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24.01.17Kommentieren

Smartphones

Smartphones mit Keyboard: Touchscreen adé! Diese Handys besitzen eine Tastatur!

Sven Wernicke / Jürgen Kroder

Ja, sie gibt es noch - die Smartphones mit einer echten Tastatur. Wer genug von mühseligen Touchscreen-Eingaben hat und gerade fürs Business viel und schnell am Mobiltelefon tippen muss, sollte sich auch für das richtige Gerät entscheiden. Wir geben einen Überblick.


Blackberry Priv (Bild: Blackberry)

Früher gab es Blackberry

Bevor das iPhone vor eine Trendwende einläutete, dominierten Handys mit echten Tasten den Markt. Geschäftsleute griffen vorzugsweise zu einem Blackberry-Telefon, da dieses sogar über ein komplettes QWERTZ-Keyboard auf kleinstem Raum verfügte.

Und heutzutage? Nahezu jedes Smartphone wird über einen Touchscreen bedient. Trotz guter "digitaler" Tastaturen fehlt das haptische Feedback und ist die Fehlerquote beim Tippen recht hoch. Und so mancher wünscht sich mittlerweile die „gute, alte Zeit“ zurück, als man noch E-Mails und Nachrichten bequemer schreiben konnte. Dabei tummeln sich noch ein paar Devices auf dem Markt, die genau das nach wie vor bieten. Hier ein Überblick.

Blackberry blieb dem Keyboard fast immer treu

Nach all den Jahren ist sich Blackberry treu geblieben: Das Smartphone Priv hatte sich zwar vom Blackberry-OS-Betriebssystem verabschiedet und setzte auf Android, aber die Tastatur war weiterhin vorhanden. Diese lässt sich aufschieben, verschwindet also bei Nichtgebrauch im Gehäuse. Alternativ ist eine Eingabe via Touchscreen kein Problem. Aber: Mit einem Preis von über 600 Euro war das gute Stück bei der Einführung im Jahr 2016 ziemlich teuer. Mittlerweile ist es für weniger Geld zu haben.

>> Blackberry Priv günstig kaufen: Aktuelle Preise

Noch günstiger ist der heutzutage sehr klassisch anmutende Blackberry Passport mit Touch-fähiger Tastatur, aber dem Blackberry-10-Betriebssystem, das keine Zukunft mehr besitzt. Wem es um Erreichbarkeit, Standardfunktionen und Keyboard geht, der muss sich daran nicht stören. Ähnliches gilt für den Blackberry Classic.

>> Blackberry Passport: Aktuelle Preise

Neue Blackberry-Smartphones mit Tastatur

Nach der Veröffentlichung des Priv ging Blackberry aufgrund seiner finanziellen Schieflage eine Kooperation mit dem chinesischen Hersteller TCL ein, der unter anderem auch die Alcatel-Smartphones produziert. Das Ergebnis der  Zusammenarbeit war das günstige Blackberry DTEK50, darauf folgte das Mitteklasse-Telefon DTEK60. Bei beiden Mobiltelefonen wurde auf ein Keyboard verzichtet.


Blackberry "Mercury" KEYone (Bild: Crackberry)

Nach diesen "Durchhängern" besann sich Blackberry auf alte Stärken und stellte im Januar 2017 zusammen mit TCL das KEYone (Codenamen "Mercury") vor. Hierbei handelt es sich wieder um ein schickes und leistungsstarkes Smartphone mit integrierter physischer Tastatur. Die QWERTZ-Tastatur bietet 35 Tasten, auf die Sie bis zu 52 Shortcuts ablegen können, um zum Beispiel bestimmte Apps schneller starten zu können. Das fest verbaute Keyboard eignet sich nicht nur zum komfortablen Tippen, sondern auch zur besseren Bedienung des Handys.

Smartphones mit Tastatur: Alternativen zu Blackberry

Es ist ernüchternd, sucht man nach echten Alternativen zum Angebot von Blackberry. Denn andere Hersteller versuchten es in der Vergangenheit zwar ebenfalls mit Keyboard-Smartphones, doch das ist schon einige Jahre her.

Geräte wie das HTC Desize Z, Nokia N97 oder Dell Venue Pro werden zwar zum Teil für deutlich unter 150 Euro verkauft, doch reden wir hier über teils fünf Jahre alte Technik mit völlig veralteten Betriebssystemen oder schlecht aufgelösten Displays. Wirklich empfehlen kann man diese nicht mehr.

Modelle wie das Sony (Ericsson) Xperia Pro oder das LG Xpression 2 eignen sich höchstens als Notfall- oder Zweithandy, nicht aber als ernsthafte Office-Maschine. Auch, weil aktuelle Apps teils gar nicht mehr funktionieren oder das Arbeitstempo sehr niedrig ist. Da ist man mittlerweile einfach mehr gewohnt, also abseits des Keyboards.

Es lohnt sich daher eher, womöglich doch zu einem normalen Smartphone zu greifen und sich bei geeignetem Zubehör umzuschauen. Für das Samsung Galaxy S4, S6 Edge+, Galaxy Note 5 und das Galaxy S7 (Edge) beispielsweise bietet der Hersteller spezielle Keyboard-Cases an, die ein ähnliches Gefühl wie bei einem BlackBerry vermitteln. Kostenpunkt: zwischen 30 und 70 Euro.

Externe Tastaturen


Externe iPhone-Tastatur (Bild: Battop)

Ein riesiger Bereich offenbart sich, sucht man explizit nach Keyboards für Smartphones. Im Grunde ist fast jede Bluetooth-Tastatur in der Lage, eine Verbindung zu einem mobilen Telefon aufzunehmen. Spezielle Lösungen bieten viel Flexibilität, zum Beispiel faltbares, zusammenklappbares Zubehör. Manche Varianten bringen sogar eigene Akkus mit.

Interessant sind auch die Lösungen für diverse iPhone-Modelle. Eine Schutzhülle mit integrierter Tastatur – klingt gut. Oder wie wäre es mit einer beweglichen Tastatur, die gleich noch einen Ständer für das Smartphone, Phablet oder Tablet mitbringt? Zusammengeklappt ist die Idee von Battop schnell in der Tasche oder dem Koffer verstaut.

Sicherlich ist eine externe Peripherie sehr viel weniger komfortabel als eine richtige Tastatur direkt am Smartphone. Dafür aber geht’s mit sinnvollen Produkten schon ab 30 Euro los – abhängig von den eigenen Vorstellungen.

>> Kauftipp: Faltbare Tastatur für Ihr Smartphone

Handy mit Keyboard: Was bringt die Zukunft?

Ob sich in Zukunft etwas in diesem Sektor tut und ambitionierte Nutzer professionelle Geräte oder zumindest für ihr Smartphone passendes Zubehör erhalten? Das ist abhängig von dem Bedarf, der sich wieder ändern könnte.

Denn mit einem zunehmenden Alter ändern sich die Fingerbeschaffenheiten, welche die Bedienung des Touchscreens erschweren können. Die Fehlerquote beim Tippen steigt, der Frust ebenfalls. Abhilfe schaffen Tastatur-Apps wie zum Beispiel Swiftkey, präziser und schneller sind dennoch echte Keyboards.

Ansätze für haptisches Feedback bei Touchscreens könnten auch eine Lösung sein, doch das ist ganz klar noch Zukunftsmusik. Bis dahin müssen sich Interessierte wohl mit den bestehenden Optionen begnügen. Wohl oder übel. 

PDAs als Keyboard-Handy-Ersatz?


Gemini PDA aus (Bild: Planet Computers)

Eine Zwischenlösung könnten PDAs sein. Diese Geräteklasse ist zwar mittlerweile ausgestorben, doch ein britisches Start-up versucht den Personal Digital Assistants mit einem frischen Ansatz neues Leben einzuhauchen. Das erste Ergebnis ist der Gemini von Planet Computers.

Der Gemini stellt eine Mischung aus Smartphone und vollwertiger, aber geschrumpfter Tastatur, dar. Das Keyboard ist an der rechten Seite des mobilen Gerätes befestigt, als Betriebssystem kommen Android und Linux zum Einsatz. Ein Konzept, das ankommt: Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo kamen innerhalb eines Tages über 250.000 Euro für den Gemini zusammen.

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