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13.03.13

Was fehlt: Warum gibt es bei Smartphones keinen Hardware-Konfigurator?

Wer sich ein Laptop kauft, kann sich nicht nur zwischen verschiedenen Display-Größen entscheiden, sondern auch beim RAM, dem Massenspeicher, der Auflösung, dem Prozessor... Bei Smartphones gibt es das hingegen nicht. Warum eigentlich?

Einer der Erfolgsfaktoren des iPhones ist wahrscheinlich die Schlichtheit und Einfachheit des Angebots. Wer sich für ein iPhone interessiert, bekommt exakt ein aktuelles Modell in zwei Farben und drei verschiedenen Speichervarianten angeboten. Wer nicht so viel für sein iPhone ausgeben will, kann sich zwischen den beiden Vorgängern unterscheiden, die es in zwei Farben und in jeweils einer einzigen Konfiguration gibt.

Und, ja: Das ist durchaus eine bewährte und gangbare Strategie. Apple hält die Varianten klein und kann seine Bauteile dadurch in riesigen Mengen einkaufen und muss die Fertigungsstraßen nicht laufend umstellen. So mancher Interessent ist vielleicht sogar eher erleichtert, dass man sich nicht tagelang durch Vergleichstabellen für technische Daten wühlen muss. Was aber ist mit solchen Kunden, die sehr genau wissen, was sie brauchen und was sie nicht brauchen?

Wer etwas mehr Auswahl haben möchte, schaut sich bei Windows Phone um. Hier begrenzt Microsoft zwar die Vielfalt, aber es gibt immerhin mehrere Hersteller. Und wer das vollkommene Auswahl-Dilemma haben möchte, wirft einen Blick auf Android. Neulich erst hat Kollegin Ricarda die Samsung Galaxy Familie vorgestellt. Und seitdem sind schon wieder einige neue Varianten auf den Markt gekommen. Man hat das Gefühl, bei Samsung sei da ein Zufallsgenerator am Werk, der jede Woche ein neues Gerät ausspuckt, das Samsung dann mal versuchsweise auf den Markt wirft und hofft, dass es jemand haben will.

Was aber bei allen fehlt, ist eine Sache, die wir bestens von Desktop- und Laptop-PCs kennen: der Hardware-Konfigurator.

Denn wer sich schon einmal auf die Suche nach einem Smartphone begeben hat, der weiß doch eines: Das perfekte Gerät gibt es nirgends. Immer ist irgendwas. Wenn das Display gut ist, ist die Kamera schlecht. Wenn Display und Kamera gut sind, kann man den Akku vergessen. Ist der Akku gut, ist der Prozessor lahm. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Hersteller wie Samsung, HTC oder Sony versuchen es mit diversen Modellreihen, die man in Einsteiger, Mittelklasse und High-End einteilen kann. Was aber macht man, wenn man einfach eine richtig gute Kamera haben will, einem der Rest des Smartphones aber egal ist? Dann hat man praktisch keine Chance oder kann nur darauf hoffen, dass irgendein Hersteller an diese Kombination denkt.

Natürlich ist es eine Herausforderung, einen solchen Hardware-Konfigurator anbieten zu wollen. Aber letztlich ist es das bei PCs ja auch. Nutzer werden dann nicht jede Komponente mit jeder anderen kombinieren können. Aber zumindest hätte man eine Chance, auf das Gerät Einfluss zu nehmen. Und vor allem müsste man sich nicht bei jedem Hersteller durch irre lange Listen von Modellvarianten wühlen, nur um herauszufinden, welche denn den eigenen Bedürfnissen am nächsten kommt.

Vor einigen Jahren waren Handys vielleicht noch Nebenbei-Geräte, bei denen man sich alle paar Jahre etwas Neues ausgesucht hat – ein wenig wie bei Toastern oder Kaffeemaschinen. Man sucht sich aus, was halt am besten passt.

Heutige Smartphones aber sind kleine Computer in der Hosentasche und können je nach Nutzer zahlreiche Aufgaben erfüllen. Anstatt den Markt mit einer undurchschaubaren Modellvielfalt zu übrschwemmen, wäre ein Hardware-Konfigurator doch eine viel sinnvollere Idee. Schließlich ist es für ein Unternehmen wie Samsung heute ebenfalls nicht gerade billig und zielführend, zahlreiche Größen, Formen und Featuresets anzubieten.

Aus meiner Sicht wäre das der perfekte Gegenentwurf zu Apples iPhone-Strategie. Es gäbe dann zwei oder drei Geräteklassen, bei denen man Display-Auflösung, Kamera, Prozessor und andere Eckdaten selbst festlegen könnte.

Und wer das alles nicht will, kauft sich halt die empfohlene Konfiguration.

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