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23.02.15

Smart Metering - Energie-Effizienz und Verbrauchstransparenz

Smart Meter, intelligente Zähler also, sollen private Haushalte bei der Messung von Strom und Gas unterstützen. Wer ein digitales, fernauslesbares Messgerät einsetzt, kann rund um die Uhr seinen aktuellen Energieverbrauch aufrufen. Das soll viele neue Arten ermöglichen, effektiv zu sparen.

Varianten der modernen Messtechnik

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pixabay.com Nikiko

Es gibt verschiedene Variationen des Smart Metering, in der Regel funktionieren sie entweder über Funk oder über den Anschluss des Zählers ans Internet. Nach der korrekten Einrichtung sammeln die Zähler laufend Zählerstände, werten diese aus und bieten dadurch einen transparenteren Einblick in den Stromverbrauch. Der Vorteil für Verbraucher besteht darin, dass sie bisher unbekannte Stromfresser ausfindig machen können und wertvolle Ansatzpunkte zum Sparen finden.

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pixabay.com Alexander Stein (CC0 1.0)

Ein grundlegender Vorteil gegenüber den bisher bereits bekannten Messgeräten für Steckdosen ist außerdem, dass nun auch Geräte ohne Netzstecker (etwa die Beleuchtung oder der Durchlauferhitzer) geprüft werden können. Die Darstellung der gesammelten Daten erfolgt mithilfe von Webportalen, Displays oder auch Apps, sodass die Nutzung sehr komfortabel und problemlos ist.

Durch die Anbringung eines Smart Meters wird der herkömmliche Stromzähler komplett ersetzt, wobei die meisten Geräte an eine feste Vertragslaufzeit gebunden sind. Läuft der Vertrag aus oder wird er gekündigt, so baut ein Elektriker den alten Zähler wieder ein. Bei Smart-Meter-Systemen mit Funkverbindung sieht es ein wenig anders aus, denn hier kann der alte Zähler weiterverwendet werden, zudem besteht auch keine Vertragslaufzeit. Während einige Modelle außerdem direkt durch den Verbraucher installiert werden können, so wird für andere ein Fachmann benötigt – diese speziellen Anforderungen sind jedoch von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich und sollten am besten direkt im Vorfeld erfragt werden.

Grundsätzliches

    • Voraussetzungen: Damit ein Smart-Metering-Produkt genutzt werden kann, muss in jedem Fall ein direkter Zugang zum Stromzähler bestehen. Dieser kann aber sowohl analog als auch digital sein. Ebenso wird ein Internetanschluss oder eine Steckdose benötigt. Damit das Gerät eine Funkverbindung aufbaut, sollten zwischen Zähler und Empfänger nicht mehr als 20-40 Schritte liegen.
    • Kosten: Die Kosten für ein Smart-Meter-Gerät sind unterschiedlich, beginnen allerdings bei etwa 100 Euro für die Anschaffung. Wie so häufig gibt es nach oben hin kaum Grenzen, wenngleich ein gutes Gerät nicht zwangsläufig teuer sein muss. Weiterhin wird für die Anwendung ab dem zweiten Jahr in der Regel eine jährliche Grundgebühr fällig. Hier muss man sich im Vorfeld genau überlegen, ob sich die Stromeinsparungen noch rechnen, wenn die Grundgebühr recht hoch ausfällt.

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Quistnix at nl.wikipedia [CC BY 2.5], vom Wikimedia Commons

  • Anwendung: Normalerweise hängt das Display des Smart Meters direkt am Stromzähler und dieser befindet sich in der Regel im Keller. Aber wer steigt schon mehrmals am Tag in den Keller, um seinen Verbrauch zu prüfen? Die meisten Anbieter umgehen dieses Problem, indem sie ihren Kunden einfach eine Onlineplattform zur Verfügung stellen oder – noch besser – eine passende App anbieten.

So kann man den Verbrauch selbst unterwegs kontrollieren. Einige Systeme bieten darüber hinaus weitere Funktionen, etwa, um eine angeschlossene Photovoltaik-Anlage zu überwachen. Einige Zählertypen können außerdem auch direkt an den jeweiligen Elektrogeräten oder Stromfressern angebracht werden und informieren so während der Nutzung über den Verbrauch. Wir haben zum Beispiel bereits über den Amphiro A1 berichtet, einen cleveren Wasserzähler.

Motivationsproblem

Wenngleich die Vorteile der Smart-Meter-Technik durchaus beachtlich sind, so zeigt sich doch, dass die Langzeitmotivation bei den Nutzern schnell wieder abnimmt. Dementsprechend bleiben die tatsächlichen Einsparmöglichkeiten weit hinter den Erwartungen zurück. Für Energieversorger und Systemanbieter besteht die Herausforderung also nicht nur darin, die Verbrauchsdaten möglichst verständlich für den Konsumenten darzulegen, sondern auch Anreize zu schaffen, um ein langfristiges Energiesparen zu erzielen. So kritisiert Thorsten Staake, Leiter des „Bits to Energy Labs“ an der ETH Zürich beispielsweise die mangelhafte Aufbereitung: "Wenn ein Energieversorger lediglich Verbrauchskurven und einige Kennzahlen angibt, ist das ungefähr so spannend wie das Online-Portal zur Steuererklärung."

Zukunftsaussichten für Smart Meter

Auch eine mögliche Gefährdung der Privatsphäre ist ein Kritikpunkt an Smart Metering, da die Kundenverbräuche langfristig und in großen Mengen gespeichert werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat zur Datensicherheit eine Technische Richtlinie und Schutzprofile für Smart Metering-Systeme erarbeitet , die diese Bedenken zerstreuen und für mehr verbindliche Datensicherheit sorgen soll.

Verbraucher, die sich über Smart Metering informieren wollen, finden im Internet viele Informationen, unter anderem auch schnelle, verständliche Web Based Trainings. So stellt beispielsweise der Spezialist für Elektroinstallationen Hager spezielle e-Learning-Programme ins Netz, die die technischen Grundlagen und Technologien verständlich näherbringen. Zudem werden über die Website auch weitere mediale Inhalte wie Podcasts angeboten, die verschiedene Systemlösungen des Unternehmens vorstellen, detailliert erläutern und bei Bedarf eine Hilfestellung bieten.

Spannend bleibt die Diskussion um die Zähler aber in jedem Fall. Momentan sieht es allerdings nicht so aus, als ob die ein verpflichtender Rollout des Smart Metering für Privathaushalte vorteilhaft wäre. Die Kosten würden nach einer Studie, die Ernst & Young für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erstellt hat, die Einsparmöglichkeiten übertreffen. Bleibt abzuwarten, inwieweit das Smart Metering auf freiwilliger Basis mit den darauf aufbauenden Dienstleistungen sich durchsetzen kann und wie es das Benutzerverhalten letztendlich verändert.

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