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25.07.16

Ratgeber

Smartwatches: Das sollte beim Kauf beachtet werden

Sven Wernicke

Smartwatches sind keineswegs nur amüsante Gadgets oder nette Trendprodukte. Die Hightech-Armbanduhren bieten allerlei Mehrwerte, aber auch ein paar Nachteile gegenüber klassischen Chronographen. Das sollte beim Kauf beachtet werden.


Apple Watch (Bild: Apple)

Der Markt  mit  Smartwatches wächst

Längst ist das Angebot an Smartwatches unüberschaubar geworden. Der Hype begann vor einigen Jahren mit der Pebble Watch, die via Crowdfunding bei Kickstarter finanziert wurde. Es folgten andere Hersteller, die auf den Trend aufsprangen, darunter LG, Samsung und zuletzt auch Apple.

Mittlerweile ist für jeden die passende Uhr dabei – egal, ob man sie als Lifestyle-Accessoire, praktischen Begleiter oder als Fitness-Wearable nutzen möchte. Optional sind einige Smartwatches in der Lage, vollständig ohne Smartphone auszukommen.

Smartwatches brauchen Verbindung zum Mobiltelefon

Eines sollte (potentiellen) Käufern immer bewusst sein: Fast jede Smartwatch setzt auf eine Verbindung zu einem aktuellen Mobiltelefon. In der Regel via Bluetooth wird ein schnurloser Kontakt hergestellt, wodurch die Uhr in der Lage ist, Benachrichtigungen der favorisierten Apps darzustellen.

Eine neue Mail, jemand reagiert auf einen Facebook-Beitrag, angesagte Tweets von Freunden? Ebenfalls kann man sich so bequem über Termine bzw. Kalendereinträge informieren lassen. Abhängig vom Modell ist sogar das Annehmen von Telefonanrufen möglich. Oder man hinterlässt kurze Audio-Nachrichten, beantwortet flott Nachrichten oder erhält Auskunft darüber, wie viele Schritte man zurückgelegt hat. Eine Anbindung ans Mobiltelefon, vorzugsweise mit iOS oder Android, ist hierbei unerlässlich.

Ein paar ausgewählte Smartwatches verfügen über einen eigenen SIM-Kartenslot (zum Beispiel die Simvalley Mobile PW-430), was sie unabhängiger von einem Smartphone machen. Aber letztlich funktionieren die Uhren auch ohne Handy, dann natürlich eingeschränkt und im Wesentlichen auf die Uhrzeit sowie die installierten Apps beschränkt. Der Mehrwert steigt allerdings deutlich mit einem Telefon in der Tasche, das sich ggf. auch um den Zugang zum Internet kümmert – sofern nötig.

Smartwatches für Pragmatiker

Mit einem Problem haben alle Smartwatches der Gegenwart zu kämpfen: die Akkulaufzeit. Jeden Tag auch noch die Armbanduhr aufladen zu müssen, das kann sehr anstrengend und lästig sein. Wer sich damit nicht abfinden mag, sollte vielleicht bewusst auf Schnickschnack, hochauflösende Touchscreen-Displays und zahllose Sensoren verzichten. Hier landet man zwangsläufig bei den Erfindern der Smartwatch, dem Hersteller Pebble. Die Modelle halten bis zu sieben Tage durch, obwohl sie mittlerweile über allerlei praktische Features verfügen.

Sobald runde LED- oder AMOLED-Displays statt eines eInk-Bildschirme zum Einsatz kommen, sinkt die Akkulaufzeit gravierend. Uhren wie die Huawei Watch oder die LG Watch Urbane wirken sehr viel stylischer, aber hier ist nach maximal vier Tagen Schluss – wenn man schon im Alltag auf Komfort und allerlei Möglichkeiten (Display-Helligkeit, Bluetooth deaktiviert) verzichtet.

Tipp: Wer eine Smartwatch in erster Linie verwenden will, um Nachrichten vom Handy auf das Ziffernblatt zu „beamen“ bzw. das Telefon häufiger in der Tasche lassen möchte, sollte einen Blick auf die stromsparenden Pebble-Uhren werfen. Die sind bei der Akkulaufzeit nahezu konkurrenzlos.

Sport und Outdoor

Sollte die Smartwatch nicht nur für den Geschäftsalltag herhalten, sondern auch für die Aktivitäten vor und nach der Arbeit, empfiehlt es sich, den Fokus neu zu justieren. Einige Uhren sind mit sinnvollen Features versehen, beispielsweise Herzfrequenzmesser und Schrittzähler. Die Samsung Gear S-Modelle unterstützen zum Teil sogar die Samsung-eigene S Health-App. Gleiches gilt für Apples Apple Watch, die mit Apple Health verbunden werden kann.

In einer anderen Liga spielt die smarte Outdoor-Uhr von Casio. Die Casio Smart enthält Höhenmesser, Barometer, Ebbe-Flut-Indikator und Digitalkompass. Sie kann sogar Mondphasen oder Sonnenaufgänge abbilden. Aber: Mit Preisen um die 500 Euro richtet sich das gute Stück an sehr spezielle Bedürfnisse.  Was dagegen für viele bedeutsam sein könnte: zumindest wasserabweisend sollte eine Smartwatch sein, für extremere Bedingungen wasserdicht und stoßsicher.


Tipp:
Umso mehr Sport und Action auf der Tagesordnung  steht, umso mehr sollte man auf die Robustheit der Smartwatch achten. IP-Zertifizierungen geben an, was die Uhr verträgt. Gyroskop, Schrittzähler, Pulsmesser, Höhenmesser, GPS, Herzfrequenzmesser – das sind Aspekte, auf die man ggf. intensiver achten sollte. Einige Fitness-Armbänder, beispielsweise die Samsung Gear Fit II, erfüllen bereits Aspekte einer Smartwatch, der Übergang ist also manchmal fließend.

Musik und Medien

Viele Smartwatches ermöglichen eine Fernbedienung von Musikstreaming-Apps wie Spotify, die allerdings auf dem Smartphone laufen. Besitzen Uhren einen Kopfhörer-Anschluss und (erweiterbaren) Speicher, ist oftmals auch ein eigenständiger Player integriert - beispielsweise bei der Samsung Gear 2. Ist das Telefon ohnehin immer dabei, kann auf dieses Element eher verzichtet werden, denn doppelt braucht man das ja nicht.

Auch halten wir integrierte Kameras an Smartwatches für überflüssig. Diese bieten eh keine vernünftige Qualität, da ist man mit der Cam des Handsy sehr viel besser bedient.

Tipp: Eine Smartwatch ist kein Medienplayer bzw. sollte nicht vorrangig dafür eingesetzt werden. Auch, weil die Akkukapazität sehr limitiert ist. Daher sollten MP3-Player, Fotoplayer und Kamera kein Haupt-Kaufargument sein.

Luxus und Prestige


Apple Watch Hermes (Bild: Apple)

Nahezu alle Smartwatches bieten moderne Elemente, beispielsweise das kontaktlose Aufladen der integrierten Batterie, das Software-seitige Wechseln der digitalen Ziffernblätter oder das Nutzen von Apps für weitere Funktionen. Meist sind entsprechende App Stores verfügbar, in denen sich Anwendungen oder sogar kleine Spiele für die Uhr finden.  

Abheben kann man sich von anderen Smartwatch-Besitzern nur optisch. Wer das nötige Kleingeld mitbringt, kann sich beispielsweise die Apple Watch mit handgefertigten Lederarmbändern oder 18 Karat Gold zulegen. Ähnlich luxuriös ist der Chronograf Huawei Watch in Gold, für den man mindestens 1.000 Euro zahlen darf.

Aber auch günstigere Modelle lassen sich durch neue Armbänder individualisieren bzw. erhöhen den (visuellen) Wert. Ratsam ist es, darauf Wert zu legen, dass die favorisierte Smartwatch die Standard-Größen für Uhr-Armbänder besitzen.

Edle Smartwatches müssen nicht zwangsläufig exorbitant teuer sein. Die Pebble Time Round besitzt durchaus Stil und ist ein Blickfang. Ähnliches gilt für die Samsung Gear S2 Classic.

Tipp: Etwas konservativer und klassischer sind fast alle Smartwatches mit rundem Ziffernblatt/Display. Sie hinterlassen einen edleren Eindruck und eignen sich für wichtige Anlässe einfach viel besser als die eckige Uhren, die eher technisiert und „nerdig“ daherkommen.  Beim Kauf sollte dies ggf. berücksichtigt werden.

 

 

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