großer XGA OLED-Sucher mit hundertprozentiger Motivabdeckung, Dioptrienkorrektur und Farbtemperatureinstellung.

Für den guten Ton ist ein Vierkanalton-Mikrofon eingebaut, das im Dolby Digital 5.1-Format aufzeichnet. Es kann aber auch auf Stereo umgeschaltet werden. Die Aufnahmepegel lassen sich auch manuell steuern. Über den neuen Multi Interface Zubehörschuh und den optional erhältlichen Adapter XLR-K1M lassen sich externe Profi-Mikrophone mit XLR-Anschluss mit der Kamera verbinden.

Verfügbarkeit und Preis

Die Sony NEX-VG900E soll ab Oktober für 3.300 Euro im Handel sein. Wem das zu teuer ist, der kann auch bei APS-C-Sensoren bleiben und sich die ebenfalls neue NEX-VG30E anschaffen, die mit ähnlichen Funktionen "nur" etwa halb so teuer ist und immer noch effektiv 16,1 Megapixeln bieten soll.

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Kommentare

  • Georg Burkhard

    09.10.12 (10:18:54)

    Danke für den informativen Artikel! Jedoch: "Alle Aufnahmen können auch im unkomprimierten RAW-Format gespeichert und nachbearbeitet werden." Hierfür hätte ich gerne eine Quelle. Ich halte es für ausgeschlossen, dass dies von einer Kamera dieser Klasse (bzw. SD Karte) geleistet werden kann, die Datenmengen sind einfach zu groß. Foto RAW kann ja sein, aber Video?? Danke und Gruß, Georg Burkhard

  • Wolf-Dieter Roth

    10.10.12 (19:29:11)

    Ich gehe davon aus, dass sich das nur auf Foto-Aufnahmen bezieht, da ich von einem Video-RAW-Format noch nie gehört habe, geschweige denn von einer Software, die damit etwas anzufangen wüßte.

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