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18.06.13Leser-Kommentare

Alterdings: Skyper - das mobile Info-Tool der 90er, das Twitter zeigte, wie es geht

Gute Ideen leben weiter. Zehn Jahre bevor Twitter das erfolgreiche Follower-Prinzip erschuf, erfand die Telekom für ihren mobilen Funkrufdienst Skyper ein ganz ähnliches Konzept: Nach Belieben ließ sich aus Bundesliga-Ergebnissen, Boulevard oder Börsenkursen ein personalisiertes Nachrichtenangebot zusammenstellen - auf Wunsch mit einer Daily Soap.

Skyper - das mobile Info-Tool der 90er Jahre. Skyper - das mobile Info-Tool der 90er Jahre.

Zeit, ein wenig in Nostalgie zu schwelgen. Angesichts unseres Jubiläums vor drei Wochen (10.000 Beiträge auf neuerdings.com) haben auch wir Autoren unsere Lieblingsgadgets aus den vergangenen sieben Jahren vorgestellt. Hätte ich noch weiter in der Vergangenheit zurückgehen dürfen, hätte ich ein noch älteres Gerät gewählt: den Skyper.

Der Skyper war einer dieser Vorläufer des Handys, ein Pager. Anders als die ersten Scall-Modelle konnte er aber nicht nur Rufnummern empfangen, sondern auch Textnachrichten. Das gab der Telekom als Betreiberin die Möglichkeit, das Gerät zu einem Nachrichtenticker auszubauen. Aus einem Angebot von knapp 100 Nachrichtenkanälen ließen sich nach Lust und Laune 20 Programme zusammenstellen, die den Anwender laufend mit frischen Nachrichten versorgten. Ein Prinzip, das dem von Twitter nicht unähnlich ist.

 

Regio-Wetter, lokale Kino- und Ausgehtipps

Natürlich hinkt der Vergleich ein wenig. Auf einem Skyper hatte man nur eine begrenzte Anzahl von Wahlmöglichkeiten (20 aus 99 Programmen), konnte keine Nachrichten absetzen und für die "Latest News" nur Medien-Kanäle wählen. Dafür gab es zusätzlich die Möglichkeit, Nachrichten zu empfangen, die Freunde per SMS oder Operator an die eigene Skyper-Nummer schickten. Die Nachrichten auf einem Skyper waren auf 80 Zeichen begrenzt - bei den News teilweise etwas mehr und auf mehrere Seiten aufgeteilt.

Ähnlich auf jeden Fall bei Twitter wie bei Skyper die fantastische Möglichkeit, nur das auszuwählen, was man will. Und das war beim Skyper ein erstaunlich kleinteiliges Angebot. Börsenkurse verschiedenster Märkte, Weltnachrichten, Musik, Filmtipps und das lokale Kinoprogramm, Boulevard und das regionale Wetter sowieso. Ferner bestand die Möglichkeit, sich aus den 18 Klubs der Fußballbundesliga seinen Lieblingsverein (oder mehrere) auszuwählen, um über Neuverpflichtungen, Verletzungen oder Mannschaftsaufstellungen informiert zu werden.

Täglich wählen, wie die Daily Soap weitergeht

Früh dran auch die Bundesliga-Konferenz: Nur wenige Augenblicke nach einem Tor fanden sich die aktuellen Ergebnisse bereits im Bundesliga-Programm wieder - nur unwesentlich später als im Live-Ticker im Videotext. Dafür aber unterwegs auf einem mobilen Gerät. Und nicht vergessen: Wir sprechen hier etwa vom Jahr 1997. Live-Ticker im Web gab es noch so gut wie nicht, von namhaften deutschen Redaktionsangeboten im Web ganz zu schweigen. Handys waren noch recht teuer und konnten nur SMS empfangen. Die Möglichkeit, ein vergleichbares Nachrichtenangebot übersichtlich darzustellen, erhielten sie nie.

Eins der Highlights war für mich das Programm "Mittendrin". Die 90er Jahre waren die Blütezeit deutscher Daily Soaps wie "Unter uns", "Verbotene Liebe" oder "Gute Zeiten - schlechte Zeiten". Bei Skyper wollte man sich da nicht lumpen lassen und bot eine eigene Text-Soap an - mit allen Charakteren, die eine gute Soap ausmachen: die Zicke, der Frauenschwarm, der Loser, das Mauerblümchen, die Intrigantin. Am Ende jedes Tages konnte man (zwar nicht mit dem Gerät selbst, aber per SMS oder Telefonwahl) aus drei Vorschlägen abstimmen, wie die Serie weitergeht. Ich mochte keine Daily Soaps im Fernsehen, aber ich mochte "Mittendrin". Kultur mit einem Augenzwinkern, auf einem Funkrufempfänger, mobil, im fast noch webfreien Deutschland der 90er Jahre.

Dann kam das Internet

Natürlich war beim Skyper nicht alles Gold was glänzt. Das Display zog ordentlich Strom, über eine Akku mit Ladekabel verfügte das Gerät nicht, und so musste man etwa monatlich die Batterie gegen eine neue ersetzen. (Verglichen mit der Akku-Leistung heutiger Smartphones erscheint einem das rückblickend aber gar nicht mal so schlimm.) Für die Nachrichtenauswahl zahlte man knapp 100 D-Mark im Jahr - in meinen Augen nicht viel, und ich war damals Schüler.

Um die Jahrtausendwende allerdings verkaufte die Telekom den Service an die Berliner Firma e-Message, die ihre Chance darin sah, den e-Skyper als Börsenkurswunder für Kleinanleger zu vermarkten. Der Preis des Abos stieg auf 240 Mark im Jahr, und beliebte Programme wie "Mittendrin" verschwanden. Ich ebenfalls, denn die Kosten wurden mir zu hoch. Außerdem hatte ich ein neues Medium für mich entdeckt: das Internet. Alles in allem fand sich hier doch weit mehr zu lesen und zu entdecken, wenn auch noch nicht für unterwegs.

Etwas in der Art nie wieder gesehen

Heutige Touchscreen-Smartphones übertreffen die Möglichkeiten eines Skypers natürlich um das x-fache, schon allein mit jeder simplen RSS-App. Sie kamen allerdings auch erst rund zehn Jahre später auf den Markt. Und so sehr ich Smartphones mag - ich hab doch oft das Gefühl, dass eigentlich jeder Hersteller sie mit Informationen überlädt. Vorinstallierte, bunte Apps, die ich gar nicht will, Benachrichtungen, die an allen Ecken und Enden aufpoppen, vibrieren, blinken. Möglichkeiten in Hülle und Fülle, ja. Aber oft genug vermisse ich das ruhige, unaufgeregte und dennoch hochaktuelle Programm meines Skypers. Etwas in der Form habe ich seitdem nie wieder gesehen.

Eine große Überraschung für mich übrigens, als ich für diesen Artikel recherchierte: Es gibt ihn immer noch. Die Firma e-Message verkauft ihn bis heute - wie es scheint in gleicher Ausführung wie 1996. Mit höchstens 20 wählbaren Programmen und der Möglichkeit, Kurznachrichten bis 80 Zeichen von Freunden zu empfangen. Knapp 100 Euro für das Gerät und noch einmal 140 im Jahr für die Nachrichten. Ein stolzer Preis. Und doch hätte ich Lust, noch einmal zu sehen, was daraus geworden ist, ob mich der Service auch in Zeiten der Smartphones noch begeistern kann. Ich werde mal nach einem Testgerät anfragen.

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Kommentare

  • WB

    18.06.13 (11:32:15)

    hatte damals auch einen, wegen der Bundesliga Ergebnisse + Nachrichten. Und wie es sich als BVB-Fan gehört die BVB-Edition, gekauft im Fasnshop.

  • skyper

    18.06.13 (21:07:17)

    Das leiwandste Feature war doch, dass man per E-Mail Nachrichten an den Skyper senden konnte.

  • BirgerS

    20.06.13 (23:54:45)

    Man kann den Skyper auch günstiger bekommen: http://www.wetter.de/cms/service/eskyper.html Pro Jahr 50 Euro inkl. Gerät! Hatte den mal von inside-handy.de, aber die bieten den wohl nicht mehr an. Und von SportBILD gabs bis vor kurzem noch nen moderneren Skyper... http://img411.imageshack.us/img411/5413/imag0042cg2.jpg

  • Jürgen Vielmeier

    21.06.13 (09:17:35)

    Stimmt. Es gab da noch verbesserte Versionen. Wundert mich deswegen, dass eMessage da nur noch diese Altgeräte hatte.

  • BirgerS

    21.06.13 (16:10:19)

    Diese verbesserte Version gab es wohl nur exklusiv für die SportBILD. Ich hatte mich damals für das Gerät interessiert, aber ich hab Null Interesse an Sport XD Daher hatte ich dann immer die alte Version von Inside-Handy. Schade daß die das nicht mehr anbieten! 50 Euro im Jahr war ein fairer Preis! Aber ehrlich: mit dem Handy hab ich die Infos auch. Die Anschaffung wäre total nutzlos.

  • Markus Venus

    11.04.15 (15:50:36)

    Was mich Gestört hat wr das man nur 20 Programme Speichrn konnte von dene man die Nachrichten bekommen hat wenn mann mehr Speichern Hätte Können wäre das gut 199 euro im Jahr ist dan doch zu Teuer der Skyper denst ist Schlechter geworden bei E Message bei der Telekom wurden noch mehr und bessere Programme angeboten E Message war Selber schuld zum einen nur 20 Programme dan ist der Preis gestiegen und die Programme haben sich Verschlächtert wenn der Preis geblieben wäre man Hätte mehr Programme gehbat nicht nur 20 Die man sich einspeichern kann dan wäre das anderst ausgegangen ich finde die Firma E Message nicht so gut die Telekom hat den Skyper nicht an die E Message Verkauft sondern die Tochter Q Bissnes hat den Skyper dienst 2000 erst Übernommen der Preis ist gleich geblieben und die haben dan den Skyper dienst an die Firma E Message Verkauft aber bei E Message wird alles schlechter und Teurer kein wunder warum keiner mehr einen skyper wollte Ich habe Jetzt auch einen bei Ebay Ersteigert der dienst wurde eingestellt es kommen keine Info Nachrichten mehr durch aber man kann noch eine zeitlang FriedlyNews drauf senden wenn mann die Richtig Ärea enstellt ich fand die Piper ganz gut ich Würde mir wünschen das sie eines Tages Zurück kommen Vileicht gibt es ja mal wieder so was wie skyper nur Verbessert Billiger und das man sich mehr nachrichten ausuchen kann und nicht nur 20 Stück das war das schlechteste

  • BirgerS

    12.04.15 (15:38:49)

    In so einem langen Text nicht ein Satzzeichen zu verwenden o.O Das ist echt ne Kunst!

  • Markus

    12.04.15 (16:43:51)

    Es gibt Leute die können nur über andere sich lustig machen aber auf ihre eigenen Fehler schauen die nicht

  • BirgerS

    12.04.15 (18:29:44)

    Oh nein! Wenn man mal ein Satzzeichen vergisst oder falsch setzt, dann wäre das ein Fehler und da würde ich sicher nichts sagen. Aber wenn man konsequent ALLE Satzzeichen weg lässt, dann ist das ignorante Faulheit.

  • Markus

    12.04.15 (20:51:49)

    Warum schreibst du mit mir du interessierst mich doch gar nicht

  • BirgerS

    12.04.15 (20:57:39)

    Jetzt hast Du es mir aber gegeben!

  • Markus

    12.04.15 (21:28:51)

    Ich werde auf ihre momentane nicht mehr antworten Ich offen der Betreiber von dieser Seite handelt keiner muss sich von ihnen beleidigen lassen schreiben Sie in Zukunf mit jemand nervt der sich von ihnen beleidigen und provozieren last

  • BirgerS

    12.04.15 (21:35:33)

    Ich beleidige und provoziere nicht. Mir geht es nur auf den Keks, dass manche Leute denken, man müsste im Internet keine Satzzeichen verwenden. Bei einem Satz wäre das egal, aber grundsätzlich und auch bei sehr langen Texten ist das doch sehr nervig.

  • Markus

    13.04.15 (00:24:58)

    Schade das der skyper Dienst eingestellt worden ist ich habe auch noch einen Skyper 20 info Kanäle wäre immer sehr eng die ma nun ch seichernkote

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